Evolution

Neandertaler und Urmenschen vermischten sich nicht

12. Mai 2003 Die Urmenschen scheinen die Neandertaler ersetzt zu haben, statt sich aus ihnen zu entwickeln. Italienische Forscher glauben aufgrund genetischer Studien, daß die beiden Arten in Europa nur einige tausend Jahre lang im Pleistozän vor 40.000 Jahren nebeneinander existiert haben.

Eine gängige Theorie besagt, daß die anatomisch modernen Urmenschen und die archaischen Neandertaler verwandte Populationen der gleichen Entwicklung sind. Dann hätten beide Teil am modernen Gen-Pool. Eine andere Theorie sagt, daß die Urmenschen die Neandertaler ohne Kreuzung ersetzten. Falls diese Theorie stimmte, hätten die Neandertaler keinen Anteil an der Genzusammensetzung der heutigen Menschen.

Mitochondrien-DNS verglichen

Giorgio Bertorelle und seine Kollegen von der Universität in Ferrara extrahierten Mitochondrien-DNS aus den Skeletten von zwei anatomisch modernen Menschen des Cro-Magnon-Typs im Alter von etwas 23.000 bis 25.000 Jahren. Außerdem nahmen sie die gleiche Substanz aus Skeletten von Neandertalern im Alter von 29.000 bis 42.000 Jahren und von modernen Europäern.

Das Cro-Magnon-Erbgut paßt gut in das genetische Spektrum der modernen Europäer - die Menschen scheinen der gleichen Art anzugehören. Cro-Magnons und Neandertaler unterschieden sich allerdings stark, obwohl sie sich zeitlich viel näher sind. Dieses Ergebnis legt nahe, daß die anatomisch modernen Menschen, nicht aber die Neandertaler, zum heutigen Gen-Pool beigetragen haben.



Text: @cop
Bildmaterial: ZB

 
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