02. April 2005 Der Heilige Vater ist um 21.37 Uhr an diesem Abend in seinem Privatzimmer gestorben, ließ der Sprecher des Vatikan Joaquin Navarro-Valls am Samstag abend verlauten.
Es wurden alle Verfahren eingeleitet, die in der Apostolischen Verfassung 'Universi Dominici Gregis' vorgesehen sind, die Johannes Paul II. am 22. Februar 1996 in Kraft gesetzt hat, hieß es es in der Erklärung des Vatikan weiter.
Überall in Rom läuteten die Glocken, um den Tod des Papstes zu verkünden. Vor zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz rezitierte der vatikanische Staatssekretär Kardinal Angelo Sodano das katholische Totengebet De profundis. Priester baten die Wartenden, den Papst bei seinen ersten Schritten in den Himmel zu begleiten.
Am Morgen die Messe noch im Beisein des Papstes gefeiert
Der in Polen geborene Johannes Paul stand der Römisch-katholischen Kirche mehr als ein Vierteljahrhundert vor. Er wurde 84 Jahre alt.
Der Gesundheitszustand des Papstes, der in den vergangenen zwei Monaten zwei Mal im Krankenhaus war, hatte sich seit Donnerstagabend dramatisch verschlechtert. In der Nacht zum Freitag hatte er einen Herzinfarkt und eine akute Blutvergiftung, einen septischen Schock, erlitten. Danach bangten Millionen Menschen auf der ganzen Welt um das Leben des Papstes. Nur wenige Stunden vor der Todesmeldung hatte der Vatikan noch erklärt, der Zustand sei sehr kritisch, aber der Papst reagiere, wenn er angesprochen werde.
Kurienkardinal Joseph Ratzinger hatte Johannes Paul am Morgen besucht. Er sagte anschließend, der Papst habe sich von ihm am Morgen verabschiedet: Er ist sich bewußt, daß er zum Herrn geht. Am frühen Morgen sei im Beisein des Papstes die Morgenmesse gefeiert worden, auch wenn er nicht mehr aktiv daran teilgenommen habe.
Gläubige nehmen Anteil
Auf dem Petersplatz hatte sich am Samstag Zehntausende versammelt, um für den Sterbenden zu beten. Während einer Nachtwache formten die Gläubigen mit Kerzen den Schriftzug con te - (wir sind) mit dir. Auch weltweit beteten Katholiken für den Papst.
Text: FAZ.NET mit Material von AFP, AP
Bildmaterial: AP, dpa, dpa/dpaweb, picture-alliance / dpa, REUTERS