Wellenreiter

The Passion of the Pope

Von Fridtjof Küchemann

WELLENREITER - durch die Informationsflut mit FAZ.NET

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13. April 2005 Was soll da noch kommen, hatten sich die passionierten Kinogänger gefragt, als ein amerikanischer Actionheld mit der Verfilmung des Leidensweges einer religiösen Identifikationsfigur alle ökonomischen Erwartungen in diese Produktion übertroffen hatte. Was macht eigentlich Mel Gibson? Was nimmt er sich nach dem überwältigenden Erfolg seines Passionsfilms als nächstes vor?

Anfang März war bekannt geworden, daß Mel Gibson sich die Filmrechte an Brian Dullaghans Bekehrungsroman „Stealing from Angels“ gesichert hat. In dem Buch bekommt es ein junger Ire in der weiten Welt erst mit dem Bösen dieser weiten Welt, dann mit dem Glauben und schließlich mit der dritten Prophezeiung von Fatima zu tun.

Doch nicht Dullaghan

In dem portugiesischen Wallfahrtsort Fatima hatten 1917 drei kleine Kinder eine Reihe von Marienerscheinungen, bei denen die Muttergottes ihnen nicht nur aufgetragen haben soll, an Ort und Stelle eine Kirche zu errichten, sondern auch drei Weissagungen machte, von denen zwei den beiden Weltkriegen galten, eine dritte aber, lange geheimgehalten, mit dem Anschlag Ali Agcas auf Papst Johannes Paul II. im Mai 1981 in Erfüllung gegangen sein soll.

Dullaghans Buch hat sich in Amerika, wie es scheint, ganz anständig verkauft. Eine deutsche Übersetzung liegt noch nicht vor. Und einer Verfilmung des Anschlags auf Papst Johannes Paul II. durch Mel Gibson ist offenbar das Ableben des Heiligen Vaters zuvorgekommen.

Der Schluß ist schon im Kasten

Noch am vergangenen Mittwoch hatte das Büro des gläubigen Katholiken verkündet, Gibson würde es wohl nicht rechtzeitig nach Rom schaffen. Wie die „New York Post“ an diesem Mittwoch meldet, plant der Hollywoodstar nun, das Leben des Papstes zu verfilmen. Das Ende des Films soll er schon gedreht haben: Mit einem Kamerateam sei er zur Beerdigung des Oberhaupts der katholischen Kirche letzte Woche nach Rom gereist.

Und habe gefilmt, was am vergangenen Freitag schon über die Fernsehbildschirme dieser Welt geflimmert ist: Massenszenen, ohne weitere Bearbeitung hollywoodreife Trauergesten, Pathos in einer Reinform, die jeder medialen Überführung trotzt. Da gibt es nicht mehr viel zu tun: einfach die Vorgeschichte drehen und ein Medienereignis von einem Medium, dem Fernsehen, in ein anderes, auf die Kinoleinwand, übertragen.

Was also kommt nach Christi Kreuzigung? Johannes Paul II. soll einst mit dem Hinweis, Jesus sei schließlich auch nicht vom Kreuz gestiegen, einen Amtsverzicht ausgeschlossen und damit eine Parallele zwischen dem einen Leiden und dem anderen gezogen haben. Jetzt ist ihm Mel Gibson auch in diesem Punkt gefolgt. Dabei hatten wir uns schon auf die Verfilmung der Auferstehung Christi gefreut.

Text: @kue
Bildmaterial: FAZ.NET

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