Archaeen

Im Mikrobenparadies

25. Juli 2008 Die Ablagerungen am Meeresboden setzen sich zu fast vier Fünfteln aus Archaeen und nicht, wie bislang geglaubt, vorwiegend aus Bakterien zusammen. Die primitiven Einzeller, die ihren extrem geringen Energiebedarf aus abgestorbenen und mehrfach rezyklierten Nahrungsresten zu decken vermögen, findet man bis zu einem Meter tief im Meeresboden.

Archaeen gehören wie die Bakterien zu den Prokaryoten, da sie keinen vom Cytoplasma durch eine Doppelmembran abgegrenzten Zellkern besitzen. Von den Bakterien unterscheiden sich die Archeen durch Besonderheiten im Stoffwechsel, strukturelle Unterschiede und Charakteristika der in ihren Ribosomen untergebrachten RNA. Die Taxonomie der Lebewesen unterscheidet seit 1990 drei fundamentale Domänen: Archaeen, Bakterien und Eukaryoten.

Archeen liegen vorn

Die neue Schätzung des Anteils von Archeen unter den Meeresbodenablagerungen verdankt sich Bohrungen, die von Forschern des Marum-Zentrums für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen im Atlantik, Pazifik und im Schwarzen Meer vorgenommen wurden. Bei den Analysen, die die Gruppe um Julius Lipp und Kai-Uwe Hinrichs vorgenommen hat, wurden die Fettanteile der Zellmembranen und einzelne Genabschnitte untersucht.

Die Befunde ergaben einen Archaeen-Anteil von 87 Prozent. Wie die Forscher in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "Nature" berichten, dürften in den Weltmeeren etwa 90 Milliarden Tonnen Mikroben leben.



Text: FAZ.NET

 
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