04. August 2004 Der berühmte Urvogel Archaeopteryx war zwar noch ein halber Dinosaurier, hatte aber bereits ein ähnliches Gehirn wie die heute lebenden Vögel: Wie Forscher des Britischen Museums für Naturgeschichte in der jüngsten Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift Nature berichten, ergaben dies Röntgen-Studien an einem 147 Millionen Jahre alten Fossil aus einem Steinbruch beim fränkischen Solnhofen. Der taubengroße Archaeopteryx gilt als eines der wichtigsten Beweisstücke für Charles Darwins Theorie von der Entwicklung der Arten - er hatte zwar Flügel mit Federn, zugleich aber Zähne und einen knochigen Schwanz wie kleine zweifüßige Dinosaurier.
Für ihre Arbeiten rekonstruierten Angela Milner vom Britischen Museum für Naturgeschichte und ihre Kollegen den Schädel des Archaeopteryx-Skeletts, das 1861 bei Solnhofen entdeckt und bald darauf von dem Londoner Museum erworben worden war. Das gut erhaltene Fossil schrieb Wissenschaftsgeschichte und zählt zu den wertvollsten Stücken seiner Art.
Etappe der Evolution zu modernen Vögeln
Bei der Untersuchung fanden die Forscher heraus, daß der Urvogel über eine Hirnrinde verfügte, die Informationen aus den verschiedenen Körperteilen zusammenführen konnte. Der Archaeopteryx war demnach an die Bedürfnisse des Fliegens angepasst, konnte seine Gliedmaßen entsprechend steuern; so hatte er neben einer guten Sicht auch ein als Gleichgewichtsorgan ausgestaltetes Innenohr.
Das Hirn des Archaeopteryx sei zwar noch primitiv gewesen, betonte der Experte Lawrence Witmer von der Universität Ohio in Nature, aber mit dem heutiger Vögel vergleichbar. Es ist größer als das durchschnittliche Gehirn eines Reptils ähnlicher Größe, aber kleiner als das eines modernen Vogels. Es entspricht einer Etappe der Evolution hin zu den modernen Vögeln.
Text: FAZ.NET mit Material von AFP und DPA
Bildmaterial: Bürgermeister-Müller-Museum