15. August 2007 Wie die Reste eines Märchenwaldes wirken die 16 noch aufrecht stehenden versteinerten Baumstümpfe, die im Nordosten Ungarns beim Braunkohle-Tagebau freigelegt wurden. Sie befinden sich auf der untersten Sohle des Abbaugebiets.
Es handelt es sich um die Stümpfe von Sumpfzypressen, die vor ungefähr acht Millionen Jahren wuchsen. Solche Bäume erreichten ein Alter von 200 bis 300 Jahren.
Nicht transportfähig
Die Region ist offenbar zu Lebzeiten der Bäume wirkungsvoll abgedeckt worden – vermutlich von Sand, der sich während eines Sandsturms flächendeckend niederschlug. Unter dieser luftdichten Decke hat sich der größte Teil der Bäume in Kohle umgewandelt. Die jetzt gefundenen Baumstümpfe sind dem Prozess entgangen. Sie haben unten Durchmesser von zwei bis drei Metern und sind bis zu sechs Meter hoch.
Die Wissenschaftler erhoffen sich von den Fossilien unter anderem neue Erkenntnisse über das Klima, das damals in der Region geherrscht hat. Vorerst geht es den Forschern aber vor allem darum, den Fund zu retten. Seit der Freilegung sind die versteinerten Bäume zum Teil vom Verfall bedroht. Der Versuch, einen der Stümpfe fortzuschaffen, ist gescheitert. Die Fossilien müssen deshalb möglichst rasch an Ort und Stelle konserviert werden.
Text: G.P. / F.A.Z.
Bildmaterial: AFP