20. Februar 2009 Nach sieben Monaten Bauzeit in Schneestürmen und Eiseskälte wird am Freitag die deutsche Antarktisstation Neumayer III eröffnet. Das hochmoderne Gebäude steht mit 16 Stelzen auf dem 200 Meter dicken Ekström-Schelfeis im Südpolargebiet. Neun Menschen können dort überwintern. Im antarktischen Sommer ist Platz für mehr Forscher.
Die Wissenschaftler der Station sollen Klimadaten sammeln, die Konzentration von Treibhausgasen messen, das umfassende Verbot von Nuklearversuchen mitüberwachen und bei der Erforschung von Walen helfen. Die offizielle Eröffnung der Stationsoll wird in einer Life-Schaltung direkt nach Berlin ins Bundesforschungsministerium übertragen.
Hydraulisch durch den Schnee
Eine Besonderheit der vierstöckigen Station: Sie wird nicht mehr wie ihre Vorgänger von der jährlich um rund einen Meter steigenden Schneedecke begraben, sondern bewegt sich mmerwieder daraus hervor. Die Plattform steht auf sechzehn Stützen, die hydraulisch hochgefahren werden können. Jeweils eine Stütze wird hochgezogen hoch, dann Schnee daruntergeschaufelt und verdichtet. Danach werden die Stelzen auf die neue Höhe ausgerichtet. Das Ganze wird elektronisch überwacht und hat bei bisherigen Probeläufen auch funktioniert.
Die Station klettert nicht nur langsam durch den Schnee, sondern wird pro Jahr auch um 157 Meter vom Schelfeis mitgezogen. DasSchelfeis ist mit dem Festlandeis verbunden und wächst immer weiterauf das Meer hinaus. Neumayer III wird vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven betrieben.
Text: dpa
Bildmaterial: dpa