09. Mai 2008 Versteinerte Reste von 360 Millionen Jahre alten Stachelhäutern sind in Wuppertal zum Vorschein gekommen. Die Fossilien der Echinodermen, ausgestorbenen Verwandten von Seeigel und Seestern, wurden in Tonschiefer-Ablagerungen aus dem Erdzeitalter des höheren Oberdevon entdeckt. Ein Amateur-Paläontologe hatte sie in einer Baugrube gefunden.
Die bis zu zwölf Millimeter großen Bruchstücke der Urtiere hätten für die Wissenschaft große Bedeutung, da sie erstmals eine Zeitlücke von 70 Millionen Jahren in der belegbaren Existenz dieser Art schlössen, so der Geologe und Paläontologe Hans Martin Weber. Zwischen der Zeit vor 390 Millionen Jahren und den jüngsten, auf rund 320 Millionen Jahre datierten Stachelhäuter-Fossilien habe es bisher weltweit keine Nachweise für diese Lebewesen gegeben, in denen manche Forscher sehr frühe Vorläufer der Wirbeltiere sehen. Erstmals in Deutschland wurden auch einige der nur etwa 1,5 Millimeter große Larven der Dreilappkrebse (Trilobiten) sowie Plattenreste von Panzerwürmern des Oberdevon gefunden.
In den Tonschiefer-Ablagerungen seien als weitere Überraschung bis zu vier Millimeter dicke Schichten von Vulkanasche (Bentonit- Horizonte) eingelagert. Neben den Fossilien von Muscheln, Tintenfischverwandten und Pflanzen hätten diese dünnen Tuffschichten zur Datierung der Fundstelle wesentlich beigetragen. Außerdem seien sie deutlicher Hinweis auf bislang unbekannte Ausbrüche von Vulkanen, die im Oberdevon im heutigen Nordhessen aktiv waren.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa