Erdbilder

Ein digitaler topographischer Atlas

Von Günter Paul

Die auf den ASTER-Daten fußende Weltkarte

Die auf den ASTER-Daten fußende Weltkarte

02. Juli 2009 Eine digitale topographische Karte der Erde, die die Höhen und Tiefen der Landmassen unseres Heimatplaneten fast vollständig - nämlich zu 99 Prozent - mit großer Genauigkeit und vor allem in einheitlicher Form erfasst, ist von der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa und dem japanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (Meti) der Öffentlichkeit übergeben worden. Sie zeigt die Kontinente und Inseln zwischen 83 Grad nördlicher und 83 Grad südlicher Breite, wobei die zu Grunde liegenden Höhenmessungen in einem Abstand von rund dreißig Metern erfolgt sind.

Von einigen Regionen der Erde stehen den Wissenschaftlern zwar noch bessere Karten zur Verfügung, aber sie beruhen auf jeweils unterschiedlichen - zum Teil durch Triangulation, aber auch durch Luftbild- oder Weltraumfotografie gewonnenen - Datensätzen, die sich nicht zu einer einheitlichen Karte zusammenfügen lassen. Die bislang beste topographische Karte der - nahezu - gesamten Erde zeigt nur achtzig Prozent der Landmassen, nämlich die Kontinente und Inseln zwischen 60 Grad nördlicher und 57 Grad südlicher Breite.

Auf der Basis von 1,3 Millionen Bildern

Death Valley, Kalifornien: ein aus den Daten von ASTER und GDEM errechnetes Bild

Death Valley, Kalifornien: ein aus den Daten von ASTER und GDEM errechnetes Bild

Sie ist das Ergebnis der vor einigen Jahren abgeschlossenen „Shuttle Radar Topography Mission“, einer Erkundung der Erde im Radarbereich mit Hilfe der Raumfähren. Das vollständige Fehlen der polaren Regionen erklärt sich dadurch, dass die Flüge des Space shuttle wegen der Verteilung der Bodenstationen nur über die äquatorialen und gemäßigten Breiten verlaufen. Die Erderkundungssatelliten, also auch Terra, fliegen auch über die Polkappen hinweg, aber nicht über die Pole selbst.

Der neuen topographischen Karte liegen 1,3 Millionen überlappende Bilder der Erde zu Grunde, die im vergangenen Jahrzehnt mit dem japanischen Aster-Instrument („Advanced Spaceborne Thermal Emission and Reflection Radiometer“) an Bord des Nasa-Satelliten „Terra“ gewonnen wurden. Der Satellit ist im Dezember 1999 in den Weltraum gebracht worden. Anhand der Überlappung von je zwei Bildern des Satelliten, die aus geringfügig unterschiedlichen Richtungen aufgenommen worden sind, lassen sich die Höhen der betroffenen Geländestrukturen ermitteln.

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Bildmaterial: Nasa

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