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Her mit der Kohle!

Von Peter Lückemeier

Großes Verständnis für Seitensprünge: Julie Delpy

Großes Verständnis für Seitensprünge: Julie Delpy

27. Mai 2007 Wir sind mal wieder hin- und hergerissen: Einerseits weckt das Prominentendasein oft unseren Neid, etwa wenn wir in Das Neue Blatt über die Sänger Costa (90) und Lucas (30) Cordalis erfahren: „Wenn Vater und Sohn zusammen auftreten, tobt das Publikum. Dann fliegen auch schon mal Dessous auf die Bühne.“ Andererseits müssen die Promis es natürlich hinnehmen, intimste Dinge über sich zu lesen. Bekommen wir beispielsweise mal wieder eine Gehaltserhöhung von zehn Prozent, wie es bei uns halbjährlich so üblich ist, kaufen wir unserer Assistentin einen hübschen Bikini, aber sonst erfährt niemand etwas davon.

Basket-Ballermann Dirk Nowitzki dagegen muss es hinnehmen, dass Frau im Spiegel über sein Gehalt enthüllt: „Der Vertrag des 28-jährigen Würzburgers mit den Dallas Mavericks läuft bis 2011 und bringt ihm derzeit 1,25 Millionen Dollar ein - im Monat!“ Hinzu kommt, dass selbst die Verwandten von Promis auf Magen und Darm geprüft werden, etwa Boris Beckers Mutter in Das Neue Blatt, wo sie hoch erfreut auf Heiratsabsichten ihres vorbestraften Sohnes reagiert: „Ihr hatten die ständig wechselnden Frauenbekanntschaften des Sohnes schon lange im Magen gelegen.“

„Der ganze Schwachsinn über den Kopf gewachsen“

Auch Foffi, mit großbürgerlichem Namen Ferfried Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen, der eine Zeitlang an der Seite Tatjana Gsells durch die Knallpresse bretterte, blickt heute im stern kritisch auf seine Promizeit zurück: „Mir ist der ganze Schwachsinn über den Kopf gewachsen. Ich bin wirklich froh, dass ich nicht mehr als Ferkel durch die Dörfer getrieben werde.“ Allerdings haben sich seine Noblesse-Oblige-Ansprüche leicht abgeschliffen. Noch vor Jahren habe er, erinnert ihn der stern, es abgelehnt, für fünf Millionen Dollar in einer Scheinehe seinen Prinzentitel zu verscherbeln. Dies betrachtet er inzwischen als Riesenfehler: „Damals habe ich noch extrem traditionsbewusst gehandelt. Total bescheuert! Heute würde ich sagen: Her mit der Kohle!“

Nun zur Politik. Der Spitzname des CSU-Generalsekretärs Markus Söder lautet „Teflon“, weil er Kritik an sich abperlen lässt. Insofern wird er es Bunte auch nicht übelnehmen, dass das Blatt in Wort und Bild seine uneheliche Tochter Gloria Sophie (8) präsentiert und deren Mama mit den Worten wiedergibt: „Als ich ihm von der Schwangerschaft erzählt hatte, hat er mir gesagt, dass er mich auf keinen Fall heiraten werde. Ich glaube, ich war ihm wohl zu arm.“ Wir finden diese Geschichte, Bunte, nicht uninteressant und ermuntern dich hiermit nachdrücklich zu weiteren Enthüllungen, schließlich hatte Der Spiegel ja schon im Januar über Politiker der Chaotischen-Sex-Union (CSU) gepetzt: „Dass auch andere ihre Berliner Affärchen haben, wissen alle im Parteivorstand. Seehofer muss nicht das letzte Opfer sein.“

„Seehofer möchte sein Doppelleben fortsetzen“

Wie Sie ja alle wissen, hatte Seehofer sich beim Agrarministertreffen in Mainz doch an der Seite seiner Gattin gezeigt, öffentlich und halbwegs vergnügt, die Frau kann einem ja auch leid tun, aber die Geliebte mit dem Kindchen unterm Herzen natürlich fast noch mehr. Bunte weiß um das Dilemmamäßige dieser Situation (“so oder so macht er eine der beiden Frauen zum Opfer“), zögert aber dennoch nicht mit Tadel. Denn Seehofer hatte seine Harmonieoffensive nicht weiter kommentiert, sondern durch Sprecher mitteilen lassen, aus den Fotos könne jeder seine Schlüsse ziehen. Die gefinkelten Hobbypsychologen von Bunte aber lassen sich nicht irreführen und glauben, „er möchte sein Doppelleben fortsetzen“. Klar. Logo.

Wie doch fast alle Männer von einer schönen, großen WG träumen, in der Gattin und Geliebte gemeinsam kochen und die Kinder aus beiden Verbindungen heiter miteinander lärmen. Aber wer schafft das schon? Wir kennen nur Dieter Wedel, den TV-Regisseur, der sechs Kinder von verschiedenen Müttern hat und mit Dauerfreundin und aktueller Geliebter Weihnachten feiert. Können sich also problemlos zwei Frauen einen Mann teilen? Wedel wusste auf diese Frage schon vor Jahren eine überzeugende Antwort: „Ich habe ein Problem mit solchen Begriffen wie teilen oder besitzen. Man kann keinen Menschen teilen. Ich bin doch keine Wurst.“

„Es gibt so viele gut aussehende Menschen

Wir raten jedem Manne, in den ersten Gesprächen mit einer Frau das Wedelsche Partnerschaftsmodell anzusprechen und die Reaktion zu testen. Die Schauspielerin und Regisseurin Julie Delpy würde wahrscheinlich mit Verständnis reagieren, denn sie gibt in Revue an, einen Seitensprung zu verzeihen: „Es gibt einfach so viele gut aussehende Menschen auf dieser Erde, da verstehe ich, dass man in Versuchung geraten kann.“

Ihr standgehalten hat Michael Ammer, der sogenannte Partykönig. Er war mit Hana (21) aus, die in Heidi Klums Model-Show unter die Ersten kam und ziemlich süß aussieht. Bild wollte gewohnt indiskret wissen, ob sie einen künstlichen Busen hat. Ammer: „Schwer zu sagen, angefasst habe ich ihn nicht.“ Wir aber sagen: schwach. Wir erkennen Sillis noch bei den angezogensten Frauen.

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 27.05.2007, Nr. 21 / Seite 60
Bildmaterial: ddp, picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa/dpaweb, picture-alliance/ dpa, picture-alliance/ dpa/dpaweb

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