04. Februar 2007 Manchmal werden wir gefragt, wie wir es schaffen, so extrem hübsche Assistentinnen wie unsere kroatische Marija mit ihrem reizenden Lächeln und dem grazilen Gang an uns zu binden. Nun, zum einen zahlt die F.A.Z. irre gut, zum anderen haben wir einen Trick, den auch Manfred Krug gern anwendet. Und zwar, wenn nach einer Lesung eine hübsche Dame kommt und will eine Widmung - aber das wollen wir jetzt noch nicht verraten.
Einerseits ist es natürlich nervig, Woche um Woche Blätter wie 7 Tage zu lesen ( Máxima - Sorge ums Baby, Schon 80 Gramm Obst schützen vor Krebs). Andererseits erfährt man doch viel Interessantes. Zum Beispiel haben wir jetzt in Revue gelesen, welch krudes Lebensmotto sich die Kabarettistin Desirée Nick (46) gewählt hat: Ehrlich leben, wenig essen, übers Alter lügen und die Partner wechseln.
Liebesgeschichten der Prominenz
Oder wussten Sie, dass Julia Roberts einen Bruder hat, der ebenfalls Schauspieler ist? Til Schweiger sagt - ebenfalls in Revue -, der Mann sei seiner Schwester Julia schauspielerisch sogar weit überlegen. Er hat sie ins Business reingebracht und war für alle Preise dieser Welt nominiert. Aber dann hat er nur noch mit Drogen rumgemacht und Leute verprügelt. Im übrigen ist Schweiger im Gegensatz zu seinem Namen immer für munteres Geplapper gut: Für die Rollen, die ich spiele, ist es besser, wenn man durchtrainiert ist, als so ein Schwabbelsack. Als Schwabbelsack kann man später die Charakterrollen spielen.
Wie wir in diesem Zusammenhang auf Ottfried Fischer kommen, keine Ahnung. Wir müssen an der Knallpresse allerdings bemängeln, dass sie zu wenig darüber berichtet, wie er und seine Frau miteinander zurechtkommen, seit die Fotos mit seiner Geliebten veröffentlicht wurden. Desgleichen ist zu kritisieren, dass Bild und Konsorten kein Follow-up zur Seehofer-Story gebracht haben. Nur ein schwaches Geschichtchen, dass der Erzbischof von Bamberg die zunehmende Salonfähigkeit von außerehelichen Beziehungen gerügt hat. Was ja eigentlich auch für den niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff gelten müsste, aber der hat sonderbarerweise eine gute Presse, Bild dokumentiert mit Fotos, dass er den Samstag mit seiner Freundin verbringt und den Sonntag mit Frau und Tochter: So toll hat er sein neues Leben im Griff. Seltsam. Was soll daran toll sein, seine Frau zu verlassen? Oder sie über vier Jahre hinweg zu betrügen?
In diesem ernsten Zusammenhang ein Wort des schon zitierten Schauspielers Schweiger. In Echo der Frau quengelt er: Ich glaube, man muss sich heutzutage von diesem Anspruch freimachen, dass eine Liebe für die Ewigkeit hält. Das ist 'ne super geile Idee, aber nicht sehr realistisch.
Bücher halten Tatjana Gsell nur auf
Sollte er recht haben? Sollte die eine, große Lebensliebe mit dauerhaftem Wohlfühlfaktor eine Fiktion sein? Uns gefällt dieser Gedanke nicht, und gottlob lässt er sich dann und wann auch widerlegen, etwa durch König Carl Gustaf von Schweden, der seit dreißig Jahren neben seiner unserer deutschen Silvia durchs Leben schreitet. Da der Monarch grundsätzlich sauertöpfisch in die Kameras guckt, könnte man meinen, auch sein Eheleben gestalte sich vornehmlich mürrisch. Aber nichts da. Das Neue Blatt zitiert ihn mit den goldenen Worten: Ohne Silvia an meiner Seite werde ich zu Hause unruhig. Einmal war sie an zwei Abenden nacheinander außer Haus - ich wäre fast die Wände hochgegangen.
Sollten Sie jetzt, liebe Leser, angesichts solcher alltagsüberwindender Eheharmonie etwas neidisch werden, dann lassen Sie sich Zeit. Auch Sabine Christiansen hat doch ihre große Liebe erst mit circa 71 gefunden, und Clint Eastwood (76) sagt in Bunte: Manchmal muss man fast ein ganzes Leben lang warten, um diesen einen Menschen zu finden, mit dem alles passt. Sollten Sie eher der oberflächliche Typ sein, könnten Sie es ja mal mit der vielfach schönheitsoperierten, angeblich erst 35 Jahren alten Tatjana Gsell probieren, die angibt, mindestens 400 Paar Schuhe zu besitzen, und über die in Bunte steht: Tatjana Gsell liest ganz bewusst nie ein Buch. Das hält nur auf.
Also geht sie wahrscheinlich auch nie zu Lesungen. Wobei ihr da aber was entgehen könnte. Aber lesen Sie selbst, was der Schauspieler Manfred Krug an sublim-direkten Verführungstechniken so draufhat. Er zitiert im stern eine Postkarte seines besten Freundes Jurek Becker: Lieber Manfred, neulich habe ich allen Mut zusammengenommen und bin Deinem Rat gefolgt. Eine hübsche Frau hielt mir ein Buch zum Signieren hin und bat, ich sollte schreiben - Für Anna. Ich habe hingeschrieben - Für Anna - Jurek Becker, Pullmann-Hotel, Zi. 416. Um es kurz zu machen: Aus der Sache ist nichts geworden. Du musst mir das noch mal genauer erklären.
Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 04.02.2007, Nr. 5 / Seite 62