Von Peter Lückemeier
04. November 2007 Mehrere Leser wollen wissen, wie unsere neue Redaktionsassistentin Mascha aus Georgien genau aussieht. Ganz einfach: wie Katie Melua, nur noch 'nen kleinen Tick schöner. Im Übrigen haben wir keine Zeit für solche Nebendinge, es gibt Wichtigeres, etwa die Beschäftigung mit Peter Maffay.
Seltsam, dass er und seine Musik noch immer so viele Aggressionen wecken. Schon vor Jahren sagte der Komiker Ingo Appelt über den Sänger und Tonsetzer: Der Herbst ist der Peter Maffay unter den Jahreszeiten: Jeder kennt ihn, keiner will ihn, und trotzdem kommt er immer wieder. Auch jetzt ist er wieder da, er hat Bunte ein Interview gewährt, in dem er schöne Dinge sagt über sich und seinen kleinen Sohn: Wenn ich nicht da bin, ist bei ihm ein Defizit erkennbar. Übrigens interessiert sich der kleine Mann für ältere Mädchen, und sein Vater vermutet, dass der Junge irgendwann mal sagen wird: Papa, das ist meine Freundin. Ich bin 16, und sie ist 31. Wir aber, die wir die Männer kennen, glauben das nicht. Es scheint uns wahrscheinlicher, dass Maffay jr. eines Tages sprechen wird: Papa, das ist meine Freundin. Ich bin 57, und sie ist 28.
Schlagerfuzzi Rossi ganz ohne Schlips
Denn dass der Trend zur jungen Frau anhält, bestätigen unter anderen Fürst Albert und der französische Staatspräsident Sarkozy (52). Gerade frisch geschieden, soll der Franz-Mann ein Auge geworfen haben auf die hübsche Blondine Tinka Milinovic (33), die, wie Bunte es beziehungsreich formuliert, eine passionierte Flötenspielerin ist. Und dass Fürst Albert (49) bald die 20 Jahre jüngere südafrikanische Schwimmerin Charlene heiraten wird, das pfeifen ja die Spatzen von den Druckmaschinen der Knallblätter.
Übrigens kann der immer noch leicht spätpubertär wirkende Albert eine Image-Aufwertung deutlich gebrauchen, denn in Neue Welt sagt ein langjähriger Hofkenner, wenn dessen Vater Rainier einst einen Saal betrat, sind alle verstummt. Wenn hingegen Albert in einen Raum kommt, muss ein Bodyguard sagen: ,Der Fürst ist da!' Wahrscheinlich ist Albert von seinem Herrn Papa nicht früh genug auf würdevolle Auftritte vorbereitet worden. Anders Otto Schily, dessen Vater nach Bunte-Ermittlungen Vorstandsvorsitzender eines Stahlwerks in Bochum war: Otto und sein jüngerer Bruder Konrad spielten als Kinder im elterlichen Garten Krocket - und trugen dabei Krawatte!
Ganz ohne Schlips zeigt sich in Das Neue Blatt der aus Argentinien stammende Schlagerfuzzi Semino Rossi seinen dennoch schwerst begeisterten Fans der Generation Kukident. Sie knipsen ihn und schmachten ihn an, dass jeder Nichtschlagerfuzzi denken muss, wenn die jetzt etwas jünger und etwas hübscher wären, dann hätte man eigentlich lieber Schlagerfuzzi werden sollen. Aber hören Sie, was Semino Rossi, der sich zunächst als Straßensänger durchjodelte, dann aber mit dem bestimmt wundervollen Album Tausend Rosen für Dich sich tief in die Dekolletés seiner Anhängerinnen sang, was der so alles in seiner Fanpost findet: Kleine Ketten, Manschettenknöpfe, aber auch Telefonnummern, Heiratsanträge - ja, und viele direkte Angebote: Einige Frauen wollen sogar mit mir ins Bett gehen!
Fühlte mich körperlich sofort zu ihm hingezogen
Wir wissen, Männer, was jetzt in Ihnen vor sich geht. Wir sehen förmlich, wie der Neid in Ihnen zischt wie ein Nervenschmerz. Andererseits trösten Sie sich mit dem Gedanken, dass Frauen, die mit einem ihnen nur vom Fernsehen und aus Das Neue Blatt bekannten Schlagerfuzzi ins Bett steigen wollen, doch wohl ein Rad abhaben müssen. Aber wenn es nun total hübsche Mädels mit Rad ab wären, die wie Katie Melua aussähen, dann dächte man ja wohl wieder anders und fände sie klasse, nicht?
Wer übrigens ja auch recht offensiv zu sein scheint, das ist Heidi Klum. Im amerikanischen Fernsehen erzählte sie jetzt laut Bunte, wie sie ihren Gatten Seal kennengelernt hat. Sie sah ihn in einer New Yorker Hotellobby und dachte: Wow! Der Sänger habe eine enganliegende Radlerhose getragen: Ich sah alles, das ganze Paket, ich fühlte mich körperlich sofort zu ihm hingezogen. Da sieht man's mal wieder. Die Frauen reden immer von Charme, tiefer Stimme, schönen Händen und gutem Charakter, aber in Wirklichkeit zielen sie nur auf das ganze Paket, ts, ts.
Ganzkörperfotos im Internet?
Zum Schluss etwas Aufbauendes. Lernen Sie Kritik üben, aber richtig, mit Frau im Spiegel. Bedenken Sie bitte, steht dort, das Wörtchen bitte wirke stets motivierend, die beiden Wörter schon wieder erzeugen nur Widerstand. Aber Moment mal, da kann ja etwas nicht stimmen. Wenn Sie als Mann zu Ihrer Gattin sagen: Du, Schatz, ich muss dir was beichten. Und die Gattin antwortet: Aber bitte nicht schon wieder! - wieso soll das motivierend sein?
Ihre Anregung aber, Leser Erich N. (32) aus Essen-Bredeney, doch im Internet eine Informationsgrafik mit den Ganzkörperfotos aller unserer Assistentinnen einzurichten, müssen wir leider ablehnen. Wir werden doch der Neiddebatte nicht weiter Zunder geben.
Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 04.11.2007, Nr. 44 / Seite 66