Herzblatt-Geschichten
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Sie redet gern und viel

Von Peter Lückemeier

17. Juni 2007 Der hübsche Schauspieler Hugh Grant (46, immer noch oder wieder Single) hat jetzt in Bunte seine Beziehungstodesangst begründet. Er schrecke vor einer Heirat zurück, „weil alle Ehepaare um mich herum jede Leidenschaft und Passion füreinander verloren haben“. Lieber Hugh, vielleicht solltest du einfach öfter mal Das Neue Blatt oder Das Goldene Blatt lesen.

Dort würdest du erfahren, dass es durchaus Paare gibt, die das Feuer ihrer Liebe immer wieder anfachen. Barbra Streisand (85) hat die Freude an der Liebe neu entdeckt, als James Brolin in ihr Leben trat, und ist mit ihm von Herzen glücklich. Und der Schauspieler Ernst Stankowski (72) ist jetzt seit 45 Jahren verheiratet und hat sich „ganz selten“ mit seiner Gattin gestritten. Hatte er andere Frauen? Aber nicht doch: „Ich habe es meistens gar nicht bemerkt, wenn die Damen mich nett fanden.“

„Er macht überall Flecken. Wie ein dreijähriges Kind“

Eine solche Haltung scheint uns eine prima Grundlage für eine lange Bindung. Auch der Turner Fabian Hambüchen (19) dürfte mit seiner neuen Freundin in eine schöne Zukunft blicken, denn er findet in Bunte über seine schöne Russin nicht nur wunderschöne Worte der Bewunderung, sondern tut dies auch noch in der richtigen Reihenfolge: „Viktoria hat nicht nur eine tolle Figur, sondern einen Topcharakter.“

Ob freilich auch für die bevorstehende Ehe des Brötchenbäckersohns Sebastian Kamps und der TV-Moderatorin Gülcan Karahanci eine durch und durch positive Prognose abzugeben sei, dafür würden wir unser Brötchen nicht ins Feuer legen. Zu unterschiedlich erscheinen uns der eher ruhige junge Mann und die Quasselstrippe.

Sebastian in Revue über Gülcan: „Sie redet gern und sehr viel. Manchmal zu viel. Ich wache morgens auf und gucke sofort in ein grinsendes Gesicht, das unbedingt reden möchte.“ Aber auch Sebastians Angewohnheiten sind nicht so angenehm: „Sebastian schmiert sich ein Brot mit Marmelade, läuft mit Marmeladefingern durchs Haus und macht überall Flecken. Wie ein dreijähriges Kind.“

Aus Protest eine Glatze scheren

Wie wir jetzt von Kind auf Horst Seehofer kommen, wissen wir auch nicht. Wir wünschen seiner kleinen Baby-Tochter jedenfalls alles Gute und der jungen Mama auch, wollen aber noch schnell einen Rufer zu Wort kommen lassen. Guido Westerwelle (67) von der FDP klagt in Bunte, der Machtkampf in der CSU habe ein unappetitliches Stadium erreicht: „Ich kann nur allen unseren Lesern zurufen: Glauben Sie nicht, so wäre die Politik insgesamt.“

Na ja, Westerwelle, dazu könnten wir jetzt einiges ausrufen, müssen uns aber etwas grundsätzlicher auf einige Konflikte zwischen Kindern und Eltern konzentrieren. Sie alle kannten ja den inzwischen verstorbenen Milliardär Gianni Agnelli. Er sah toll aus, genoss das Leben, und jeder würde denken, er müsste auch ein angenehmer Vater gewesen sein.

Seine Tochter Margherita (52) aber klagt in Revue: „Wenn er nach Hause kam, schenkte er seinen Husky-Hunden mehr Aufmerksamkeit als uns Kindern.“ Und als sie sich aus Protest und Trotz eine Glatze scheren ließ, habe er nur höhnisch gelacht: „Gib's zu, du willst doch bloß mal wieder meine Aufmerksamkeit erregen.“

„Keine jugendfreien Träume

Ganz so zerrüttet geht es daheim bei Stimmungsbomber Roberto Blanco hoffentlich nicht zu. Aber immerhin fleht dessen etwas korpulente Tochter Patricia in Das Neue Blatt: „Bitte, Papa, hab mich wieder lieb!“ Pflichtgemäß hat ihn die Reporterin des Blattes bei seiner Geburtstagsfeier auch auf die Tochter angesprochen, „doch bereits in dem Moment, als der Name Patricia fällt, gefriert ihm sein strahlendes Lächeln“.

Ja, wir ahnen dunkel, dass sich in der Welt des Glanzes auch viele hässliche Szenen abspielen müssen, und sind deshalb für so offene Worte dankbar, wie Fernsehpfarrer Jürgen Fliege sie über sich selbst findet: „Erstens bin ich ungeduldig, zweitens meinen Mitarbeitern gegenüber fordernd. Ich bin genau und kontrollierend, außerdem launisch.“

Im Übrigen melden wir uns jetzt sofort zum Kochkurs an, nachdem wir in Frau im Spiegel erfahren haben, dass das Schnippeln von Paprika unglaublich erotisierend auf Frauen wirkt: „Elegant sah das aus. Erotisch. Männlich. Da weiß endlich mal einer, was er mit seinen Händen anfangen kann, dachte ich ehrfürchtig, kam ins Träumen. Keine jugendfreien Träume.“

Wir werden heulend zusammenbrechen

Zum Schluss aber wollen wir uns jetzt an dich wenden, Schlagersänger mit dem doofen Namen G. G. Anderson (57). In Bunte prahlst du: „Meine erste Weihnachts-CD ist fertig.“ Und fügst exhibitionistisch hinzu: „Als ich das letzte Lied eingespielt hatte, bin ich zusammengebrochen, habe eine halbe Stunde vor Glück und Erschöpfung geheult.“

Wir versichern dir hiermit, G. G. Anderson (57), dass wir diese Wahnsinnsweihnachts-CD natürlich anhören und danach sicherlich auch heulend zusammenbrechen werden. Ob vor Glück, das werden wir dir dann noch zurufen.

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

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