Herzblatt-Geschichten
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Sekt aus dem Schuh

Von Peter Lückemeier

19. März 2006 Auch Männer sind manchmal seltsam. So sollte man doch denken, daß Boxer keinen Spaß daran haben, Schläge einzustecken. Die „schonungslose Beichte“ einer Domina in Bild enthüllt dagegen bei „einem bekannten Boxer“ einen sonderbaren Hang zum Masochismus:

„Dem mußte ich immer die Fahne seines Heimatlandes ins Gesicht peitschen.“ Politiker dagegen dürsteten nach Flüssigem: „Ein Bundestagsabgeordneter war ganz einfach glücklich zu machen: Er saß auf dem Boden, trank Sekt aus meinem Schuh. Danach leckte er die Absätze ab.“

Werden wir romantischer. Fast alle Blätter sind sich ja darin einig, daß Fürst Albert von Monaco in der südafrikanischen Schwimmerin Charlene Wittstock (28, durchtrainiert, 1,76 Meter groß und 62 Kilo schwer) die Frau fürs Leben gefunden hat. Unseren Segen haben die beiden, denn die junge Dame sieht ziemlich süß aus, mit jenem Hauch von Unvollkommenheit, der ein Gesicht interessant macht.

„Gleich beide Arme abhacken“

Hoffentlich wird sie sich nach der Hochzeit mit ihrer Schwägerin Caroline verstehen, der von ihrem Ex-Schwager Daniel Ducruet allerdings ein extrem schlechtes Zeugnis ausgestellt wird. In Bunte klagt der (igitt) Ex-Fischhändler, Prinzessin Caroline habe ihm von Anfang an eine gewisse „Verachtung“ entgegengebracht. Sie sei „arrogant, unsensibel, berechnend, kein guter Mensch. Sie interessiert sich für niemanden außer für sich selbst.“

Harte Worte. Ja, manche Menschen denken und sprechen so entsetzlich roh. Auch die sehr blonde Cora Schumacher, Gemahlin des jüngeren Rennfahrer-Bruders, verteidigt in Bunte die Rumraserei ihres Gatten mit eher rüden Sprachbildern: „Wenn ich ihn jetzt bitten würde aufzuhören, könnte ich ihm auch gleich beide Arme abhacken.“ Nein, wir finden es schöner, wenn sich Aggression oder Ironie lieber gegen einen selbst richten, so wie beim Geiger Andre Rieu, der in Neue Welt sagt: „Ich bin nichts anderes als ein alter, scheußlicher, dicker Fettmann von 56 Jahren, der immer jung bleiben möchte.“

Ja, Wünsche nehmen wir gern entgegen, ob sie auch erfüllt werden, steht auf einem anderen Blatt. Wie hart das Leben sein kann, erfährt man aus Das Goldene Blatt, in dem auf der einen Seite Heidetraud B. Unfaßbares erlebte: „Sie wollte Kopfschmerztabletten - und landete im Irrenhaus“, und auf der anderen Seite Evelyn M. gesteht: „Ich leide an Kleptomanie.“

„Du verdienst ja auch mehr Geld“

Damit nicht genug, hat Anke S. aus Stuttgart in Echo der Frau einen echten Schocker erlebt: „Sag mal, Anke, stimmt alles zwischen dir und Wolfgang?“ wollte eine Freundin wissen. Sie hatte gesehen, wie Wolfgang ein zwielichtiges Lokal aufsuchte. „Wahrscheinlich ein Fall im Milieu“, sagte Anke, schließlich ist ihr Mann Rechtsanwalt. Doch die Freundin blieb weiter skeptisch: „Es war ein Schwulenlokal.“

In der Tat gibt es viele Gründe, warum Männer und Frauen sich das Leben schwermachen. Ungleich verteilte Aufgaben sind einer davon. So sagt der CDU-Politiker Christoph Böhr in Bunte auf die Frage „Sie lieben die Arbeit im Garten?“ - „Ja, sehr. Aber zu 99 Prozent macht das meine Frau.“ Auch Neid ist einer Ehe nicht zuträglich. Schauspieler Ryan Phillippe (31) „rang mit der Fassung“, als seine Gattin Reese Witherspoon mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Und diese Mißgunst ist nicht neu, schon im Jahr 2002 ließ er ihr laut Bunte den Vortritt mit den Worten: „Nach dir, du verdienst ja auch mehr Geld.“

Aber wie schön ist es dagegen, wenn Mann und Frau einander von Herzen zugetan sind und sich nur das Beste gönnen. So wie Udo Jürgens und seine Gattin Corinna. Als der Sangeskünstler und Tonsetzer vor einiger Zeit mit einer ehemaligen Freundin essen ging, „nach wie vor eine bildhübsche Frau“, da hat seine Gattin nur fein gesagt:

„Sparsam ist er, weiß Gott“

„Ach, das ist aber nett, macht euch einen schönen Abend.“ Gut, die Ehe ist dann trotzdem in die Binsen gegangen, aber immerhin schreibt Bunte heute, die beiden wollten nie ein böses Wort über den anderen verlieren, und Udo habe sich auch materiell großzügig gezeigt: „Sparsam ist er, weiß Gott, aber nicht geizig.“

Manchmal schieben sich natürlich auch die Schwiegermütter störend in eine Beziehung. So kann es für eine junge Frau kein reines Vergnügen gewesen sein, bei der Mutter des Sängers Björn Casapietra einen Antrittsbesuch zu machen: „Meine Mutter“, erzählt „der attraktive Künstler“ freimütig in Echo der Frau, „reagierte oft extrem eifersüchtig. Es ging sogar so weit, daß sie die Geschenke meiner Freundinnen zerstörte.“

Das muß man sich mal vorstellen, da kommt so ein schüchternes junges Ding mit einer Pralinenschachtel, und die Mutter hackt wütend mit der Schere auf der Schachtel herum, zerstört die Packung, macht die Pralinen kaputt, das ist ja fast so schlimm wie das zerstrittene Ehepaar, das in Bild auf Schweine trifft, die sich im Dreck suhlen. Sie: „Verwandte von dir?“ Er: „Schwiegereltern.“

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 19.03.2006, Nr. 11 / Seite 68

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