Von Peter Lückemeier
23. Dezember 2007 Na, wie geht es Ihnen? Ein bisschen vorweihnachtlich gestresst? Und noch längst nicht alle Geschenke besorgt? Kein Problem, machen Sie es einfach wie Katerina Jacob, die in Neue Welt verrät: Meinem Mann schenke ich einen Tag gute Laune. Nun, da fragt man sich natürlich gleich, wie es denn sonst so bestellt sein mag um die Stimmung im Hause der Schauspielerin, doch halt! In adventlicher Milde wollen wir heute nur Positives schreiben. Dies tun wir durchaus im Geiste Jerry B. Givens (56), über den Bild die wunderschöne Schlagzeile textete: US-Henker (62 Menschen hingerichtet): ,Ich wollte niemandem wehtun.'
Nein, das wollen wir auch nicht. Normalerweise würden wir zum Beispiel jetzt mit Hugh Grant schimpfen, denn der britische Frauenschwarm traf sich laut Bunte mit einem Kumpel und einer schönen Asiatin in einem Londoner Restaurant zu einem etwas unflotten Dreier. Ein Augenzeuge: Hugh schob ihr den Finger in den Mund, der andere seine Hand unters Kleid. Mal nur nebenbei, liebe Leserinnen, sollte Ihr Partner jetzt sagen: Ist ja widerlich!, so glauben Sie ihm kein Wort. Genau das sind nämlich seine Vorstellungen von einem adäquaten Herrenabend.
Bei uns in Deutschland? Tote Hose!
Doch zurück zum Positiven. Wen wir heute einmal nachdrücklich loben müssen, sind unsere deutschen Ministerpräsidenten. Etwas neidvoll hatten wir ja in jüngster Zeit nach Frankreich geblickt, wo Präsident Sarkozy und seine Gattin sich liebten, trennten, scheiden ließen, wo Sarkozy sofort eine Neue an seine Seite zog, aber nicht irgendeine, sondern die Topschönheit Carla Bruni - und bei uns in Deutschland? Tote Hose! Na gut, bis auf Seehofer, auf den kommen wir noch, aber jüngst gibt es doch bemerkenswerte Klatschbelebungstendenzen in der Ministerpräsidenten-Riege.
Ausgerechnet der dröge Niedersachse Wulff machte mit einer hübschen Geliebten den Anfang, sie kriegt sogar ein Kind, nun hat sich der Schwabe Oettinger, dessen Gattin einen Geliebten hat, Bunte-tauglich gemacht. Das Blatt nahm seinen investigativen Auftrag mal wieder todernst und forschte der Trennung des Herrn Ministerpräsidenten von seiner recht hübschen Frau Inken im familialen Umfeld nach: Mein Sohn leidet sehr, auch wenn er das nicht zeigt, wird Mutter Oettinger zitiert. CDU-Kreise dagegen tun etwas, was CDU-Kreise oft und gern tun, sie vermuten irgendetwas, im konkreten Fall mehrere mögliche junge Geliebte des Politikers, was den Vater Frau Inkens zu der Feststellung inspiriert: Jetzt fragt man sich doch, wer wirklich für das Scheitern verantwortlich ist.
Noch ein Tipp für Til Schweiger
Revue dagegen sieht den Politiker klar als Gehörnten: Wann hat es das in Deutschland je gegeben, dass ein amtierender Regierungschef mit einem Riesengeweih rumlaufen muss! Schon werde in Oettingers Umgebung gewispert, die Angelegenheit werde ihm politisch schaden: Auch bei uns im Ländle ist ein betrogener Mann eine Witzfigur. Wir aber denken mal wieder positiv und empfehlen hiermit Herrn Oettinger, alsbald seine männliche Attraktivität wiederherzustellen. Am besten, indem er Herrn Präsidenten Sarkozy seine Carla Bruni ausspannt.
Auch für dich, Schauspieler Til Schweiger, haben wir einen Tipp. In Revue klagst du über deine Prominenz und die Anstrengungen, unerkannt zu bleiben: Ich habe schon alles versucht. Zum Beispiel eine Baseball-Mütze aufgesetzt. Aber ich habe gemerkt, das bringt nichts, es erkennen mich trotzdem alle. Jetzt kommt unser Rat, Schweiger: Versuch mal, unter deiner Baseballkappe (tolle Maskerade) mit ruhiger, tiefer Stimme zu sprechen, statt mit deinem üblichen Quengelnervensägensound, das dürfte helfen. Und loben wollen wir dich für den folgenden Satz von schönster Logik: Das einzig Gute an einer Trennung ist, dass man wieder Single ist.
Unser Herz ist jetzt ganz bei Fergie
Was uns an den Slogan einer Spedition im Raum Bremen erinnert, über den wir schon viel nachgedacht haben: Unsere Leistung ist unsere Werbung. Was aber Leistung betrifft, noch schnell ein Lob an dich, Schlagerfuzzy Thomas Anders: Prima, wie du dich in Frau im Spiegel für die eheliche Treue aussprichst: Ich bin glücklich mit meinem Leben. Für die fünf Minuten Spaß würde ich das nicht aufs Spiel setzen. Unter uns gesagt: Für nur fünf Minuten lohnt sich das tatsächlich nicht.
Natürlich gedenken wir vor Weihnachten der Einsamen. Unser Herz ist jetzt ganz fest bei dir, Herzogin von York, geborene Fergie. Wieder einmal bist du ausgeschlossen, wenn die Familie Windsor das Christfest feiert, du Arme! Und auch du, kleine Anna-Felicia, bist allein zum Fest, wenn Horst Seehofer bei seiner anderen Familie weilt. Aber wir schließen uns der bangen Frage von Bunte an: Ob die Kleine wenigstens ein Geschenk vom Papa bekommt? Jetzt aber Schluss, wir müssen unsere Redaktionsassistentin Kateryna zum Zug nach Polen bringen. Was aber deutlich länger als fünf Minuten dauert.
Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Bildmaterial: AP, ddp
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