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„Räum' gefälligst auf“

Von Jörg Thomann

Kann ziemlich streng werden, wenn Barack nicht aufräumt: Michelle Obama

Kann ziemlich streng werden, wenn Barack nicht aufräumt: Michelle Obama

08. November 2009 Nur damit ihr es wisst, ehemalige Tennisprofis: Wir glauben euch jetzt gar nichts mehr. Gerade erst haben wir verkraften müssen, dass uns Boris Becker, was die Umstände der Zeugung seiner Tochter betrifft, über all die Jahre einen Besen aufgebunden hatte. Nun folgt Andre Agassi, der so viel richtigstellen muss, dass er ein ganzes Buch geschrieben hat. So hat sich Agassi jahrelang, um seine wachsende Platte zu verbergen, mit einem schrecklichen Kajagoogoo-Gedenktoupet verunstaltet. Auch gesteht er seine jahrelange Abhängigkeit von Crystal Meth, was keine Dame, sondern eine Droge ist. Zum Glück ist er heute clean und glücklich liiert mit Steffi Graf, für die er, wie es Bunte wiedergibt, schon 1999 schwärmte: „Ich habe noch nie eine so wunderschöne Frau gesehen.“ Wie gesagt, er war damals auf Drogen.

Mit Crystal Meth würden wir uns nie abgeben, durchaus aber mit Megan Fox (23). Sie gilt in Hollywood als eine Art Remake von Angelina Jolie, nur elf Jahre jünger, ohne Mutterinstinkt und ohne Brad Pitt. Ihren aktuellen Film „Jennifer's Body“ haben wir nicht gesehen, wohl aber Fotos von Megan Fox. Viele Fotos. „Ich erzähle oft, was Journalisten hören wollen, besonders die hechelnden von den Männermagazinen“, erklärt Fox im Gespräch mit Gala, die leider ein Frauenblatt ist und eine Journalistin zu Fox geschickt hat. Prompt verkündet diese, was gar keiner hören will, nämlich dass sie monogam, sittsam und bieder sei: „Ich bin viel zu Hause und male. In Öl.“ Schönen Dank auch, Gala. Wir freuen uns schon auf die prickelnden Enthüllungen, die du für deine nächste Ausgabe ankündigst: „Richard Gere über seine glückliche Ehe und seinen treuen Hund Billie“ und „Renee Zellweger: Ich bin so wahnsinnig harmoniesüchtig!“

„Du bist der geilste Typ der Welt!“

Miteinander nicht mehr glücklich sind Natascha und Uwe Ochsenknecht, die sich getrennt haben. „Uwe braucht eine andere Frau“, schimpft Natascha im Goldenen Blatt. „Eine, die ihm sagt: Du bist der geilste Typ der Welt - und brauchst den Müll nicht rauszutragen!“ So eine aber hat nicht mal Obama. Gattin Michelle, lesen wir in der Bunten, verteilt lieber kleine gelbe Klebezettel im Weißen Haus, auf denen steht: „Räum' gefälligst auf“. Wir finden das respektlos und unproduktiv. Zettel holen, Stift holen, schreiben, kleben - in der Zeit, die all das kostet, hätte sie längst selbst aufräumen können.

Zum Glück gibt es noch Männerversteherinnen. Etwa Frau Klara, die sich in Neue Welt das Gejammer von Karolin J. (29) über ihren Freund anhören muss: „Er selbst ist ja süß und ein ganz lieber Mensch. Aber sein Geschmack passt nicht zu meinem. Ein knallgrüner, rasenartiger Teppich im Schlafzimmer - von dem guten Stück will er sich nicht trennen. Auch nicht von der Micky-Maus-Leuchtschrifttafel, die jetzt unser Esszimmer verschandelt.“ - „Die Geschmäcker sind nun mal verschieden“, antwortet lebensklug Frau Klara. „Aber wollen Sie von solchen Differenzen wirklich Ihr Lebensglück abhängig machen?“

Hausbesuche mit geldlosem Verkehr

Nur Gutes über ihren Freund hört man von der neuen Herzdame Ottfried Fischers: „Ottfried ist ein Sympathieträger, auch im privaten Bereich“, wird sie in der Frau im Spiegel zitiert. Im geschäftlichen Bereich ließe sich darüber wohl streiten, jedenfalls tut Fischer das gerade mit zwei Prostituierten, deren Hausbesuche er, wie Bunte spottet, „für geldlosen Verkehr gehalten“ hat. Dass Fischers neue Freundin in allen Blättern nur als Simone B. auftaucht, verstehen wir: Auch wir würden, wenn wir Ottfried Fischers Freundin wären, lieber anonym bleiben. In der Showbranche stößt dessen Fernsehbeichte laut einer Umfrage von Neue Welt auf Lob wie auf Kritik. Jürgen Drews preist ihn als „Vorbild, wie man mit solchen Situationen umzugehen hat“. Die Sache „megapeinlich“ hingegen findet die Sängerin Joy Fleming: „Und außerdem möchte man über solche Vorlieben doch höchstens bei einem George-Clooney-Typen etwas wissen“, sagt Fleming, die freilich selbst kein Megan-Fox-Typ ist.

Schon eher in die Richtung geht Brooke Shields, jedenfalls als sie jünger war und mit Andre Agassi verheiratet. Seinerzeit, entnimmt Bunte dessen Buch, habe sich Shields ein Foto von Steffi Graf an den Kühlschrank geheftet, „weil sie sich deren tolle Beine antrainieren wollte“. Dem Gatten kam das nicht ungelegen. Uns hat das auf die Idee gebracht, mal mit unserer eigenen Ehefrau zu reden, von wegen Motivationshilfe und so weiter, aber vergebens: Sie will unsere Megan-Fox-Bildersammlung nicht am Kühlschrank haben. Der Bunten verrät Fox übrigens, warum sie eine Marilyn-Monroe-Tätowierung auf dem Unterarm trägt: als „Warnung davor, mich von der Filmindustrie so schlecht behandeln zu lassen, dass ich daran kaputtgehe“. Eine tolle Methode der Selbstkontrolle, finden wir, und liebäugeln nun selbst mit einem Otti-Fischer-Tattoo. Wir fürchten nur, wir haben nicht genug Platz.

Text: F.A.S.
Bildmaterial: AFP, AP, ddp, dpa, The Canadian Press

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