Von Peter Lückemeier
03. Februar 2008 Hier bei uns im fünften Stock in der Frankfurter Hellerhofstraße tobt der Karneval, bis der Arzt kommt. Auf der Konferenz vorhin trugen alle Redakteurinnen und Redakteure Pappnasen und Riesenohren und so Brillen, die riesengroße Augen machen, es war furchtbar komisch. Am lustigsten drauf ist aber unsere neue kroatische Redaktionsassistentin Jasminka (23) mit ihrem wunderbaren Lachen, ihrer Wespentaille und ihrer sehr, sehr ordentlichen Körbchengröße.
Sie hat sich in ein Tanzmariechenkostümchen geworfen, in dem ihre superhübschen Beine bestens zur Geltung kommen, und hopst hier immer über den Flur, während wir uns mit ernsten Dingen beschäftigen. Und wir müssen sogar mit einer Warnung beginnen. Sollten Sie, Männer, übergewichtig sein, so bitten wir Sie höflich, mit dem Abnehmen anzufangen, und zwar sofort.
Wir undskyldigen uns hiermit bei allen Dänen
Falls Sie nämlich weiter machen wie bisher, kann alles so schlimm enden wie beim Schauspieler Peter Kern, der jetzt 165 Kilo wiegt und in Bunte seufzt: Mein ganzer Körper ist ein Stück Unglück. Ich bin hochsensibel und trage in meinem dicken Bauch das ganze Unglück, das Leid und die Qual der Welt mit mir herum. Ach, ist das furchtbar. Aber wo wir gerade dabei sind, Männer, Sie sollten bitte auch Ihren Alkoholkonsum etwas drosseln. Damit es Ihnen nicht so geht wie dem Schlagersänger Freddy Breck (66), der bei einem Auftritt in Dänemark so betrunken gewesen sein soll, dass er nach Darstellung von Neue Welt bei einem Auftritt in der Sønderjyllandshalle auf der Bühne gelallt hat.
Herr Breck bestreitet aber diese Vorwürfe, hicks, in Wahrheit habe er nur versucht, seine Gäste auf Dänisch zu begrüßen. Was ziemlich glaubwürdig klingt, denn bei einer Sprache, die der aus Frankreich stammende dänische Prinzgemahl Henrik als Rachenkrankheit bezeichnet, kann man Dänisch schon mal mit Lallen verwechseln. Undskyld! Das heißt Entschuldigung, wir undskyldigen uns hiermit bei allen Dänen für die Verunglimpfung ihrer Sprache.
Du stinkst wie eine Schnapsbrennerei
Wie Sie alle wissen, ist die Firma von Franjo Pooth, dem Gatten Verona Feldbuschs, in die Insolvenz geraten. Zerbricht die Liebe am Geld?, fragt deshalb Revue. Doch in Bunte erfahren wir gottlob, dass bei den beiden alles in Butter ist: Ich liebe Franjo über alles, und ich würde wirklich mein Leben für ihn geben. Ja, solche großen Lieben gibt es noch, die in ihrer Beständigkeit sogar in höchste Opferbereitschaft münden können.
Auch die Beziehung zwischen Charles und Camilla ist ja eine solche Lebensliebe - wäre sie bloß nicht durch Camillas Trinkgewohnheiten so arg belastet. Neulich, schreibt Echo der Frau, habe die Sechzigjährige schon am frühen Vormittag nach Brandy gerochen, der Thronfolger sei außer sich gewesen: Du stinkst wie eine Schnapsbrennerei und machst uns alle lächerlich!
Gehirnjogging mit der Hundemutti
Aber ob das stimmt? Ob er das wirklich gesagt hat? Wir sind Echo der Frau gegenüber ein bisschen skeptisch geworden, auch weil das Blatt unter der Überschrift Sind Sie ein Rätsel-Genie? so geniale Fragen stellt wie diese: Bei einer Klassenarbeit nicht erlaubt ist der A. Speckzettel B. Spechtzettel C. Spickzettel D. Spackzettel? Wenn aber von Genies die Rede ist, so müssen wir der blonden Fernsehmoderatorin Sonya Kraus (34) Erwähnung tun, die für eine Schauspielrolle siebzig Seiten Dialog lernen musste, Gott, stellen Sie sich vor: siebzig Seiten! Folgerichtig prahlt sie dann auch in Bunte: Es war eine riesige Herausforderung - wie Gehirnjogging.
Ehe wir jetzt aber der Versuchung erliegen, einen Blondinenwitz zu erzählen (Warum freut sich eine Blondine so, wenn sie ein Puzzle nach sechs Monaten fertig hat? Weil auf der Packung stand: sechs bis acht Jahre, hehe), wollen wir petzen, was Sonya Kraus (34) voll pumpenmäßig auf die Frage sagt, ob sie sich Kinder wünsche. Sie verweist da auf ihre beiden Hunde und sagt: Als Hundemutti kann ich das ganze mütterliche Gefühl momentan da reinpumpen.
70 Jahre und noch immer ein Frauenheld
Ob Jack Nicholson auf Sonya Kraus stehen würde, wenn er sie bei einer Pressekonferenz kennenlernte? Wahrscheinlich schon, denn er sagt in Revue, er sei trotz seiner 70 Jahre noch ein Frauenheld: Wenn ich eine Frau etwas direkter anspreche, in der Öffentlichkeit oder bei Pressekonferenzen, ist das zwar ein Spaß, aber ich hoffe trotzdem insgeheim, dass ich eine positive Reaktion bekomme. Dass sie sagt: ,Lass uns uns heute Nacht vorm Hotel treffen.' Hey, ich wäre da. Aber Nicholson berichtet nicht nur über solche Altherrenphantasien, er sagt auch Bedenkenswertes: Wenn man zurückblickt, bedauert man eigentlich selten etwas, das man getan hat. Man bedauert eher Dinge, die man nicht getan hat.
Da dachten wir: Jack Nicholson hat recht. Und da riefen wir nach Jasminka (23) und fragten sie, ob wir gemeinsam Sachen tun wollten, die wir bisher nie gemacht hatten. Au ja, sagte sie. Und dann sind wir zusammen auf eine Fastnachtssitzung gegangen.
Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 03.02.2008, Nr. 5 / Seite 58
Bildmaterial: AP, ASSOCIATED PRESS, dpa
Katapultartiger Anstieg: Immer mehr hessische Väter beantragen ![]()
Nanga Parbat: Rettung in dünner Luft
Fast jeder vierte Betrieb bei Lebensmittelüberwachung beanstandet
Neues Buch: Die Eltern haben die tote Maddie versteckt“
Leiter der JVA Rottenburg: "Mehr als Arbeit, Tristesse und dünne Suppe"
