06. September 2004 Erst müssen wir übers Reiten reden. Ganz offensichtlich entfaltet es eine erotisierende Wirkung. "Zudem eilt besonders", weiß 7Tage, "den Olympia-Reitern der Ruf voraus, während der Spiele gerne mal amourös über die Stränge zu schlagen." So soll es auch bei Alvaro Alfonso de Miranda Neto gewesen sein, dem hübschen Reiter-Freund der geldattraktiven Athina Onassis. "Ob's wirklich zum Seitensprung kam, blieb aber ungeklärt." Auch in der deutschen Reiterei galoppieren die Gerüchte. Sie alle wissen ja, daß Barbara Beerbaum vor Jahren ihren Gatten Paul Schockemöhle von der Leine ließ und sich zu Ludger Beerbaum auf den Sattel warf. Nun aber hat die reizend aussehende Einundfünfzigjährige nach den genauesten Recherchen von Neue Revue in den Spiegel geschaut und kam zu dem Ergebnis: "Ich bin zu alt für ihn, ich bin zehn Jahre älter als er. Ich muß gehen, bevor alles zu spät ist."
Das ist ja furchtbar. Wir finden, Frau Beerbaum, Sie handeln falsch. Sie sollten sich nicht vom Jugendwahn infizieren lassen und lieber auf die Kabarettistin Lisa Fitz (52) hören, die in Das Goldene Blatt sagt: "Man darf sich nicht ins Bockshorn jagen lassen von seinem Spiegelbild." Denn schauen Sie mal, gnädige Frau, natürlich finden Männer junge Frauen klasse, aber oft merken sie doch schnell, welche Nachteile mit mangelnder Reife verbunden sind. Wir zum Beispiel waren neulich mit dieser reizend aussehenden Redaktionsassistentin in ihrer hautengen schwarzen Hose und der appetitanregend aufgeknöpften Bluse weg, aber sie hatte drei Handys dabei, die dauernd klingelten. Außerdem sprach sie so unintelligent und benutzte an allen unpassenden Stellen die Wörter "hey!" und "irgendwie", daß wir uns - hey! - irgendwie bald verabschiedeten. Wieder daheim, sehnsuchtsvoll auf unser großes Angela-Merkel-im-Sonnenuntergang-Poster überm Bett geblickt und gedacht: "Hey, Schönheit und Jugend allein reichen irgendwie doch nicht aus." Als wir dann auch noch ein wenig in 7Tage blätterten, waren wir außerdem recht froh, nicht bei der englischen Königin angestellt zu sein, denn: "Während die Queen ißt, dürfen ihre Bediensteten keinen Mucks von sich geben, weder niesen noch husten."
Wir wissen nicht, ob dänische Butler am dortigen Hofe ungeniert herumhusten dürfen, aber die Königin dürfte derzeit andere Sorgen haben. Übereinstimmend berichtet nämlich die gesamte Knallpresse von Neue Welt bis Bunte von schwerstkrisenhaften Entwicklungen in der Ehe ihres Sohnes Joachim (35). Immer öfter soll er seine entzückende Gattin Alexandra (allerdings schon 40) allein lassen, die Ehe existiere nur noch auf dem Papier. Und es "werden immer schlimmere Gerüchte verbreitet", klatscht Das Neue Blatt. "Mal wird behauptet, Joachim habe in Wahrheit ,überhaupt kein Interesse an Frauen'. Mal heißt es, Alexandra habe sich längst mit ,einem Barmann in Kopenhagen' getröstet." Wir wollen uns ja nicht einmischen, finden aber, daß du, junger Prinz, dich mehr um Frau und Familie kümmern solltest, denn dein Verhalten fördert die Männerverdrossenheit.
Bei Shirley MacLaine ist sie bereits dermaßen ausgeprägt, daß sie dem stern sagt: "Je mehr ich über Männer in Erfahrung bringe, desto mehr liebe ich meinen Hund." Verzichtet sie also komplett auf Männer? Nein: "Ich bin schließlich eine Frau mit Bedürfnissen, die kann mir ein Hund nicht alle erfüllen." Puh, das ist ja doch irgendwie beruhigend. Gleichfalls gut gefallen hat uns die Antwort des Schauspielers Robert Stadlober (22), von dem Bild am Sonntag wissen wollte: "Wer küßt besser - Männer oder Frauen?" Der vielseitige junge Mann sagt unbeschwert, es komme drauf an: "Ich hatte schon Frauen, die unglaublich beschissen geküßt haben, aber auch schon Männer, die es nicht draufhatten." Sehr interessant. Man muß überhaupt mit dem Küssen sehr vorsichtig sein. Das berichtet in Frau im Spiegel zumindest Thomas Gottschalk, der ja jetzt auch endlich seine Biographie schreiben ließ: Mit 17 verliebte er sich in Bonita-Maria C. Goodman, halb englisch, halb indisch. "Als Thomas es endlich schafft, sie zu küssen, nimmt sie den Kuß mißverständlich als Eheversprechen."
Jetzt noch drei Fragen. Wußten Sie, daß der vorbestrafte Ex-Tennisspieler Boris Becker einen Reinlichkeitsfimmel hat? Doch. Dem Modemagazin Best Fashion verriet er: "Ich muß mindestens dreimal am Tag duschen." Zweite Frage: Was servierte Frau Reich-Ranicki beim Versöhnungstreffen ihres Gatten mit Walter Jens? Leberwurstbrote! Ist das nicht seltsam? Und ahnen Sie, was Wirtschaftsminister Clement laut Bunte zu unserem immer dicker werdenden Außenminister Fischer gesagt hat? "Von der Seite sieht es so aus, als wenn Sie mal wieder laufen müßten." Wir aber, lieber Herr Bundesminister, würden gern ergänzen: Hey, von vorne auch. Nicht nur irgendwie.
Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 05.09.2004, Nr. 36 / Seite 58