Herzblatt-Geschichten

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Die Ehe ist heilig

Von Alexander Marguier

16. März 2008 Jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie wären Lothar Matthäus und müssten in Bunte Sätze wie diese über sich lesen: „Die Ehe ist für mich heilig, doch er hat mich belogen und betrogen, und das habe ich nicht verdient.“ Oder: „Ich hätte gedacht, dass wir beide den Wert von Ehe und Familie zu schätzen wissen. Wenn ich gewusst hätte, wie Lothar sich mal benimmt, hätte ich ihn nie geheiratet.“

Oder auch: „Anfangs habe ich geweint, aber jetzt nicht mehr. Lothar verdient keine einzige Träne von mir!“ Wäre Ihnen das nicht total peinlich? Frauen können eben gnadenlos sein, besonders wenn sie verheiratet sind und wegen einer zwanzig Jahre alten Schülerin namens Liliana sitzengelassen werden.

Hauptsache, wir sind die Alte los

Andererseits sieht Marijana Matthäus auf den Bildern in Bunte irgendwie total verkniffen und berechnend aus, und unsereiner würde sich da womöglich sagen: Interview hin oder her, Hauptsache, wir sind die Alte los. Doch anstatt die Sache auf sich beruhen und Gras drüber wachsen zu lassen, hat der Herr Rekordnationalspieler nichts Besseres zu tun, als in Bild online seinerseits schlecht über die Gemahlin zu reden.

Suchtgefährdet: Klein-Amalia geht neben Junkies zur Schule Mach dich vom Acker, Flocke-Tier! Will den keine? Albert wird 50 und ist immer noch solo Ob Camilla ein Pareo steht?

Und zwar vor laufender Kamera, ganz loddar-like: „Also, meine Frau ist sehr maderiell bezogen, und das hab' ich auch gern gemacht. Wir haben auf höchstem Niveau gelebt. Wenn ich daran denge, wie sie vor viereinhalb Jahren gelebt hat, dann ist das schon ein Underschied wie Dag und Nacht. Andererseits hat sie ja auch ihr Gesicht verkauft in diesem Inderview, denn ich weiß, wie viel Geld sie dafür bekommen hat.“

Wir leider nicht, und deshalb jetzt mal Hand aufs Herz, Bunte: Bei euch gibt's Kohle für Interviews? Wie viel springt denn da raus für ein zünftiges Ehepartner-Bashing? Hätten wir halt gern mal gewusst, einfach so, man weiß ja nie.

Harald Schmidt und der „Musikantenstadl“

Apropos „Gesicht verkauft“: Kennen Sie noch Harald Schmidt? Das ist der, der früher so lustig war und jetzt immer am Donnerstag Abend mit einem verhaltensauffälligen Jugendlichen Altherrenwitze reißen muss. Jedenfalls posiert dieser Harald Schmidt in Das Neue Blatt für eine „exklusive“ Fotoreportage an Bord der MS Deutschland („Meine Traumjobs auf dem Traumschiff - bügeln, kochen, kommandieren“).

Und zwar so, wie wir das bisher nur von Schlagersängern, Seriendarstellerinnen und von Heiner Lauterbach kannten: breit grinsend neben dem Kapitän, mit dem Kochlöffel in der Kombüse oder ganz entspannt im Liegestuhl. Vielleicht hat er ja gedacht: „Das merkt schon keiner, steht doch eh' nur im Neuen Blatt.“ (Pech gehabt, wir lesen alles!) Womöglich wollte Schmidt seine Fans aber auch nur sanft darauf vorbereiten, dass er demnächst den „Musikantenstadl“ moderiert.

Klein-Amalia in Todesgefahr

Was ist sonst noch passiert? Letizias Oma hat Palastverbot am spanischen Hof. Klingt erst mal hart, kann man aber verstehen. Laut 7 Tage hetzt die neunundsiebzigjährige Menchu Alvarez de Valle ihre Enkelin nämlich permanent gegen die Königsfamilie auf.

Hollands Kronprinzessin Màxima dagegen fürchtet nach Recherchen von Echo der Frau um ihre vierjährige Tochter, „denn sie ist sich sicher: Klein Amalia schwebt in Todesgefahr.“ Wie das? Ganz einfach: Neben Klein Amalias Schule in Den Haag „wurde eine private Suchtklinik eröffnet, ein ehemaliger Drogenabhängiger leitet die umstrittene Einrichtung“. Ein Skandal!

Trost spendet zum Glück ein Gedicht, das Leserin Annemarie Griese in 7 Tage zu Ehren des Eisbärbabys „Flocke“ verfasst hat: „Wie bist du süß, du kleiner Bär / Übst tapsig deine ersten Schritte / dein Kuschelfell gefällt uns sehr / hätten dich gern in unser Mitte.“ Wir ergänzen: „Mach dich vom Acker, Flocke-Tier / und lass dich nicht mehr blicken / denn das hier, das ist mein Revier / hau ab aus unserer Mitten.“

„Mich stört das Geschrei nicht“

Übrigens ist Albert von Monaco am Freitag fünfzig geworden, er soll nach einhelliger Meinung der gesamten Knallpresse jetzt endlich mal seine Freundin Charlene oder zumindest wen auch immer heiraten. Und zwischen dem britischen trouble couple Charles & Camilla ist wieder alles in Butter: Als der Thronfolger (59) unlängst an Bord der Yacht „Leander“ in der Karibik eintraf, wurde er dort bereits von der nur mit einem Pareo bekleideten Camilla (60) empfangen.

Echo der Frau war dabei und notiert: „Sein Lieblingsgetränk - ein Whisky von der schottischen Insel Islay - stand bereit, und aus den Lautsprechern klang Opernmusik. Das Personal war ,unsichtbar', und Camilla übernahm es persönlich, ihren Gatten zu umsorgen. Sie zogen sich schon sehr früh ins Schlafzimmer zurück.“ Na bitte, so geht's doch auch.

Überhaupt kann die Gesellschaft von den Senioren nur lernen! Das donnerstägliche Highlight an lakonischer Altersweisheit ist ja die Rubrik „Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt“ im Zeit Magazin Leben. Diese Woche wird unser allseits beliebter Altbundeskanzler danach gefragt, ob er sich manchmal durch kleine Kinder genervt fühle. Darauf Schmidt: „Ich bin schwerhörig, mich stört das Geschrei nicht.“



Text: F.A.S.
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa, picture-alliance/ dpa/dpaweb

 
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