Herzblatt-Geschichten

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Trend zum Schmuddel

Von Peter Lückemeier

09. März 2008 Wir in Hessen sind ja noch immer aufgeregt über den Wortbruch der SPD. Gewisse politische Vorbehalte gegenüber dem SPD-Bundesvorsitzenden Kurt Beck (59) wurden jetzt aber auch durch ästhetische ergänzt, seit wir in Bunte lasen, was der Pfälzer gern isst. Es handelt sich bei seiner Leibspeise um „Schnüffel“, also zerschnittene Schweinenasen, die in der „Metzelsuppe“ schwimmen. Jeder normal empfindende Mensch muss in einer Suppe schwimmende zerschnittene Schweinenasen als ekelerregend empfinden. Nicht so der pfälzische Ministerpräsident: „Beck bekommt glänzende Augen, wenn sie ihm serviert werden.“

Gott, ist das eklig. Immerhin macht der mit einer Friseurmeisterin verheiratete Schweinenasenesser Beck den Eindruck, mit allen Duftwassern gewaschen zu sein. Selbstverständlich ist das heute bei den Männern keineswegs, es scheint einen Trend zur neuen Schmuddeligkeit zu geben, selbst bei dem hübschen Schauspieler Orlando Bloom. Dessen Freundin hat laut Bunte aus olfaktorischen Gründen mit ihm Schluss gemacht: „Angeblich trägt er vom Shirt bis zu den Socken alles über eine Woche lang.“

Harald Schmidt : Ein „ganz normaler Mensch“

Auch Prinz Harry, Dianas Jüngster, hatte ja zehn Wochen inkognito an der afghanischen Front gekämpft und hinterher, wie die Sauberkeitsfanatiker von Frau im Spiegel leicht indigniert zitieren, sonderbar froh berichtet: „Oft habe ich mich vier Tage nicht gewaschen.“ Nun sind in England alle stolz auf Harry, und er kann seinen Kampf wieder daheim aufnehmen, wo es wirklich weh tut, an der Partyfront.

Auch Harald Schmidt wirkt derzeit völlig entspannt, er macht mit Revue eine Kreuzfahrt und hat eine Rolle auf dem ZDF-“Traumschiff“ übernommen. Er weiß, was die Passagiere von einem Zyniker wie ihm erwarten: „Wahrscheinlich denken die Leute, ich kippe als erstes einen Eimer Blut in den Frühstücksraum.“ In Wahrheit merkten die Leute jedoch, dass er ein „ganz normaler Mensch“ sei. Ist dieser Normalo durch die „wunderschönen Frauen an Bord“ sittlich gefährdet? Auf diese berechtigte Frage gibt Schmidt leider eine etwas ungalante Antwort: „Nee, das ist im Grunde, wie wenn man in einer Bäckerei arbeitet. Da isst man ja auch nicht den ganzen Tag Torte. Vielleicht nascht man mal in der Anfangszeit, muss dann kotzen und lässt es bleiben.“

Clooneys neue Dauerfreundin

Einer, der es nicht bleiben lässt, ist der schöne George Clooney. Obwohl der amerikanische Beau mehrfach beteuert hat, er sei für eine längere Partnerschaft ungeeignet, hat er sich wieder eine Dauerfreundin zugelegt. Sie heißt Sarah, ist 28, sieht ganz süß aus und hat sich auf die Partnerschaft mit George aufs Trefflichste vorbereitet. Sie war nämlich in Las Vegas in einem Nachtclub, wie Bunte fein anmerkt, „Mädchen für vieles (tanzen, kellnern, gute Laune)“.

Sollten aber Männer, die nicht mehr so strahlend jung und schön sind wie George Clooney, auch noch Freude haben an jüngeren Gefährtinnen? Das fragt der stern den Autor Martin Walser, der ja, wie Sie alle in der F.A.Z. im Vorabdruck lesen, über den alten Goethe (älter als 70) und die junge Ulrike (19) schreibt und jetzt vehement für solche Partnerschaften Partei ergreift: „Dass endlich Verständnis blüht! Für solche Unterschiede!“ Auch Thomas Gottschalk will von einem älteren Herrn wissen, wie das mit der Liebe und dem Begehren im Alter aussieht. Er befragt seinen Werbepartner, den Süßigkeitenhersteller Hans Riegel (85), und der alte Knabe bestätigt gern, „dass man dann immer noch gern hübsche Frauen um sich hat und sich für diese auch noch begeistern kann“.

Tanzen, kellnern, gute Laune

Das lässt uns Jüngere ja etwas hoffnungsfroher in unsere libidinöse Zukunft schauen. Wer solches Interesse an Frauen aber mit automatischem Kinderwunsch gleichsetzt, der irrt. Der schon zitierte George Clooney jedenfalls findet in Revue, dass Kinder ihn nervös machen: „Wenn ich das Bedürfnis habe, viele Kinder um mich zu haben, dann kann ich Brad und Angelina zu mir einladen. Danach weiß ich dann wieder, warum ich keine Kinder haben möchte!“

Ein etwas skeptischer Blick in die Welt. Wie heiter ging es hingegen zu, als Franjo Pooth, der Gatte von Verona Feldbusch, mit seinen Sparkassengeldgebern essen ging. Da muss der Wein in Strömen geflossen sein. Der stern jedenfalls zitiert die Prüfer: „Wir waren vor allem überrascht, wie viel manche Menschen offenbar vertragen können.“

Auch bei uns wird es von morgen an hoch hergehen, wir reisen nach Prag, trinken Schampus und hoffen, dass man uns dort keine Schweinenasensuppe vorsetzt. Wir machen dort einfach sieben Tage Party und sind auf der Suche nach einer neuen superhübschen Redaktionsassistentin. Was die können muss? Ganz einfach. Das Gleiche wie bei George Clooney: tanzen, kellnern, gute Laune.



Text: F.A.S.
Bildmaterial: AP, ddp, dpa

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