20. Dezember 2009 Auch bei unseren Prominenten kehrt in dieser Woche Ruhe und Besinnlichkeit ein. Gemeinsam mit ihren Lieben machen sie es sich unter dem Weihnachtsbaum bequem, um dem Rieseln des Schnees zu lauschen und nachdenklich ins flackernde Kerzenlicht zu blinzeln - von Ausnahmen abgesehen. Die Holy Night im Hause Woods wollen wir uns lieber nicht vorstellen. Wird sie womöglich wieder mit einer blutenden Stirn für Tiger enden, weil seine Frau Elin herausgefunden hat, dass sich hinter dem Bart von Santa Claus ein blondes Playmate versteckt?
Nur allzu gern würde Tiger Woods vermutlich mit Uwe Ochsenknecht tauschen, der unlängst Premiere mit dem Musical Hairspray in Köln feierte, was seinem ganzen Leben nicht nur an Weihnachten eine gewisse Konstanz zu geben scheint. Von der Umwelt abgeschottet, führe er derzeit in einem Hotel ein Dasein mit wenigen Höhepunkten: Er wache nachts auf, gehe zur Toilette oder hole sich etwas zu trinken. Nebenbei sinniert er darüber, was Frauen denn wirklich wollen. In Bunte beklagt sich der Charakterdarsteller über Frauenzeitschriften, von denen die einen schrieben, dass der moderne Mann heulen solle, die anderen, dass er rund um die Uhr geil drauf sein müsse. Kein Wunder, dass Ochsenknecht dringend Navigationshilfe benötigt: Seine Exfrau hat jetzt nämlich mit einem 25 Jahre alten türkischen Fußballspieler angebandelt
Wer ohne Sünde ist, schlage mit dem Golfschläger wild um sich
Aber grobe Altersunterschiede haben auch ihre Tücken: Eben noch Geliebte, morgen schon Krankenpflegerin. Das könnte jedenfalls Michelle Müntefering, geborene Schumann, demnächst blühen, wenn sie ihren Ehemann nachts wohin auch immer begleiten muss. Am bittersten jedoch dürfte Weihnachten in der Familie Rieu ablaufen, wo es sich laut Goldenem Blatt der Patriarch nicht nehmen lässt, selbst zum Instrument zu greifen: Johann-Strauss-Gefiedel nicht unter vier Stunden.
Was Tiger Woods darunter versteht, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Der Golfer, der nach Ansicht von Andre Agassi zu Unrecht durch die Welt gehetzt wird wie Jens Lehmann durch die Katakomben des Mainzer Stadions, soll nun auch noch laut Bild ein Kind fremdgezeugt haben, was wiederum dem brasilianischen Fußballer Ronaldo nicht mehr passieren kann, weil er sich sterilisieren ließ (Bild). Aber zurück zu Woods: Was hat er bloß angestellt, dass man ihn noch mehr bluten lässt als Silvio Berlusconi? Wenn wir das Neue Testament richtig verstehen, ist dessen Gott doch einer, der sich gerade unter Sündern stets am wohlsten gefühlt hat - aus gutem Grund lud er einfach die Freudenmädchen von der Straße ein, als keiner der Moralapostel zu seiner Party kommen wollte. Mit anderen Worten: Ohne Sünder wäre Gott mehr oder weniger arbeitslos. Die Botschaft des Neuen Testaments (zumindest in katholischer Lesart) lautet: verlieben, verloben, vergessen, verzeihen. Wer ohne Sünde ist, der werfe ein Souvenir oder schlage mit dem Golfschläger wild um sich. Nur wer sündigt, wird nicht zum Täter.
Rippe weg, um sich besser bücken zu können
Übrigens gibt es auch historische Vorbilder für Tiger Woods, wie uns 7 Tage lehrt. Dort ist die Rede von König Heinrich IV., der für eine Nacht mit einer Geliebten umgerechnet etwa zwei Millionen Euro hinlegte, was seine Frau nicht davon abhielt, sich nach seiner Ermordung mit der Mätresse anzufreunden. Einen anderen sachdienlichen Hinweis erhalten wir vom Neuen Blatt, wo der Lebensgefährte von Jutta Speidel sagt: Dass wir oft und heftig streiten, ist das Geheimnis unserer Liebe. Auch Boris Becker gibt seine Sympathien mit dem armen Sünder Woods zu erkennen - immerhin führt er die Hitliste der zehn peinlichsten außerehelichen Affären an, die demnächst sicherlich von Sonja Zietlow auf RTL präsentiert werden.
Jedenfalls lässt sich Becker in dem Magazin über das angeblich konservative Miteinander zwischen Andre Agassi und Stefanie Graf wie folgt aus: Wie anstrengend! Die können sich nie scheiden lassen. Den allerwichtigsten Beitrag zur Debatte liefert diesmal übrigens nicht Peter Sloterdijk (Du musst dein Leben ändern), sondern der Schauspieler Daniel Brühl, der in Gala bekennt: Das Leben wäre ein Graus, wenn es keine Lügen und Geheimnisse gäbe.
Weihnachten ist das Fest der Hoffnung, sogar für Tiger Woods. Die Chancen, dass es zwischen ihm und seiner Frau noch mal etwas wird, stehen denn auch gar nicht so schlecht. Allerdings sollte sich Schniedel-Woods (Bild) für seine Frau zunächst ein paar nette Weihnachtsgeschenke überlegen. Bild.de etwa rät: Schenken Sie einen Weihnachtsbusen! So etwas kostet nur zwischen 5500 und 7000 Euro, man muss es nicht einpacken, und der Umtausch ist ausgeschlossen. Der Tiger könnte sich aber auch selbst durch eine Operation von seinen Nöten befreien. Als Vorbild empfiehlt sich der Faschist und Dichter Gabriele D'Annunzio (1863-1938), der sich einst, so will es die Legende, eine Rippe operativ entfernen ließ. Er wollte sich besser nach unten beugen können - um mit seinem Mund nicht immer nur Adventskerzen auszublasen.
Text: F.A.S.
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