Herzblatt-Geschichten
RSS
Alle Beiträge Aktuellster Beitrag Beitragsdatum bis

Herzblatt-Geschichten

Gaudiburschen kämpfen

Von Peter Lückemeier

21. Januar 2007 Liebe Leute von der CSU! Was ihr in der letzten Zeit veranstaltet, ist ja wirklich klasse, vielen Dank, dagegen kann ja kein Herzblatt anstinken. Die Stoiber-Absäge-Aktion an sich war ja schon beste Unterhaltung. Aber wie ihr dann auch noch über den Seehofer hergefallen seid und aus Gründen der intellektuellen Redlichkeit und politischen Gerechtigkeit mal eben klarstellen musstet, dass der Herr Seehofer von seiner Geliebten (zierlich) ein Baby erwartet (vierter Monat) - Gruß und Dank! Und sagt mal, ihr Gaudiburschen, was habt ihr denn noch so auf Lager? Hoher CSU-Politiker beim Knutschen mit Landrätin Pauli erwischt? Obszöne Anrufe aus dem Wirtschaftsministerium heimlich mitgeschnitten? Versteckte Beckstein illegalen Ausländer?

Dass der Kampf noch nicht ausgestanden ist und sicherlich mit der nötigen Schlachtenhitze gefochten wird, konnten wir alle am Freitag der Bild-Zeitung entnehmen. Sie zitierte den Hubererwin mit den mannhaften Worten über den Seehoferhorst: „Und selbst wenn ich auf dem Sterbebett liege, wird sich meine Hand erheben - der nicht.“ Bunte dagegen kümmert sich ums Menschliche, hat herausgefunden, dass die Seehofer-Geliebte als „attraktive Anwältin erfolgreiche Büroleiterin eines bekannten CDU-Abgeordneten“ ist und kann die Seehofer-Gattin mit den Worten wiedergeben: „In einer Politikerehe ist es genauso wie in jeder anderen Ehe. Mal ist es leichter, mal schwieriger.“

Der stechende Blick von Karin Stoiber

Manfred Krugs langjährige Gattin Ottilie reagierte im Jahre 2002 übrigens nach kurzer Irritation sehr gelassen, als sich außerehelicher Nachwuchs ankündigte. Gemeinsam mit ihrem Mann schrieb sie an Bild: „Wir haben alle Kinder lieb, eheliche wie uneheliche.“

Na prima, dann können wir uns ja einem anderen Thema zuwenden, zum Beispiel Stoiber. Haben Sie den stechenden Blick seiner Gattin Karin gesehen, als er kürzlich der Frau Pauli die Hand schütteln musste? Wahnsinn! Uns persönlich wird der Stoiberedmund fehlen, schon wegen seiner äh höchst amüsanten äh Wortfindungsschwierigkeiten, aber wir wollten doch über etwas anderes sprechen, nämlich die Korpulenz.

Soll Hunold doch nach Indien ziehen

Der Schauspieler Rainer Hunold zum Beispiel wiegt bei einer Größe von 1,82 Meter 120 Kilo, findet kaum etwas Schönes zum Anziehen und fühlt sich in Das Neue Blatt diskriminiert: „Ab Konfektionsgröße 58 findet man doch in der Bekleidungsindustrie nicht mehr statt“, klagt der Wonneproppen und schielt nach Asien: „In Indien findet man Dicke wie mich zum Niederknien schön.“ Soll er halt nach Indien ziehen. Beim Stichwort „Asien“ aber fällt uns ein, dass uns am Freitag in der Frankfurter Meisengasse ein unbekannter, aber freundlicher Herr ansprach und empfahl, wir sollten statt der osteuropäischen lieber mal asiatische Redaktionsassistentinnen beschäftigen.

Ts, ts, worüber sich die Leute Gedanken machen. Im Prinzip ist die Idee ja auch ganz gut, aber uns würde niemals in den Sinn kommen, unsere hübsche, nette, zierliche Marija aus Kroatien (22) wegzuschicken, sie ist unser Herzerfreu an jedem Tag und eine Augenweide sowieso. Im übrigen wirkt sie besonders reizend, weil sie sich ihrer Reize gar nicht bewusst ist. Ähnlich wie das schöne Model Julia Stegner, das in Revue selbstkritisch berichtet: „Ich steh' manchmal morgens vorm Spiegel und denke: Oh, siehst du heute wieder scheiße aus.“

„Bitte tritt zurück, Schatzel“

Jetzt etwas Ernstes. Können Sie auch nicht mit Geld umgehen? Dann reißen Sie sich zusammen und suchen Sie sich Beispiele. Wie den Ikea-Gründer Ingvar Kamprad (80). Er hat nach den Berechnungen von Das Neue Blatt ein Vermögen von 38 Milliarden Euro. Doch er fährt einen 15 Jahre alten Volvo, und kauft er bei Ikea einen Beutel Teelichter, lässt er sich den Mitarbeiter-Rabatt geben. Dass er meist öffentliche Verkehrsmittel nimmt, kann aber auch nachteilig sein: „Als er in Düsseldorf zum ,Unternehmer des Jahres' gewählt wurde, fuhr er mit dem Bus statt mit dem Taxi zur Festhalle. Ergebnis: Die Sicherheitsleute wollten ihn nicht reinlassen.“

Jetzt noch ein Wort zur Politik. Es rührte uns nicht wenig, dass der gutausehende österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser aus Liebe Abschied nahm von der Politik. Seine attraktive Gefährtin Fiona Swarovski erzählt in Bunte, wie sie ihn dazu brachte: „Ich habe ihm oft gesagt: ,Schatzel, wie soll das mit uns weitergehen? Du arbeitest 18 Stunden und mehr am Tag. Wenn wir Glück haben, sehen wir uns eineinhalb Tage am Wochenende. Bitte tritt zurück, damit wir mehr Zeit für uns haben.“ Und sie fügt auch gleich hinzu, warum er so ein wundervoller Partner ist: „Ich bin extrem explosiv. Aber er ist so entspannt und ausgeglichen, dass er nie ausrasten könnte.“

Ja, bei der Partnerwahl sollte man sorgfältig sein. Anders als Samira Mahdavikia, die einen Fußballer heiratete, der schon verheiratet war. Sie hätte auf ihren Vater hören sollen: „Halte dich fern von Piloten, Discjockeys und Fußballern.“ Und, hätte er hinzufügen können, Landwirtschaftsministern.

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 21.01.2007, Nr. 3 / Seite 62

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Verliebt, verlobt, verheiratet!Für alle die mehr suchen als einen Flirt - www.faz.net/partnersuche

FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche