Herzblatt-Geschichten

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Er nennt sie Süßmatz

Von Peter Lückemeier

30. März 2008 Wollen wir uns heute einmal mit einer transzendenten Frage beschäftigen? Wir kommen darauf, weil in Das Neue Blatt der attraktive Schauspieler Erol Sander schlankerhand behauptet: „Wenn man tot ist, kommt man in den Himmel, da bin ich mir sicher.“ Ist das wirklich so? Muss man sich auf Erden den Himmel nicht erst verdienen? Kommt zum Beispiel Udo Lindenberg (63) in den Himmel, obwohl Bunte behauptet, er habe nach eigener Aussage „Affären mit 748 Frauen und etlichen Männern“ gehabt?

Nicht, dass wir uns missverstehen: Wir tadeln weder die Vielzahl solcher Aktivitäten noch ihre Diversifizierung - einzig der Umstand, dass der Altrocker ja seine intimen Begegnungen gezählt haben muss, scheint uns erniedrigend. Und sollten Sie, liebe Leserin, demnächst was mit Herrn Lindenberg anfangen - was empfänden Sie dabei, die Siebenhundertneunundvierzigste zu sein? Aber bitte schreiben Sie uns keinen Leserbrief, besprechen Sie die Sache lieber direkt mit Ihrem Partner.

Die Frage nach der großen Liebe

Auf nur 300 Frauen hat es „TV-Star“ Silvan-Pierre Leirich (47) gebracht, aber dennoch hat er unseres Erachtens gute Chancen auf einen Platz im Himmel. Zwar meint er auch heute noch in Bunte, es gebe „Schlimmeres, als süchtig nach Sex zu sein“, aber seine heutige Ehefrau hat ihn geheilt: „Seit wir zusammen sind, bin ich treu.“ Und wie hat sie das geschafft? „Ich denke, es war einfach die Art und Weise, wie sie mir in die Augen geguckt hat, als wir uns kennenlernten. Das klingt jetzt sehr schnulzig, aber sie blickte mir direkt in die Seele.“

Nein, nein, lieber „TV-Star“, das klingt gar nicht schnulzig, das können wir total gut nachvollziehen. Als wir jetzt in Prag Jana (95/61/90) in die ähm Augen schauten, war uns auch sofort klar, dass sie unsere neue Redaktionsassistentin werden würde. Aber noch einmal zurück zu der Frage nach dem Himmel. Ob dort droben wohl auch die Entbehrung hienieden ausgeglichen wird? Denken Sie nur an Mireille Mathieu (61). Die Sängerin kommt aus unfassbar armen Verhältnissen, wuchs als Älteste unter vierzehn Geschwistern auf und berichtet in Revue: „Zu fünft haben wir in einem Bett geschlafen. Zwei in die eine, drei in die andere Richtung. Wir hatten keine Heizung, meine Mutter legte uns warme Ziegelsteine ins Bett, damit wir nicht froren.“ Übrigens ist Madame eine sehr diskrete Person. Nie würde sie mit 300 oder 748 Lovern prahlen, sondern sagt auf die Frage nach der großen Liebe nur: „Sie sehen doch an meinem Gesicht, dass ich sehr glücklich bin.“

„Nur, wenn es sein muss“

Ähnlich zurückhaltend ist der durchtrainierte Stuntman Heiko Kiesow (47), der jetzt Iris Berbens (57) Leben schöner macht. Aber gibt er Interviews? Nein. Auch sein Vater Wilfried (72) sagt gegenüber Frau im Spiegel nur: „Ich bin im Osten groß geworden. Da ist man so erzogen, dass man nicht viel sagt. Das hat mein Sohn von mir.“ Will der Vater des wortkargen Stuntmans übrigens Frau Berben kennenlernen? Auf diese Frage gibt er eine uncharmante, aber witzige Antwort: „Nur, wenn es sein muss.“

Sie erinnern sich doch alle noch an Schlagerfuzzi - „Geh nicht vorbei, als wär' nichts gescheh'n“ - Christian Anders (63). Der hat ja vor einem Jahr eine nach Einschätzung von Das Goldene Blatt „piekfeine, reiche Berliner Steuer- und Wirtschaftsberaterin“ geheiratet. Anfangs hatte die Dame noch geäußert: „Christian Anders? Das ging' gar nicht! Sein Ruf, seine unsäglichen Lieder, sein Aussehen. Ich war entsetzt, dass er es auch nur gewagt hatte, mich anzubaggern.“ Heute aber wirken in ihr die K.-o.-Tropfen der Liebe, und sie kann sagen: „Zwischen uns beiden läuft es jeden Tag besser.“ Er nennt sie übrigens „Süßmatz“, und die beiden scheinen sich prächtig zu ergänzen: „Er ist schon verrückt - ich aber auch.“

Entwaffnend und schön

Ja, solche frische Selbsterkenntnis ist entwaffnend und schön. Sie begegnet uns auch bei Tom Jones, dem großartigen Sänger, dessen Antlitz auf dem Foto in Das Goldene Blatt freilich etwas Bedrängtes und Beengtes hat. In schönster Offenheit steht er zu seinen Operationen: „Die Ärzte haben mir gesagt: Falls ich mich noch einmal liften lasse, springen mir die Augen aus dem Kopf.“

Jetzt noch ein Wort zu Busenvergrößerungen. Neue Welt zeigt noch einmal eine hübsche Zusammenstellung obenrum verstärkter Damen. Das geht von Lothar Matthäus' neuer Freundin Liliana (20), die nur ein bisschen zugelegt hat, bis zu Katie Price, die sich auf Körbchengröße Doppel-F hochtunen ließ. Wir persönlich finden diese harten Silikondinger haptisch unangenehm, wollen aber nicht darüber rechten. Wenn aber Ramona Drews (34), die Gattin von Schlagersänger Jürgen Drews (62), sich zu der Rad-ab-Behauptung versteigt: „Inzwischen mag ich gar keine natürlichen Brüste mehr“, dann schicken wir ihr mal unsere Jana (95/61/90) im Bikini vorbei, dann merkt sie sofort, dass sie ein Rad abhat.



Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 30.03.2008, Nr. 13 / Seite 60
Bildmaterial: ddp, F.A.Z. / Anna Mutter, REUTERS

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