15. März 2009 Derzeit hacken ja mal wieder alle auf Boris Becker rum, nur weil der ein etwas unstetes Leben führt und in Liebesdingen zu den eher wankelmütigen Naturen zählt. Wir dagegen sagen: Danke, dass du uns viele Jahre nach Wimbledon noch immer prima bei Laune hältst! Stellen Sie sich doch nur mal vor, unser Boris wäre genauso brav und bieder wie Steffi Graf, die von ihren Freunden Stefanie genannt werden möchte und mit ihrem Mann Andre Agassi ein bescheidenes, unauffälliges Hausfrauendasein in ihrer Villa in Las Vegas führt.
Frau im Spiegel ist hingefahren und ganz außer sich vor Freude über das Familienglück unserer gereiften Tennisgräfin: Mama Stefanie macht morgens das Frühstück, bringt dann die Kids in den Kindergarten und die Schule. Abends erzählt sie eine Gute-Nacht-Geschichte. Am Wochenende kommt die ganze Familie zusammen, dann gibt es Barbecue. Gähn.
Mehr Selbstbewusstsein dank wachsendem Bauch
Da loben wir uns doch Zwietracht, Intrigen und üble Nachrede - mit anderen Worten: das dänische Königshaus. Die Monarchenfamilie aus Kopenhagen ist uns in letzter Zeit leider ein bisschen aus dem Blickfeld geraten, prompt geht bei Hofe alles drunter und drüber. Folgendes: Mary, die tasmanische Gemahlin von Kronprinz Frederik, dürfte Ihnen ein Begriff sein. Nun gibt es da seit neuestem aber noch eine andere Mary, sie schreibt sich hinten allerdings mit -ie, stammt aus Frankreich, ist mit Frederiks Bruder Joachim verheiratet, vier Jahre jünger als die y-Mary - und irgendwie auch einen Tick hübscher.
Das kann nicht gutgehen, werden Sie jetzt denken, und Sie haben recht: Mary merkt, dass Marie ihr langsam den Rang abläuft. Anfang Mai entbindet ihre Rivalin ihr erstes Baby. Und mit dem immer größer werdenden Bauch scheint auch das Selbstbewusstsein von Joachims Frau stetig zu wachsen. Mit eigener Hofdame und elegantem Stil stiehlt die charmante Französin allen die Schau - insbesondere Mary! Die tobt vor Eifersucht und schürt böse Hasstiraden gegen Marie. So steht es in Echo der Frau, aber es kommt noch doller: Ein verflossener Liebhaber von Marie hat angekündigt, über seine damalige Liaison zu plaudern - also hofft Mary auf peinliche Intimitäten. Dem schließen wir uns an und wechseln das Thema.
In Adiletten und Uniform
Kennen Sie noch Heiner Lauterbach, den Schauspieler, der 1985 mit Männer groß rauskam und seither fast nur schlechte Filme gedreht hat? Die gute Nachricht: Lauterbach ist immer noch prominent genug, um mit seiner Frau und den beiden Kindern Urlaub für umme im Four Seasons-Resort auf Mauritius zu machen. Nehmen wir zumindest mal an, denn wer würde sich dort schon freiwillig von Frau im Spiegel in Adiletten auf dem Fahrrad fotografieren lassen?
Einen noch höheren Preis für seinen Gratis-Urlaub zahlt Harald Schmidt, der Entertainer mit notorischem Faible für Kreuzfahrten. Ausgerechnet Schmidt, der sich seine Anzüge sonst bei Kiton in Köln anfertigen lässt, schlüpft für eine Traumschiff-Episode in die alberne Uniform des Kreuzfahrt-Direktors auf der MS Deutschland und posiert darin stolz wie Bolle in Frau im Spiegel. Wahrscheinlich gilt das bereits als subtiler Humor.
Rettungsschirm für Kronprinzessinnen
Andererseits: Es herrscht die Wirtschaftskrise, da muss jeder zusehen, wo er bleibt. Nicht einmal Schwedens Kronprinzessin Victoria, die im nächsten Jahr endlich ihren Fitnesstrainer Daniel Westling ehelichen darf, kommt ungeschoren davon: Es gibt Ärger um die Traumhochzeit, berichtet Neue Welt, denn so eine royale Vermählung kostet nun mal viel Geld. Im Internet hätten sich bereits mehrere Protestforen gebildet, allein die Gruppe Verweigert die Rechnung für Victorias Hochzeit sei innerhalb von zwei Tagen auf 27.000 Mitglieder gewachsen.
Womöglich braucht es bald einen staatlichen Rettungsschirm für in Not geratene europäische Königshäuser, denn auch den Dänen steht das Wasser bis zum Hals: Schuld daran ist abermals Tasmanen-Mary, in Zeiten, da die weltweite Wirtschaftskrise die Schlagzeilen beherrscht, sorgt ihr ausgeprägter Hang zu Luxus für Unmut, heißt es in 7 Tage. Die Prinzenfrau schmeißt derart viel Kohle aus dem Palastfenster, dass die Angestellten im Kanzleihaus von Schloss Fredensborg um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen. Was Mary nicht daran hindert, sich schnell noch einen Luxus-Urlaub in den Schweizer Alpen zu gönnen. Das kennt man sonst nur von Postchefs, Investmentbankern oder bayerischen Immobilienfinanzierern.
Auch wir sind vom Abschwung betroffen, auch hier wird gespart, wahrscheinlich müssen wir künftig ohne unsere treue Redaktionsassistentin Wanda (53 Jahre, 116 Kilo, nordhessischer Charme) auskommen. Wer uns dann morgens den Champagner kaltstellen, mittags die Meeresfrüchteplatten aus dem Verlagscasino holen und abends die Schläfen massieren soll, diese Frage ist dabei völlig ungeklärt. Wenn das so weitergeht, müssen wir wohl oder übel den Wirtschaftsminister um Hilfe bitten.
Text: F.A.S.
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