Von Peter Lückemeier
09. Dezember 2007 Leider müssen wir mit einem Tadel für Bunte beginnen. Das Blatt berichtet über die Masche, mit der Paul McCartney die Mädels für sich einnimmt: Er schenkt jeder gleich beim ersten Date Dessous und Parfum - immer von derselben Marke. Das ist ja wirklich hochinteressant, aber Bunte verschweigt sowohl den Namen des Dessous-Herstellers als auch den des Duftwassers. Obwohl - wie fänden Sie, liebe Leserinnen, einen Mann, der zum allerersten Bewerbungsgespräch solch vergleichsweise intimen Geschenke mitbrächte? Wie? Normalerweise unpassend, aber bei Paul McCartney würden Sie ein Auge zudrücken?
Gut, dann wollen auch wir nicht so streng sein, sondern dich, Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel, für den Satz loben, mit dem du Lothar Matthäus (46) wegen seiner Affäre mit einem zwanzigjährigen Schulmädel hinrichtest: Seine Ehen und Affären wetteifern, was das Verfallsdatum betrifft, fast schon mit Joghurtprodukten. Es ist also nicht der Altersunterschied, den Bunte verwerflich findet, sondern das Flatterhafte und Unstete. Und insofern ist es nur konsequent, dass das Blatt den mit einer knapp dreißig Jahre Jüngeren verheirateten Ulrich Wickert (65) zwar fragt: Was ist das Schöne am Alter?, ihm aber die freche Antwort durchgehen lässt: Ich will jetzt nicht mit Ihnen über das Alter philosophieren.
Golfausrüstung für Grabstein verscherbelt
Na, da sind uns persönlich doch Menschen lieber wie Sabine Wussow, die Witwe von Professor Brinkmann aus der Schwarzwaldklinik. Sie verrät in Neue Welt sogar, wie teuer der Grabstein ihres verstorbenen Gatten war: 8500 Euro. Dafür musste die liebenswürdige Frau eine Silbermünzen-Sammlung und die Golfausrüstung ihres anderen Ex-Gatten Bubi Scholz versilbern.
Was es doch für gute Menschen auf dieser Welt gibt! Ähnlich charakterstark und auskunftsfroh zeigt sich im stern der Chef von Arcandor, Thomas Middelhoff: Ich nehme mir, egal wie, jeden Morgen und Abend Zeit zum Beten. Dann kann er dort oben ja auch mal ein gutes Wort für Brigitte Bardot (74) einlegen, denn die Ex-Schauspielerin bekennt in Neue Welt: Ich war keinem meiner Männer treu. Übrigens sagt sie in dem Interview viele interessante Dinge, etwa über Frauen, die sich haben liften lassen: Sie sehen nicht jünger, sondern lächerlicher aus.
Im Jaguar mit Federhut und mollig um die Hüften
Ganz schlimme Fotos bringen die Blätter von der spanischen Königstochter Elena. Die Prinzessin, gebeutelt von einer furchtbaren Ehekrise, sieht wirklich sehr schlecht aus und scheint den Mann, den sie vor zwölf Jahren aus Liebe geheiratet hat, nur noch zu hassen, ahnt Frau im Spiegel: Angeblich hat der aus uraltem Adel aus Sevilla stammende Jaime sie häufig betrogen. Schlimm ist das natürlich wieder mal für die Kinder. Doch die leiden manchmal nicht nur unter zerstrittenen, sondern auch unter exzentrischen Eltern.
So wie die Tochter der Filmproduzentin Regina Ziegler, die in Frau im Spiegel stöhnt: Da gab es Momente, wo meine Mutter mich mit Jaguar und Federhut von der Schule abholte und ich dachte: Kann sie nicht einen kleinen blauen Golf fahren und ein dezentes Kostüm tragen? Prinzessin Máxima der Niederlande aber trug neulich ein puderfarbenes Kleid und sah darin reichlich mollig um die Hüften aus, stellt Frau im Spiegel recht uncharmant fest.
Auch bei Königs wird betrogen
Jetzt etwas Positives für alle Paare, in deren Beziehung es kriselt. Geben Sie nicht auf! Suchen Sie sich Vorbilder! Es gibt sie. Ich habe Paola immer geliebt, aber trotzdem betrogen, sagt der König von Belgien in Frau im Spiegel. Und Gattin Paola war auch nicht faul und ließ sich von Männern wohl nicht nur anschmachten.
So zerrüttet war das Verhältnis der beiden, dass sie fast neun Jahre nicht mehr miteinander sprachen. Er lebte im Ostflügel des Schlosses, sie im Westflügel. Doch dann entdeckten sie ganz allmählich wieder ihre Liebe. Irgendwann, sagt die Königin, fingen wir wieder an zu reden, über die Kinder, über uns, und dann blieb ich bei ihm im Ostflügel. Rührend, oder?
Bild knackt den Lotto-Jackpot und beendet (k)eine Ehe
Sie brauchen sich aber noch gar nicht endgültig über Ihre tränenblinden Augen zu wischen, es geht noch weiter. Nämlich mit Kretsche, dem Handballer Stefan Kretzschmar. Sie erinnern sich, er war doch total in Franzi van Almsick verliebt, das war vor sieben Jahren, da verließ er seine Frau, eine rassige Kubanerin. Und jetzt? Liebes-Comeback. Sogar ein Baby soll die Wiedervereinigung endgültig besiegeln.
Im Übrigen ist ja der Lotto-Jackpot geknackt worden. Bild hatte Scheine verlost, und Bild-Leserin Petra L. (49) ist jetzt sagenhafte 15,28 Millionen Euro reicher. Die Reporter und das Gewinner-Ehepaar scherzten über jenen Jackpot-Gewinner, der danach fünf Mal heiratete, doch Petra und ihr Fritz blicken sich nur an: Wissen Sie, sagt Petra, wir haben es die letzten dreißig Jahre zusammen ausgehalten. Wir verbringen auch noch die nächsten dreißig Jahre zusammen. Schön. Gottlob kommt jetzt unsere Assistentin Kateryna (20) und tupft uns liebevoll die Tränen vom Gesicht.
Text: F.A.S.Z.
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa