Von Peter Lückemeier
30. Dezember 2007 Liebe Leserinnen und Leser, nun neigt das alte Jahr sich also seinem Ende zu, und sollten Sie für das neue gute Vorsätze fassen wollen, so raten wir: Suchen Sie sich Vorbilder! Orientieren Sie sich an Menschen, die Ihnen etwas voraushaben. Wie etwa der sicherlich von uns allen wertgeschätzte Dieter Thomas Heck. Von ihm lernen, heißt Eigenliebe lernen. Von Revue auf seinen nahenden siebzigsten Geburtstag angesprochen, sagt der vitale Armkettchen- und Bundesverdienstkreuzträger: Meint man gar nicht, oder? Als ich vorhin in den Spiegel sah, dachte ich: Junge, eigentlich siehst du echt gut aus!
Sollten Sie aber weiblich und der eher gutgläubige Typ sein, so dürfen Sie sich bei der Schauspielerin Judy Winter ein Portiönchen Misstrauen ausleihen. Frau Winter nämlich traut keinem Mann mehr über den Weg, keinem. Was nicht wundernimmt, denn zwanzig Jahre lang war sie mit Rolf verheiratet. Und Rolf betrog mich im Dauereinsatz, wie Judy Winter Neue Welt anvertraut, mein Mann nahm alles, was nicht schnell genug auf die Bäume kam. Und ich habe es nicht gewusst, wirklich nicht. Tja, aber hat sie denn gar nichts geahnt? Schon, aber Rolfs Verteidigungsenergie war unschlagbar: Ich schwöre dir bei meinem und deinem Leben und dem deiner Mutter, da war und ist keine andere.
Bravo! Solche Mütter braucht das Land
In Sachen Kindererziehung dagegen können wir alle viel lernen von Doris Schröder-Köpf (44), die ja gemeinsam mit ihrem Altbundeskanzler zwei Kinder adoptiert hat und bei der Aufzucht, wie sie in Das Neue Blatt zu Protokoll gibt, viel Wert legt auf Anstand: Wenn wir zum Beispiel in ein Restaurant gehen, ist es wichtig, dass die beiden mit uns zusammensitzen und nicht andauernd unterm Tisch hocken oder den Finger ins Aquarium stecken. Wir rufen Doris Schröder-Köpf zu: Bravo! Solche Mütter braucht das Land. Neulich bei unserem Italiener steckten Kinder nicht nur die Fingerchen ins Aquarium, sie bewarfen einander mit Fischen, und die Mutter saß dabei und lächelte nur.
Im Übrigen sollten vor allem die älteren unter unseren Leserinnen wissen, dass es nie zu spät ist für einen Neuanfang. Insofern legen wir Ihnen, werte Seniorinnen, als Vorbilder Lilo Pulver (78) und Jane Fonda (70) ans Herz. 7 Tage schreibt über die optimistische Altschauspielerin: Im Altersheim will sie noch mal die große Liebe finden. Jane Fonda (70) aber ist in Neue Welt eine noch energischere Mutmacherin, bitte beachten Sie den Plural: Heute habe ich endlich wirklich intime Beziehungen zu meinen Kindern, Enkelkindern und Liebhabern.
Nicht klagen, lieber Monsieur le Président
Psst, jetzt ein Wort an dich, französischer Staatspräsident Sarkozy. Wir nehmen mal schwer an, dass du den stern nicht liest. Deshalb auf diesem Wege einige wichtige Informationen aus dieser deutschen Illustrierten, die dich warnen sollen. Ja, genau, vor deiner neuen Freundin, dem italienischen Ex-Model Carla Bruni (40). Klar sieht sie klasse aus, sie wirkt sogar irgendwie wie eine ältere, etwas kurvenentschärfte Ausgabe unserer schönen Assistentin Kateryna (leider auf Heimaturlaub in Polen, wir vermissen sie schrecklich). Aber, lieber Präsident, wir und der stern warnen dich vor der Bruni: Denn so zart und katzenäugig sie blicken kann, so kühl und mitleidlos soll sie Männer pflücken, mit ihnen spielen, um sie sodann wegzuwerfen. Nicht irgendwelche Männer, namenlose Manager, spinnerte Künstler; nein, Carla Bruni liebt das Großwild.
Einst habe Gitarrengott Eric Clapton die Bruni den Stones vorgestellt und Mick Jagger herzlich gebeten: Bitte, Mick, die nicht! Der schien sich auch zunächst daran gehalten zu haben, doch dann soll die rassige Italienerin ihre Flinte auf den Sechzehnender Jagger angelegt, das heißt, ihm ein Fax geschickt haben: Let's spend the night together! Also, lieber Monsieur le Président, jetzt weißt du Bescheid, wir wollen später keine Klagen hören.
Kiewel-Gatte und Seehofertochter
Vielmehr gehen unsere Gedanken angesichts des nahenden, stets ein bisserl von Sentimentalität umwehten Jahreswechsels an dich, du armer dritter Gatte der ZDF-Moderatorin Andrea Kiewel. In Bunte berichtest du, dass du dich im Haus in Frankreich um den gemeinsamen kleinen Sohn gekümmert habest, während deine Andrea in Deutschland beruflich engagiert war: Als du spürtest, dass eure Beziehung nicht mehr stimmte, bist du unangemeldet nach Deutschland gefahren.
Das ist natürlich schrecklich, aber unsere Gedanken gehen auch zu dir, kleine Anna Seehofertochter. Gemeinsam mit Bunte wünschen wir deiner jungen Mama, dass die hoffentlich bald einen Mann findet, der ihre Liebe verdient. Das sitzt, Seehofer, gell? Da kannst du dich doch zum Jahreswechsel nur noch betrinken, wie? Oder dich damit trösten, im Jahr 2007 genau 41 Mal in Bunte erwähnt worden zu sein. Das war öfter als Leonardo DiCaprio und Papst Benedikt. Auch eine Karriere.
Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 30.12.2007, Nr. 52 / Seite 62
Bildmaterial: AFP, AP, ddp, dpa
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