08. September 2008

Leute

Berufswunsch: Firmenchef

Von Fenja Mens




23. Juni 2008 
Tilman Dingler, 22, ist Vorsitzender von „The Entrepreneurial Group“ (TEG), einer Initiative von Studierenden, die Unternehmen gründen wollen.

Jedes Jahr veranstaltet TEG in München einen Wettbewerb, bei dem Studententeams reale Probleme von Firmen lösen müssen. Im Jahr 2006 war auch Tilman Dingler bei dem Beratungsspiel mit dabei. Sein Team landete zwar nicht auf dem Siegertreppchen, doch der angehende Medieninformatiker war trotzdem begeistert. Kurz darauf lud der Verein interessierte Studierende zu einer gemütlichen Plauderrunde mit einem jungen Entrepreneur - und Tilman war restlos überzeugt. „Bei TEG habe ich total engagierte Leute gefunden, die bereit sind, in gute Ideen viel Energie zu investieren. Das hat mir gefallen.“ Er trat ein und ließ sich im vergangenen November sogar zum Vorsitzenden wählen. Der Verein existiert seit 1986 und hat an seinen drei Standorten in München, Berlin und Vallendar bei Koblenz (Sitz der Otto Beisheim Graduate School of Management) insgesamt 100 Mitglieder.

Aus den Reihen der Alumnis sind neben vielen kleinen auch drei größere Unternehmen mit zusammen mehr als 3.000 Arbeitsplätzen entstanden. „Das Hauptanliegen der Vereinsgründer gilt noch heute“, erklärt Tilman: „Wir wollen den Gründerfunken in die Studentenschaft hineintragen.“ Darum organisiert TEG Workshops, Gesprächsabende und Konferenzen mit Business-Angels und erfahrenen Gründern. Da geht es dann um Ideenfindung, Finanzierungskniffe oder die Frage, wie man den hektischen Alltag eines Unternehmers bewältigt, ohne gesundheitlichen Schaden zu nehmen. Die Mitglieder von TEG helfen einander aber ganz praktisch: Gerade war Tilman für einige Wochen in Berlin, um in der frisch gegründeten Firma anderer Mitglieder auszuhelfen. Zurück in München schwärmt er: „Da kribbelt es einem schon in den Fingern. Jetzt bin ich noch motivierter, bald aus der akademischen Sandkiste herauszukommen.“ Mit welcher seiner vielen Ideen er sich nach seinem Diplom selbständig machen wird, weiß er noch nicht. Nur eines ist für Tilman klar: „In eine Festanstellung lasse ich mich nur ungern zwängen.“

http://www.teg-ev.de

Text: Hochschulanzeiger Nr. 97, 2008, Seite 110
Bildmaterial: privat