11. Oktober 2008

Gerechte Gründer

Von Fenja Mens



Anton Jurina und Martin Höfeler
12. Mai 2008 
Anton Jurina und Martin Höfeler gründeten Armedangels - ein Label für ökologisch und fair produzierte Mode.

Eigentlich wollten Anton Jurina, 28, und Martin Höfeler, 25, gemeinsam für eine BWL-Klausur lernen. Mehr reizte die beiden jedoch die Frage, mit welchem Einfall sich wohl ein Start-up gründen ließe. Denn sie waren sich einig, dass sie nach dem Abschluss nicht bloß kleine Rädchen in einem großen Konzern sein mochten. „Außerdem wollen wir das analytische Denkvermögen, das wir uns an der Uni antrainiert haben, für etwas Gutes verwenden“, erklärt Martin. Schließlich kamen sie auf die Idee, die Bedingungen, unter denen heute in Asien Mode produziert wird, einmal näher zu recherchieren - und waren schockiert: „Kinderarbeit ist alltäglich, die Arbeitszeiten sind unmenschlich, die Löhne unfair. Und die verwendete Baumwolle ist mit Pestiziden verseucht: In Indien gibt es Bergseen, die sind von dem Zeug schon neongelb!“ Anton und Martin hatten ihre Marktlücke entdeckt: Klamotten, die schick und lässig aussehen, aber fair und ökologisch korrekt produziert sind. Inzwischen hat Anton sein Studium abgeschlossen, Martin fehlen noch zwei Scheine - und die zweite Kollektion von „Armedangels“ ist auf dem Markt. Das kleine Unternehmen hat inzwischen sechs Mitarbeiter, demnächst sollen sechs weitere hinzukommen. „Die Sachen werden bei einer Firma in Portugal hergestellt, die von der Organisation Fair Trade kontrolliert und zertifiziert ist“, erläutert Martin. „Demnächst wollen wir aber nach Indien gehen, denn wir möchten helfen, die Bedingungen vor Ort zu verbessern.“ Noch verkaufen sie nur T-Shirts und Sweatshirts, bald soll anderes hinzukommen. Viel Zeit verwenden die beiden derzeit damit, Prominente für ihre Sache zu gewinnen. Zu ihren Kunden zählt bereits der Schauspieler Jürgen Vogel. Und Thomas D. von den Phantastischen Vier trug ihren Kapuzenpulli sogar bei der „Echo“-Verleihung im Februar. Das war dann wieder ein Schrittchen mehr hin zu ihrem großen Ziel: „Dass fair und ökologisch hergestellte Mode noch viel beliebter wird - und am Ende alle Labels so produzieren wie wir!“

http://www.armedangels.de

Text: Hochschulanzeiger Nr. 96, 2008, Seite 94
Bildmaterial: privat