21. Dezember 2009

leute

Textsammler

Von Fenja Mens




29. Oktober 2007 
Dominic Schwickert ist Chefredakteur von 360° - Das studentische Journal für Politik und Gesellschaft.

Während seines Studienjahres an der Universität von Santa Barbara/USA staunte Dominic Schwickert nicht schlecht: Es gab eine Fülle von journals, in denen die Studenten ihre Arbeiten publizieren konnten. „Fast jedes Institut hat dort seine eigene Zeitschrift“, schwärmt der 25-Jährige. So etwas müsste es auch bei uns geben, dachte sich Dominic. Nach seiner Rückkehr nach Münster im Sommer 2005 fragte er im Freundeskreis herum und gründete bald darauf mit sechs Mitstreitern einen Verein.

Sein Name: dreihundertsechziggrad. Sein Ziel: Etablierung eines studentischen Magazins. Inzwischen ist 360° - Das studentische Journal für Politik und Gesellschaft auf dem Markt. Zum Team gehören 40 Studierende aus ganz Deutschland, namhafte Professoren sitzen in Kuratorium und Beirat. 360° hat eine Auflage von 3.000 Exemplaren und wird über das Internet, über Verkaufsstände an Universitäten sowie bei Fachtagungen vertrieben. Gerade ist die dritte Ausgabe erschienen: „Die Zukunft Europas - gemeinsam einsam?“ lautet das Thema. Im ersten Heft ging es um China, im zweiten um Migration. „Wir versuchen, das jeweilige Thema aus möglichst unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten: wirtschaftlich, politikwissenschaftlich oder auch mal kunsthistorisch. Daher auch der Name: 360 Grad“, erklärt Dominic. Bevor ein Artikel gedruckt wird, durchläuft er einen komplizierten Auswahlprozess: Aus den etwa 35 Beiträgen, die in der Regel eingereicht werden, sucht die Redaktion 15 aus.

Sie werden dann gemeinsam mit dem Autor von zwei Redakteuren lektoriert. „Danach geben wir sie an Professoren, die für uns Gutachten verfassen. Auf dieser Basis suchen wir die sieben oder acht Beiträge aus, die ins Heft kommen“, erläutert Dominic. Rund 20 Stunden pro Woche arbeitet er an seinem „Baby“, manchmal mehr. Doch ein Kind, weiß der angehende Politologe, muss man irgendwann auch mal loslassen. Spätestens in einem Jahr, wenn er sein Studium abgeschlossen hat. Daran denkt er schon jetzt mit Wehmut. „Es ist einfach toll, sein eigenes Ding zu machen - und keiner redet einem hinein.“

http://www.journal360.de

Text: Hochschulanzeiger Nr. 92, 2007
Bildmaterial: privat