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Leute Her mit dem Geld! Von Fenja Mens 
21. Januar 2008 Bettina König kämpft gegen die Ausbeutung von Hochschulabsolventen.
Lücken im Lebenslauf sind unschön, also griff Bettina König widerwillig zu, als sie nach ihrem BWL-Abschluss nur Praktika angeboten bekam. Das war 2003. Ich habe fast immer völlig eigenständig gearbeitet und trotzdem nie auch nur einen Cent dafür bekommen, entrüstet sich die 28-Jährige. Sie schrieb einen offenen Brief an Politiker und Medien, aber die Resonanz war gering. Einzig die Süddeutsche Zeitung machte ein kleines Interview. Daraufhin meldeten sich jedoch weitere Betroffene, gemeinsam gründeten sie den Verein Fairwork, die erste Interessenvertretung für Hochschulabsolventen. Da hatte Bettina gerade ihr letztes Praktikum beendet - in der Pressestelle einer Tochterorganisation der Caritas. Auch dort hatte sie wieder für lau Angestelltenarbeit verrichtet. Ich dachte mir: Jetzt langt's, ich muss mal ein Zeichen setzen. Sie reichte Klage ein, das Verfahren endete mit einem Vergleich. Die Caritas bezahlte mir 1.000 Euro. Das war nicht eigentlich viel, aber ich hatte inzwischen einen richtigen Job, und es ging mir nicht mehr ums Geld. Vielmehr wollte ich den Ausbeutern zeigen, dass es Arbeitsrechte gibt. Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehsender meldeten sich nun bei der Berlinerin, Begriffe wie Generation Praktikum und Prekariat waren plötzlich in aller Munde. Inzwischen hat Fairwork mehr als 500 Mitglieder, ständig kommen neue hinzu. Bettina macht den Absolventen Mut, in rechtlichen Fällen hilft ein Anwalt kostenlos weiter. Ansonsten konzentriert sie sich auf die Lobbyarbeit: Der Verein will durchsetzen, dass im BGB genauer als bislang definiert wird, was ein Praktikum ist. Um dieses Ziel zu erreichen, trifft sich Bettina regelmäßig mit Bundestagsabgeordneten. Wir haben gute Kontakte zu den Fraktionen von SPD, den Grünen und der Linken. CDU und FDP negieren das Problem dagegen leider noch immer. Gegen Praktika im Studium hat Bettina übrigens nichts einzuwenden: Die sind sogar wichtig. Aber auch diese Arbeit sollte honoriert werden. Schließlich bekommen auch Azubis Geld. http://www.fairwork-verein.de Text: Hochschulanzeiger Nr. 94, 2008, Seite 66 Bildmaterial: privat
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