|
 |
|
 |
Leute Willkommen Weltverbesserer Von Fenja Mens 
02. April 2007 Zwei Grafikstudentinnen aus Karlsruhe entwarfen in 40 Tagen 40 grafische Produkte zu 40 verschiedenen gesellschaftlichen Themen.
Die beiden Karlsruher Grafikstudentinnen Nelly Brunkow und Evamaria Judkins nahmen sich für ihre Diplomarbeit Großes vor: In 40 Tagen wollten sie 40 verschiedene grafische Produkte entwerfen. Uns war klar, dass dies wahrscheinlich die letzte Gelegenheit sein würde, noch einmal völlig frei zu arbeiten, erklärt Nelly. Deshalb wollten wir zum Abschluss etwas zu Themen machen, die gesellschaftliche Relevanz haben. 100 engagierte Menschen meldeten sich auf ihre Anzeige in einer Zeitung, 40 suchten sie aus. Dann ging es los: Morgens um 9 Uhr kam der Weltverbesserer des Tages zum Interview. Er schilderte uns sein Anliegen, wir fragten nach. Danach haben wir gebrainstormt, die beste Idee ausgesucht und sie bis zum Abend umgesetzt. Von ihrem Produkt ließen sie jeweils 500 Exemplare drucken und schenkten sie dem Weltverbesserer. Sich jeden Tag auf einen neuen Menschen und ein neues Thema einzulassen, das war schwer - aber auch toll, sagt Nelly. Besonders schwierig sei für sie beide das Thema Antisemitismus gewesen. Da haben wir lange diskutiert, mit vielen Leuten gesprochen und bis spät in die Nacht gearbeitet. Das Ergebnis: Ein Heftchen, das die sieben häufigsten Vorurteile gegenüber Juden aufgreift und erklärt, warum diese Statements antisemitisch sind. Auf dem Deckblatt steht Juden und auf der Rückseite Feindlichkeit. Am meisten Spaß gemacht hat ihnen die Arbeit für eine Studentin, die sich als ein Fan von Street Art vorstellte. Für sie entwarfen Nelly und Evamaria einen Sticker, der aussieht wie ein Schild. Aufschrift: Bitte nicht berühren! Street Art. Nach 40 Tagen Dauerstress waren beide körperlich am Ende - dennoch, ihr Resümee ist positiv: Wir haben festgestellt, dass Grafik gesellschaftlich etwas bewirken kann, indem sie Menschen hilft, ihr Anliegen besser zu präsentieren. Und was unsere eigene Ausdauer angeht, so haben wir gemerkt: Es geht mehr, als wir dachten. Dritte Feststellung: Die beiden sind ein gutes Team. Darum wollen sie nach dem Abschluss in einer eigenen kleinen Agentur weiter zusammenarbeiten. http://www.wir.ag Text: Hochschulanzeiger Nr. 89, 2007 Bildmaterial: privat
|
 |
|
 |
|
|