20. August 2008

Ranking

Private Wirtschaftshochschulen im Vergleich - Teil 2

Von Hans-Martin Barthold



Berufseinstieg: Traumstarts
Damit endlich zu den Ergebnissen. Sie zeigen in allen Karrierebereichen eine hohe Leistungsdichte. Während viele BWL-Absolventen zunehmend öfter nur noch über schlechtbezahlte Praktikantenverträge in den Job finden, gelingt vielen der an einer privaten Hochschule Ausgebildeten der Berufseinstieg weiterhin in beeindruckender Weise. Alle liegen sie über dem von uns vorgegebenen Normwert (Unter „Individuelle Recherche“ finden Sie alle Details zu unserem Ranking). Ganz vorne die WHU Vallendar, deren Absolventen Traumstarts gelingen. Unter den ersten fünf findet sich auch die ebs Oestrich-Winkel. Mit der FHDW Bergisch Gladbach, der Nordakademie Elmshorn sowie der FHWT Vechta/Diepholz gelingt den Absolventen von Hochschulen, die mit Hilfe dualer Studienstrukturen eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis erreichen, ein guter Berufseinstieg. Kaum weniger beeindruckend ist das Bild bei der Überantwortung finanzieller und personaler Handlungsvollmachten. Dies darf durchaus als ein Vertrauensbeweis der Arbeitgeber in die überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit der „privaten“ Absolventen interpretiert werden. Bei der Übertragung finanzieller Verantwortlichkeiten bestätigt die HfB Frankfurt ihren Anspruch, Kompetenzzentrum für Banking and Finance zu sein. Sie gewinnt fast mühelos die Spitzenposition. Es folgen die Munich Business School, die FHDW Hannover, die Private Universität Witten/Herdecke und die FOM Essen. Ebenfalls klar und eindeutig präsentiert sich die Situation bei der Wahrnehmung von Personalverantwortung. Dabei macht die WHU Vallendar dem Namen ihres Studiengangs Unternehmensführung alle Ehre. Auch auf diesem Karrierefeld hat sie die Nase vorn. Mit nur geringem Abstand folgen die HHL Leipzig, erneut die Munich Business School sowie mit der FHDW Bergisch Gladbach und der FHDW Paderborn noch einmal zwei „duale“ Fachhochschulen.

Karriere: Unterschiede in Antritt und Finish
Werfen wir einen Blick auf die beiden restlichen Karriereaspekte: In der funktionalen Handlungsvollmacht und beim Einkommen fallen die Ergebnisse in diesem Jahr gegenüber 2004 erkennbar ab. Zahlreiche Hochschulen bleiben unter den Normwerten. Das dürfte aber weniger an den ungenügenden fachlichen Kompetenzen ehemaliger privater Hochschüler liegen, als vielmehr an einem rigiden Kostenmanagement der Unternehmen sowie dem Abbau ganzer Hierarchieebenen, was die personalwirtschaftlichen Spielräume zunehmend einengt. Im übrigen schlagen Branchenspezifika stärker zu Buche, insbesondere der Finanzsektor läßt bisher ungeahnte Schwächen erkennen. Bezeichnend ist darüber hinaus die geringe Varianz der Ergebnisse, alle Teilnehmer liegen eng beieinander. Erwartungsgemäß gelingt es den Absolventen dualer Studiengänge, beim funktionalen Aufstieg zu Berufsbeginn ihren Vorsprung beruflicher Praxiserfahrung erfolgreich auszuspielen. Mit der FHDW Bergisch Gladbach besetzt ein Außenseiter den ersten Rang, dicht gefolgt von der ISM Dortmund, der Privaten Universität Witten/Herdecke, der FHDW Paderborn und der FHDW Hannover. Was das Einkommen anbelangt, so schneiden Uni-Absolventen eindeutig besser ab als ihre Kollegen von den FHs. Warum? Weil Gehälter nicht lediglich Belohnung aktuellen Leistungsvermögens, sondern immer auch Wertschätzung perspektivischer Entwicklungspotentiale sind. Und da trauen die Personalmanager den Uni-Absolventen offensichtlich das größere Stehvermögen zu. Jedenfalls gelangt beim Einkommen keine einzige Fachhochschule unter die Top Five. In der Reihenfolge teilen die HfB Frankfurt, die WHU Vallendar, die Private Universität Witten/Herdecke, die HHL Leipzig, die ESCP-EAP Berlin und die ebs Oestrich-Winkel die Ränge ganz allein unter sich auf. Im Durchschnitt aller fünf Examensjahrgänge haben sie die höchsten Anteile an Absolventen, die über 100.000 Euro verdienen, und die wenigsten Absolventen mit einem geringeren Einkommen als 30.000 Euro.

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Text: Hochschulanzeiger Nr. 83, 2006