Kreuzfahrt

Menschliches Versagen ließ „Sea Diamond“ untergehen

10. April 2007 Der Untergang des Kreuzfahrt-Schiffes „Sea Diamond“ ist unter anderem auf menschliches Versagen zurückzuführen. Dies teilte Marine-Handelsminister Manolis Kefaloyannis am Dienstag mit. Die Behörden konzentrierten sich nun darauf, die Umwelt vor Schäden zu schützen und die zwei immer noch vermissten französischen Passagiere zu finden.

Die Lage sei jedoch unter Kontrolle, fügte der Minister hinzu. Am vergangenen Wochenende hatte ein griechischer Staatsanwalt gegen den Kapitän und fünf weitere Besatzungsmitglieder Anklage wegen Fahrlässigkeit erhoben. Ihnen droht nun eine Bewährungsstrafe.

Chaotische Rettungsmaßnahmen

Das Schiff mit mehr als 1500 Menschen an Bord war in der Nacht auf Freitag in unmittelbarer Nähe der Kykladeninsel Santorin auf Grund gelaufen, woraufhin Wasser eindrang. Passagiere und Besatzungsmitglieder stiegen auf umliegende Boote um. Die „Sea Diamond“ bekam aber schließlich immer größere Schlagseite und ging im Morgengrauen des Samstags unter.

Viele Passagiere kritisierten, die Rettungsmaßnahmen seien chaotisch verlaufen und beschwerten sich über mangelnde Hilfsbereitschaft der Besatzung sowie zu wenige Rettungswesten. Nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin waren keine Deutschen an Bord. Indes hieß es bei der zuständigen Reederei Louis Cruise Lines, neben 730 Amerikanern, 112 Spaniern und 100 Franzosen seien auch Gäste aus Deutschland, Großbritannien und Australien auf dem Schiff gewesen.

Die 143 Meter lange und 25 Meter breite „Sea Diamond“ war von Piräus zu einer fünf Tage dauernden Kreuzfahrt zu den griechischen Inseln aufgebrochen. Dort hätte sie am Karfreitag wieder anlegen sollen.



Text: FAZ.NET mit Material von Reuters
Bildmaterial: dpa

 
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