23. September 2004 Der zum Islam konvertierte ehemalige britische Popstar Cat Stevens hat sein Einreiseverbot in die Vereinigten Staaten wegen Terrorverdachts als lächerlich bezeichnet. Das ist doch verrückt. Jeder kennt mein Engagement für karitative Arbeit", sagte Stevens, alias Yusuf Islam, am Donnerstag nach seiner Rückkehr auf dem Londoner Flughafen Heathrow.
Wegen Stevens hatten die amerikanischen Behörden eine Linienmaschine auf dem Flug von London nach Washington nach Bangor im Bundesstaat Maine umgeleitet, nachdem der Name Yusuf Islam von den Behörden auf einer Beobachtungsliste entdeckt worden war. Danach wurde der Sänger des Landes verwiesen.
Straw beschwerte sich bei Powell
Der britische Außenminister Jack Straw beschwerte sich bei seinem amerikanischen Kollegen Colin Powell über den Umgang der Behörden mit Islam. Diese Maßnahmen hätte nicht ergriffen werden sollen, rügte Straw. Den britischen Geheimdiensten lägen keinerlei Beweise für Stevens angebliche Unterstützung terroristischer Organisationen vor, hatte Straw erklärt.
Die zuständigen amerikanischen Behörden verteidigten dagegen ihr Vorgehen und betonten, Angestellte der Fluggesellschaft United Airlines hätten übersehen, daß der ehemalige Popstar auf einer Beobachtungsliste geführt werde. Ein Sprecher der Fluggesellschaft sagte dagegen, der Name Yusuf Islam habe so auf keiner Liste gestanden. Als Erklärung fügte ein Sprecher des Heimatschutzministeriums hinzu, verschiedene Schreibweisen seien nicht abgeglichen worden. Es bezeichnete das als gutes Beispiel für die Notwendigkeit, die Kontrolle über die Flugverbotslisten an die Behörden zu übertragen, da das dortige Personal dafür ausgebildet sei.
Verbindungen zum Terrorismus nachgesagt
Yusuf Islam wurde auf die Liste gesetzt, weil er möglicherweise Verbindungen zum Terrorismus hat, sagte Behördensprecher Brian Doyle. Aus Regierungskreisen verlautete, Spenden Islams könnten den wegen Anschlagsplänen auf New Yorker Wahrzeichen verurteilten Omar Abdel Rahman sowie die palästinensische Gruppe Hamas erreicht haben. Auch wurde daran erinnert, daß der Sänger 1989 an prominenter Stelle den Mordaufruf (Fatwa) gegen den Schriftsteller Salman Rushdie unterstützt hatte.
Die Ausweisung des 56jährigen sorgte unter britischen Moslems für Empörung. Die Vereinigten Staaten sind dabei, sich abzuschotten und eine Mauer um das Land zu errichten", sagte ein Sprecher des britischen Moslem-Verbandes. Stevens feierte in den sechziger und siebziger Jahren mit Hits wie Moonshadow und Wild World große Erfolge, ehe er Ende der siebziger Jahre seine Musikerkarriere beendete und zum Islam übertrat.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa, AP
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