17. Oktober 2006 Bei einem U-Bahn-Unglück im Stadtzentrum von Rom ist am Dienstag mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. 236 Passagiere wurden nach offiziellen Angaben verletzt.
Eine Bahn sei an der Station Piazza Vittorio mit hoher Geschwindigkeit in einen anderen Zug gerast, aus dem gerade Passagiere ausgestiegen seien, berichteten Augenzeugen. Laut den Behörden deutete nichts auf einen terroristischen Hintergrund hin. Ministerpräsident Romano Prodi kündigte eine Untersuchung an, ob es sich um menschliches Versagen gehandelt hat oder ob etwas mit der Signalanlage nicht stimmte. Nach seinen Angaben waren die Zügeerst vor kurzem angeschafft worden, und es gibt im Augenblick keinen sichtbaren technischen Defekt. Roms Bürgermeister Walter Veltroni ordnete eine Untersuchung an.
Ein rotes Licht
Von den 236 Verletzten hätten 26 zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden müssen, sagte Verkehrsminister Alessandro Bianchi bei einer parlamentarischen Sondersitzung. Fünf Menschen seien schwer verletzt worden, für sie bestehe aber keine Lebensgefahr mehr. Zwischenzeitlich war von 250 Verletzten die Rede gewesen, später von weniger als 200. Bei dem Todesopfer soll es sich um eine etwa 30 Jahre alte Afrikanerin handeln. Die Behörden nahmen im Laufe des Tages aber die Darstellung zurück, es habe zwei Todesopfer gegeben. Vielmehr habe der Fahrer der U-Bahn das Unglück überlebt.
Ich saß in dem Zug, der auf den anderen aufgefahren ist, sagte Passagier Fabiano DeSantis zu Reuters TV. Da er sich im vorderen Abteil des Wagens befunden habe, habe er alles gesehen - unter anderem ein rotes Licht. Da sei ihm klar geworden, was gerade passiere. Eine andere Zeugin berichtete dem Fernsehsender Sky Italia, die Menschen in dem Zug hätten zuerst an einen Terroranschlag gedacht. Später wurde uns allerdings klar, daß es sich um ein Unglück handelt. Wieder andere Zeugen sagten, nach dem Zusammenstoß seien Deckenträger der Station eingestürzt und die Lichter ausgegangen. In der Stadt kam es zu einem Verkehrschaos: Die betroffene U-Bahn-Linie A stellte den Betrieb komplett ein.
Text: FAZ.NET mit Reuters
Bildmaterial: dpa, Reuters