07. April 2003 Die amerikanische Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice hat als erste ranghohe Politikerin aus Washington seit Kriegsausbruch Moskau besucht und mit der russischen Führung über den Irak gesprochen.
Trotz der gegenwärtigen Belastung der Beziehungen durch den Krieg hielten die USA an der strategischen Partnerschaft mit Russland fest, sagten amerikanische Diplomaten. Moskau hatte den amerikanisch-britischen Angriff auf den Irak scharf kritisiert. Washington warf Russland vor, Saddam Hussein Rüstungsgüter geliefert zu haben.
Rice: Treffen war sehr gut
Rice, die engste außenpolitische Beraterin des amerikanischen Präsident George W. Bush, sprach im Kreml mit Verteidigungsminister Sergej Iwanow und dem Sekretär des Sicherheitsrates, Wladimir Ruschailo. Außerdem traf sie mit Außenminister Igor Iwanow zusammen. Rice sagte lediglich, die Treffen seien sehr gut gewesen. Bush und der russische Präsident Wladimir Putin sollen bereits Ende Mai wieder zusammenkommen, zunächst in St. Petersburg und dann bei dem Treffen der wichtigsten Industriestaaten in Frankreich.
Die russische Seite wiederholte nach diplomatischen Angaben ihre Vorwürfe wegen der Schüsse auf den Fahrzeugkonvoi des russischen Bagdad-Botschafters Wladimir Titorenko im Irak. Die Kolonne war bei der Ausfahrt aus Bagdad am Sonntag zwischen die Fronten geraten und beschossen worden. Russland machte amerikanische Truppen für den Zwischenfall verantwortlich, Washington wies die Schuld zurück.
Russische Diplomaten in Syrien angekommen
Titorenko und acht Diplomaten und Journalisten trafen am Montagnachmittag in Syrien ein. Ein schwer verletzter Fahrer der Botschaft blieb mit einem Diplomaten als Begleitung im Krankenhaus der irakischen Stadt Falludscha zurück.
Rice sprach mit der russischen Seite auch über die Verwaltung und den Wiederaufbau nach Kriegsende, sagte ein ranghoher amerikansicher Diplomat in Moskau. Russland fordert wie Frankreich und Deutschland eine Nachkriegsverwaltung der Vereinten Nationen, während Amerika die Führungsrolle für sich beansprucht.
Text: dpa
Bildmaterial: dpa/dpaweb