Wenn ein Film die Berlinale lohnt, dann dieser: Sono Sions großartiger Film Love Exposure über Perversion und Romantik, Pop und Beethoven bewegt sich im Spannungsverhältnis von Sünde und Unschuld. Eine bewegende Grenzerfahrung, die die Möglichkeiten des modernen Kinos vor Augen führt. Von Rüdiger Suchsland
Berlinale
Das Ranking der F.A.Z.-Filmkritiker
Achtzehn Filme in der Konkurrenz des Wettbewerbs, fünf Kritiker von F.A.Z. und Sonntagszeitung: Unsere interaktive Grafik zeigt, welcher Film in der Bewertung ganz vorne liegt - und welche schlecht abschneiden.
Das erste Wochenende der Berlinale brachte drei deutsche Premieren: Florian Gallenbergers John Rabe, Sebastian Schippers Mitte Ende August und Hans-Christian Schmids Sturm. Makellos sind sie alle nicht, überraschen aber durch ihre extrem unterschiedlichen Erzählweisen. Von Peter Körte
Die Berlinale beginnt mit Tom Tykwer, Kate Winslet und einem Baby, das fliegen lernt. Und viele der geschürten Erwartungen erweisen sich dabei als maßlos übertrieben. Wenn Der Vorleser und The International politische Filme sind, ist auch der rote Teppich vor dem Kino eine Meinungsäußerung. Von Claudius Seidl
Viele scheuen die Berlinale, weil ihnen der Weg zu den Tickets zu beschwerlich scheint: Bilder von Wartenden mit Klappstühlen und in Schlafsäcken vor der Kasse schrecken sie ab. Dabei kann gerade das Schlangestehen ein Höhepunkt des Festivals sein. Von Jörg Thomann
Das Leben der Kriegsheimkehrer verdichtet sich auf der Berlinale zum Tagesthema: Annette K. Olesens Little Soldier und Stephen Daldrys Verfilmung von Bernhard Schlinks Roman Der Vorleser laufen im Wettbewerb. Sind sie dem historischen Stoff gewachsen? Von Andreas Kilb
Natürlich ist ein Festival ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, auf dem sich jeder, so gut es geht, zu verkaufen trachtet. Es ist aber auch ein Ort, wo Ehre widerfährt, wem Ehre gebührt. Wir haben Leute porträtiert, die der Berlinale ein Gesicht verleihen.
Ein Glücksfall für die Berlinale, für die Banken kein Imagegewinn: Tom Tykwers Thriller The International eröffnet das Festival. Der Film dreht sich um die Machenschaften eines luxemburgischen Finanzinstituts, das sich als Zwischenhändler im weltweiten Waffenhandel positioniert. Von Verena Lueken
Bild für Bild Das erste Licht, das im Dunkel des Kinosaals auf die Leinwand fällt, gehört dem Vorspann. Er ist die Verpackung und der Vorhof jeder Geschichte. Ein Lob der unbekannten Meister der ersten Minuten. Von Verena Lueken
Kinofans, die im Schneeregen an roten Teppichen stehen, Freude über jeden einzelnen Amerikaner und ein Ticketverkaufssystem, das sich Jorge Luis Borges ausgedacht haben muss: Seit Donnerstag ist die 59. Berlinale eröffnet. Aber brauchen wir sie überhaupt noch? Von Julia Encke und Nils Minkmar
Zusammen haben die drei Regisseure Maren Ade, Hans-Christian Schmid und Sebastian Schipper zwei Filme im Wettbewerb und zwei im Forum. Vor dem Festivaltrubel machen sie sich noch einmal Gedanken über das eigene Handwerk.
Ausgerechnet in Amerika, wo jeder Einwohner etwa achtzig Kilo Fleisch im Jahr isst, herrscht eine Nahrungsmittelkrise. Wer wissen will, warum das so ist, ist in Food Inc. von Robert Kenner genau richtig. Auf der Berlinale wird der Dokumentarfilm einen ganz großen Auftritt haben. Von Verena Lueken
Unsere Art zu essen macht uns krank und den Planeten kaputt. Und es schmeckt noch nicht mal. Michael Pollan, einer der bekanntesten Kritiker der Nahrungsmittelindustrie in den Vereinigten Staaten über die Misere unserer täglichen Ernährung die Chance einer Revolutionierung unserer Essgewohnheiten.
In der Reihe Perspektive Deutsches Kino glänzen vor allem junge Dokumentarfilmer. Peter Dörfler zeigt die kriminellen Kapriolen einer Berliner Schausteller-Familie. Und doch ist Achterbahn alles andere als ein sensationsgieriger Enthüllungsfilm. Von Hans-Jörg Rother