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Mercedes-Benz GLK
Mit den kantigen Genen der eigenen Vergangenheit

Mercedes-Benz hatte früher Geländewagen im Programm als so manch anderer Hersteller. Und für diese Aussage muss man nicht erst den Unimog bemühen, der wie der Land Rover und der Jeep ein Kind der vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts ist. Schon seit 1979 ist der Mercedes-Benz G auf dem Markt, er wird also schon vier Jahre länger gebaut als die aktuelle Version des Land Rover Defender, des selbsternannten Urgesteins der Branche. Und eben auf jene Gene des G beruft sich Mercedes-Benz bei seinem nun fünften Spross aus der SUV-Abteilung (nach G, GL, ML und R).

Das K steht bei den Stuttgartern traditionell für „Kurz”, beim neuen kompakten Off-Roader könnte es aber auch für „Kante” stehen. Anders als andere Protagonisten dieser zurzeit so blühenden Nische setzt der GLK auf harte Linien statt auf sanfte Formen, und die stehen ihm nicht einmal schlecht.

Zur Wahl stehen vier Triebwerke

Unter das Karosserie-Kleid hat Mercedes-Benz neueste Technik gepackt, vier Triebwerke stehen zur Wahl. Den Basismotor im GLK 220 CDI (40.341 Euro) gibt es leider erst im kommenden Jahr. Wie die drei anderen Modelle kann er aber jetzt schon bestellt werden. Die ersten Auslieferungen der Varianten GLK 280 (43.554 Euro), GLK 320 CDI (46.053 Euro) und GLK 350 (46.053 Euro) erfolgen im Oktober. Ausstattungslinien wie bei den Personenwagenmodellen gibt es nicht, wohl aber eine gar nicht mehr so umfangreiche Aufpreisliste, denn der GLK ist von Haus aus gut ausgestattet (Klimatisierungsautomatik, elektrische Fensterheber, Audioanlage, 17-Zoll-Alu-Räder, Zentralverriegelung, etliche Airbags, ABS, ESP und vieles mehr).

Nur der Basismotor ist ein Vierzylinder (2,1 Liter, Common-Rail-Technik, zweistufiger Turbolader, wartungsfreier Partikelfilter, erfüllt Euro 5), doch mit einem Drehmoment-Maximum von 400 Newtonmeter bei nur 1400 Umdrehungen in der Minute dürfte der Wunsch nach noch mehr Kraft kaum aufkommen. Mercedes-Benz gibt einen Normverbrauch von nur 6,9 Liter auf 100 Kilometer an (alle GLK haben eine Siebenstufen-Automatik), die Höchstgeschwindigkeit beträgt 205 km/h, die Nennleistung 124 kW (170 PS) bei 3800/min.

Fortan Gemtex statt Stahl

Noch mehr Dampf hat der 320 CDI mit seinem variablen Turbolader. Der Dreiliter-V6-Motor hat gar 540 Nm maximales Drehmoment bei 1600/min. 165 kW (224 PS) reichen für eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h. Der Normverbrauch wird mit 7,9 Litern angegeben.

Die beiden V6-Benziner mit 3,0 und 3,5 Liter Hubraum werden auf dem deutschen Markt gewiss nur eine Nebenrolle spielen. Der kleinere leistet 170 kW (231 PS), der größere 200 kW (272 PS). Beim Drehmoment können beide den Dieseln nicht das Wasser reichen: Mehr als 300/350 Nm sind nicht drin. Der Normverbrauch beläuft sich auf 10,4 und 10,6 Liter, die erzielbaren Höchstgeschwindigkeiten von 210 oder 230 km/h sind kaum ein Vorteil.

Ziehen dürfen alle GLK bis zu zwei Tonnen. Man arbeite noch daran, die Anhängelast auf 2,5 Tonnen zu erhöhen, hieß es bei der Präsentation des GLK. Auf einem ehemaligen Militärgelände in der Nähe von Baden-Baden konnte der neue Benz zeigen, was er abseits der Straßen kann. Und das war trotz des fehlenden Untersetzungsgetriebes sehr viel. Der Allradantrieb erfolgt permanent, 55 Prozent der Kraft wird an die Hinterräder geleitet. Kommt man abseits der Straße in die Bredouille, ermöglicht die Elektronik die bestmögliche Traktion - vor allem, wenn man für 702 Euro das „Offroad-Technik-Paket” geordert hat, das unter anderem ein spezielles Offroad-Fahrprogramm mit Bergabfahr-Kontrolle und einen Unterbodenschutz aus Gemtex umfasst. Gemtex ist ein Kunststoff, der nahezu die gleichen Funktionen erfüllen kann wie Metall, er ist aber viel leichter. Mercedes-Benz will künftig bei allen Offroad-Modellen Gemtex statt Stahl einsetzen.

Hinterradantrieb auch für Deutschland?

Vom Raumangebot her kann der 4,53 Meter lange GLK durchaus mit der Konkurrenz mithalten. Geboten wird ein Kofferraumvolumen von 450 Litern, durch Umlegen der asymmetrisch geteilten Rückbanklehne ergibt sich ein 1,67 Meter langer Stauraum, das Ladevolumen steigt auf 1550 Liter.

Gebaut wird der GLK aussschließlich in Bremen. Dort bereitet man für das Amerika-Debüt im Frühjahr 2009 auch eine 4×2-Variante vor. Sollte es der Markt fordern, wird es reinen Hinterradantrieb auch für Deutschland geben. Das spare zwar nur etwa 0,2 bis 0,4 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer, aber der Kaufpreis sollte sich etwas deutlicher reduzieren.

F.A.Z.
Boris Schmidt


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