
"In Japan wird das Auto Auslaufmodell" - "Ich vermute, dass sehr viele Leute erschrocken sind, als sie die Überschrift gelesen haben." Erschrocken? Wer sich lebenswerte Innenstädte wünscht, der weiß: Je weniger Automobile, desto mehr Lebensqualität. Heute fahren wir raus aus der Stadt, um uns von Lärm, schlechter Luft und Enge zu erholen. Unanehmlichkeiten, die wir zu einem Großteill einem Verkehrsmittel zu verdanken haben, das oftmals mehr Probleme schafft als löst. Wer Städte lebenswert und sicherer machen will, wer Kindern mehr Freiraum gönnt, wer Platz für mehr Grün schaffen will, wer tief durchatmen will - der kommt um eine Diskussion um die Folgen des Autoverkehrs in den Innenstädten nicht herum. Der Horizont des Autors aber endet genau dort, wo sein Autofetisch beginnt.

Da muss man sich tatsaechlich grosse Sorgen machen. Um die Menschen, die Kultur und natuerlich das Land im Allgemeinen auch. War dieser Artikel japanische Satire? Oder wirklich das Jammern eines Autonarren, dass der Supermarkt um die Ecke den eigenen Gelaendewagen ueberfluessig macht? Wirklich schade denkt man sich da. Man sollte wieder zurueck zu den Idealen der 70ern. Strassen immer breiter, am besten jedes Jahr eine Spur. Supermaerkte raus auf die gruene Wiese. Und Innenstaedte in denen zwar niemand leben moechte, aber durch die man geschwind mit ueber 100 brausen kann. Wirklich amuesant. Gerade wenn dies ernst gemeint war.

...bezueglich des Verkehrs trifft doch mittlerweile fuer jede Grosstadt zu. Ob es NY, Berlin oder Moskau ist. Daher ist es Quatsch zu sagen das das Thema Auto fuer Japan gelaufen ist. Voelliger Unsinn. Den Neidfaktor kann ich nicht bestaetigen. Waere es wirklich so gebe es in Deutschland kaum noch Edelkarossen, und die gibt es zuhauf. Sogar die Taxen sind oft von Mercedes. Gibt es sonst nirgendwo. Ich frage mich was der Author in Polen fahren wuerde?

... fand ich den Artikel. So sehen wir, was fuer Probleme auftauchen in anderen Industrienation. Der Autor ist sehr bewusst, dass er eigentlich keinen Auto mehr braucht. Er hat ja wohl einige Gruende im seinen Artikel genannt, dafuer braucht er nicht wieder einen Gegenfrage, warum er einen hat. Er kauft sich ein deutsches Auto, weil er, wie viele anderen Japaner auch, deutsche Produkte mag und noch an den Ruf "Made in Germany" glaubt. Japaner moegen auch Olli Kahn. Er moechte einfach nur darauf hinweisen, dass die Autoindustrie Japans demnaechst ein Problem haben werden. Vielleicht werden wir eines Tages auch diese Probleme haben, wenn unser Infrastruktur zu gut funktionieren und wir 24h kundenorientierter "Bequeme Stores" haben. Dann wird VW/Porsche weniger Auto verkaufen und wir werden in den Schlagzeilen lesen: VW streicht 8000 stellen in der Produktion! @M.Weiss, der Japaner verdient im Durchschnitt fast genau so viel, wie der Deutscher. Ziehe Wikipedia oder CIA World Factbook

Ich habe 3 Fragen: 1. Lieber Herr Kimura, wieso brauchen Sie in Japan überhaupt ein Auto, wenn Sie nur 850 in 4 Monaten fahren. Manche machen das mit dem Moped, Fahrrad oder zu Fuß. 2. Haben Sie die CO2-Diskussion verschlafen? 3. Wieso kaufen Sie sich eigentlich keine japanischen Produkte? (Toyota/Lexus, Mazda etc. bauen doch auch sehr nette und edle Sportwagen und verkaufen auch in Deutschland ihre SUVs) Abschließend: Dieser Bericht scheint mir ehrlich gesagt nur ein peinlicher Seitenfüller zu sein. Mehr nicht.

Herr Hofmann, erklären sie mir doch bitte einmal was die "Neidgesellschaft" mit der Verwechslung der beiden tatsächlich sehr ähnlich klingenden Porsche Typen Cayenne und Cayman zu tun hat. Der Normalbürger kennt zwei Typen von Porsche: den kleinen (911 etc.) und den großen, der eben Cay... heißt. Dass es auch einen kleinen Cay... gibt, ist mir und sicherlich auch den anderen Kommentatoren beim Schreiben nicht bewußt gewesen. Einen Rückgriff auf die "Neidgesellschaft" ist zur Erklärung dieser Verwechslung also wirklich nicht nötig (Und wenn ich neidisch wäre, dann auf den schnittigen Cayman und nicht auf den unförmigen Cayenne). Fragt sich also nur, warum Sie so schnell mit der "Neidgesellschaft" zur Hand sind, wenn es doch eine soviel einfachere und einleuchtendere Erklärung gibt.

Ein Cayman von der Grösse eines Einfamilienhauses? Verwechseln Sie vielleicht Cayman und Cayenne? Ein Blick auf die Homepage des Herstellers lohnt sich.

...bevor sich dieser Irrtum durch alle Kommentare fortsetzt. Porsche Cayenne = Geländewagen, der im Gelände nichts kann und auch sonst keinen Zweck hat, außer groß, schwer und durstig zu sein; Cayman = Zweisitzer unterhalb des 911, ebenfalls mit mehr Leistung, als irgendjemand braucht. Der Autor fährt in Tokio letzteres. Auch unsinnig, aber immerhin nicht so platzraubend.

ist kein SUV, sondern der kleinste, nach einem Aligator benannte Porsche, den es seit ca. 1 Jahr gibt. Das Einfamilienhaus heißt Cayenne, wie der Pfeffer.

Bitte entschuldigen Sie meine Ausdrucksweise, aber ich finde es nun mal krass wie schnell in unserer "Neidgesellschaft" aus einem kleinen Porsche Cayman ein großer Cayenne wird - und das bei den ersten drei Kommentaren zu diesem Artikel! Zum Artikel an sich - ich glaube, ich würde in Tokio auch auf das Auto verzichten - Allerdings bin ich der festen Überzeugung, dass dies meiner körperlichen Fitness nicht eben zuträglich wäre.

Die Gruenen (...) kann das nur freuen. Japan als Beispiel fuer Deutscland. Toll!! Heimlich hoffe ich darauf. Dann werden die Leute endlich jene Parteien waehlen, die wirklich gebraucht werden. Und noch was zu Tokyo: Ist Koeln anders?? Sicher, breitere Strassen, Parkhaeuser usw. Nur eben das z.B. ein Dreher (Single) in Japan 5000 Euro verdient und in D. 2100 Euro hoechstens.

Ich wohne ausberuflichen Gründen in der japanischen Präfektur Shiga, die größtenteils ländlicher Natur ist. Hier ist es oft nicht möglich, ohne Auto auszukommen, da das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel nicht so dicht gestrickt ist. Der Trend geht jedoch in Richtung Kleinstwagen. Diese Fahrzeuge sind unter 650ccm steuerbefreit und haben einen niedrigen Verbrauch, beliebtester Hersteller Daihatsu. Die Abgabenlast für "Normalfahrzeuge" halte ich in Japan in Bezug zum durchschnittlichen Gehalt für sehr hoch und übertrifft die in Deutschland bei weitem. Da viele Abgaben von der Motor-/Fahrezuggrösse abhängen, wird der Trend zu kleineren Fahrzeugen anhalten, aber Auslaufmodell? Herrn Kimuras apokalyptische Vorstellung geht zu weit, trifft aber in vielen Punkten den Kern.

Dieser Beitrag strotzt nur so von Arroganz (...). Meine Vor-Schreiber haben die wesentlichen Kritikpunkte bereits genannt, dazu kommt die offensichtliche Überheblichkeit gegenüber der Schöpfung.

bei 9 Milliarden Menschen und begrenzten Ressourcen ist autofahren doch kein Selbstzweck mehr in einer Großstadt im besonderen. lange wurde geschildert, der autor braucht kein auto. und in tokyo haben sicherlich noch weitere 5 millionen ein auto zuviel. wer 23,5 h am Tag sein Auto nicht nutzt, der sollte zum fahrrad, taxi, usw greifen. zwei vorteile: die taxis werden besser ausgenutzt, der benzinverbrauch sinkt und woanders wird benzin und diesel zum überleben gebraucht, und nicht nur zur freude am fahren. in D scheint ja dann für den Autor nicht alles schlecht zu sein.

Ein sehr interessanter Artikel. Man versucht also in Japan quasi, den Bürgern das Autofahren auszutreiben, in dem man ihnen jeglichen Spaß daran nimmt. Was aber wohl nicht funktioniert, da immer noch genügend Menschen mit dem Auto fahren. Dafür wird es für diese noch verbleibenden Autofahrer immer unerträglicher. Im Gegenzug ist der Öffentliche Verkehr wohl aber offensichtlich auch nicht perfekt. Das soll einer verstehen. Beim Lesen dieses Artikels graut es einem wirklich vor Bürokratieüberfluß und politischen Fehlentscheidungen.

Na sowas. Ein (dem Namen nach zu urteilen offensichtlich) Japaner kauft sich in Japan einen Porsche vom Ausmaß eines Einfamilienhauses, um dann festzustellen, dass die dortigen Verkehrsgegebenheiten nicht zu diesem Typ Auto passen. Ich bin versucht, diesen Beitrag für inhaltlich konstruiert zu halten. Aber eigentlich mag ich mehr den Gedanken an den dekadenten Karrenkäufer, der plötzlich in die Realität stolpert. Und stimmt schon: das müssen keine Neidkratzer sein, die einen böse erwachen lassen. Warum aber hier ganz induktiv das Erlebnis als Indiz für den Niedergang der japanischen Autoherstellerschaft gelten soll ... naja, wie auch immer geartete Spekulation ist ja nach wie vor en vogue. Hab's mit Vergnügen gelesen.

Ist das ein Witz? Ironie? Zitat: "Dieser Zustand ist für die Bewohner praktisch und für Autos fatal". Erst einmal ist es doch sehr schön für die Menschen, wenn sie kein Auto benötigen: sie sparen Geld, Zeit, leben gesünder (laufen, weniger Unfälle) und die Umwelt wird weniger belastet (Ressourcen, Luft, Lärm). Warum hält der Autor diesen Zustand für negativ? Erstens scheint er unter einem Autofetisch zu leiden. Dies legt nicht nur die Wahl der Fahrzeuge (Cayenne - in Tokyo! - wegen der Kratzer! - Tiguan) nahe, sondern auch Formulierungen wie die oben zitierte, in denen Autos mit Menschen gleichgesetzt werden. Zweitens das ökonomische Argument. Hier fürchtet der Autor, dass die japanische Regulierungswut die dortige Autoindustrie zerstören wird. Die geschilderten Zustände scheinen jedoch nicht neu. Die Autoindustrie ist trotzdem rasant gewachsen. Der Autor nennt keinen Grund warum das, was in der Vergangenheit den Aufstieg der Autoindustrie nicht verhindert hat, in Zukunft sogar ihr Ende bedeuten sollte. Das Fehlen von starken Argumenten und die Neigung zum Fetisch legen eine psychologische Analyse nahe: Es geht nicht um die Zukunft der Autoindustrie sondern um den Auslauf für den kratzerlosen Cayenne. Ei, ei, wie niedlich.