Aston Martin V12 Vantage

Er will mehr als nur spielen

Von Jürgen Lewandowski

Der Preis für diesen Fahrspaß: 169.000 Euro

Der Preis für diesen Fahrspaß: 169.000 Euro

22. Juni 2009 Es geschieht selten, dass ein Mann mit seinem Job derart verschmilzt, dass eine symbiotische Beziehung entsteht - aber Ulrich Bez ist, man kann es nicht anders sagen, der personifizierte Aston Martin. Wie der Schwabe diesen Nymbus auf wackeligen Beinen neu positionierte und an einem verwöhnten Markt etablierte, ist schon bemerkenswert.

Dabei hat ihm sicherlich auch geholfen, dass das Modellprogramm clever durchdacht ist: Hier die „kleinen“, agilen Achtzylinder, dort die kraftstrotzenden Zwölfzylinder mit dem von James Bond empfohlenen DBS als Top-Modell. Und natürlich gibt es von jedem Modell auch ein Cabriolet - und was Ulrich Bez besonders freut: „Bei den teuersten Modellen haben wir die größten Bestelleingänge - also werden wir 2009 trotz sinkender Verkaufszahlen noch Gewinn machen.“

Die klare Linie der immerwährenden Vernunft: Aston Martin V12 Vantage
Die klare Linie der immerwährenden Vernunft: Aston Martin V12 Vantage

Ab Juni gibt es den V12 Vantage

Und damit die Lust an einem Aston Martin auch weiterhin wächst, gibt es von Herbst an den viertürigen Rapide - und von Juni an den V12 Vantage, eine besonders kräftige Variante des normalerweise mit einem 4,7-Liter-V8 ausgestatteten Vantage, der mit 420 PS auch nicht gerade schwächlich ausgestattet ist.

Ob es tatsächlich nie geplant war, dem Einstiegsmodell den größeren und schwereren 6-Liter-V12 mit 517 PS zu verpassen, bleibt wohl ein Geheimnis. Ulrich Bez sagt jedenfalls, dass er der Meinung war: „Des passt.“ Und so hat es letztlich auch gepasst, und man steht verwundert vor der sich weit öffnenden Motorhaube und betrachtet diesen riesigen Motor in dem engen Vorderbau.

Nun neigen Modelle dieser Art gern dazu, durch die zusätzlichen Kilogramm auf der Vorderachse zu heftig untersteuernden Monstern zu werden, die geradeaus rasant beschleunigen und in den Kurven von ihren agileren Brüdern ausgebremst werden.

Angereichert mit viel Karbon

Dem hat der Techniker Bez eine heftige Entfettungskur - mit viel Karbon angereichert - entgegengesetzt und eine Achslastverteilung von knapp 50:50 erreicht - womit klar ist, dass der V12 Vantage nicht nur mit einem satten und leicht zornigen Klang in 4,2 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt (um erst bei 306 km/h zu stoppen), sondern sich auch lustvoll kleineren und größeren Kurvenradien nähert, um sie mit derart hohen Geschwindigkeiten anzubremsen und zu umrunden, dass der Beifahrer schon über gesunde Magennerven verfügen sollte. Der Preis für diesen Fahrspaß: 169.000 Euro.

Es sollen nur rund 1000 Exemplare entstehen, danach wird die Produktion eingestellt. Und wenn die Kundschaft dann nach einem V12 Vantage Roadster fragen würde? Ulrich Bez ist ein viel zu guter Kaufmann, um die Frage grundsätzlich zu verneinen - aber eigentlich sollte dieses Spielzeug geschlossen bleiben.

Viel Karbon und eine Achslastverteilung von knapp 50:50
Viel Karbon und eine Achslastverteilung von knapp 50:50

Text: F.A.S.
Bildmaterial: Hersteller

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