Fiat 500

Auch Männer mögen ihn

Von Boris Schmidt

Nicht nur Frauenherzen schlagen höher: Der neue Fiat 500

Nicht nur Frauenherzen schlagen höher: Der neue Fiat 500

01. November 2007 Mit dem neuen 500 hat Fiat einen Knüller im Programm wie lange nicht: Alle Welt will den knuffigen Kleinwagen haben. Mehr als 80.000 Exemplare sind schon in Frankreich und Italien bestellt worden, und die 3.500 Autos, die noch in diesem Jahr nach Deutschland kommen sollen, sind nahezu vergriffen. Der 3,55 Meter lange Wagen trifft den Zeitgeist, er sieht unverschämt gut aus, wirkt in allen Belangen keineswegs billig, verbraucht wenig Benzin (Normwerte 5,1, 6,3 oder 4,2 Liter), hat vorbildliche CO2-Werte und ist zu Preisen von 10.500 Euro an zu haben. Am Wochenende war die offizielle Markteinführung.

Zur Wahl stehen drei Vierzylinder-Motorisierungen (zwei Benziner und ein Diesel) sowie drei Ausstattungslinien. Die Benziner haben entweder 1,2 oder 1,4 Liter Hubraum, woraus sich 51 oder 73 kW ergeben (70 oder 100 PS). Die 100-PS-Variante kostet 12.500 Euro, ebenso wie der 1,3-Liter-Diesel, der 55 kW (75 PS) leistet. Schon die Basis-Version „Pop“ ist recht gut ausgestattet (unter anderem ABS, sieben Airbags, Servolenkung, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, Radio mit CD-Player). Für 2.000 Euro mehr gibt es entweder „Lounge“ oder „Sport“, dann sind unter anderem eine manuelle Klimaanlage, Leichtmetallfelgen oder ein Lederlenkrad an Bord.

Angelehnt an den Klassiker

Der kleine Italiener in elegantem Rot

Der kleine Italiener in elegantem Rot

Zum Konzept des neuen 500, dessen Formen unverhohlen an die des kleinen Klassikers anknüpfen, der von 1957 bis 1975 mehr als 3,7 Millionen Mal gebaut wurde, gehören mannigfaltige Möglichkeiten, das Wägelchen mit Zierstreifen und anderen Accessoires zu individualisieren. Insgesamt ergeben sich so 500.000 Möglichkeiten, den 500 zum ganz persönlichen Exemplar zu machen. Wer jetzt zum Händler geht und kein Lagerfahrzeug möchte, muss bis zum ersten Quartal 2008 auf die Lieferung warten. Für kommendes Jahr sind 10.000 Exemplare für Deutschland eingeplant, vielleicht kommen aber auch 15.000 500er aus dem polnischen Werk über die Oder.

In Tychy können 120.000 bis maximal 150.000 Autos jährlich gebaut werden; zurzeit spielt man in Turin mit dem Gedanken, eine zweite Fertigung in Italien aufzuziehen, um der großen Nachfrage Herr zu werden. Geliebäugelt wird bei Fiat zudem mit einer Cabriolet- und einer Kombi-Version (historisches Vorbild: Giardiniera), auf jeden Fall kommt im Herbst 2008 eine leistungsstärkere Version unter der Marke Abarth. Beschlossen ist außerdem ein besonders effizienter Zweizylinder-Motor mit Start-Stopp-Automatik, der für Herbst 2010 terminiert ist. Schon heute erfüllen alle Motoren die strengeren, zukünftigen Euro-5-Normen, der Diesel hat einen Filter serienmäßig.

Mehr als ein Modeartikel

Bei ersten Probefahrten im Stadtverkehr von Berlin konnte der 500 durchaus überzeugen. Er fasst sich wertig an, federt passabel und läuft leise (mit dem 1,4er-Motor). Der 500 ist viel mehr als ein Modeartikel, er ist ein schickes Auto für bis zu vier Personen, das auch Männern gefällt - was bei Kleinwagen sonst nur auf den Mini zutrifft. Das mag an der stämmigen Karosse liegen, die auch maskuline Züge trägt.

Text: F.A.Z., 30.10.2007, Nr. 252 / Seite T3
Bildmaterial: Hersteller

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