Audi S4

Sparsamkeit kostet zwei Zylinder

Von Gerd Gregor Feth

Audis neuer S4 kann sprinten und Sprit sparen

Audis neuer S4 kann sprinten und Sprit sparen

04. November 2008 „Unter zehn Liter“ heißt die Devise für den neuen Audi S4, nicht gerade das sparsamste Modell der A4-Baureihe. Im Motorraum arbeitet jetzt der 3.0 TFSI, ein Dreiliter-V6-Benziner, beim Vorgänger waren es noch acht Zylinder und 4,2 Liter. Dafür hat der neue Direkteinspritzer einen kompakten und effizienten Roots-Kompressor inmitten des „V“. Und das „T“ steht nicht nur für „Turbo“, sondern auch für einen mechanischen Lader.

Das neue Triebwerk erreicht mit 245 kW (333 PS) zwar um 8 kW (11 PS) weniger Leistung als der Vorgänger, aber es entwickelt mit seinem maximalen Drehmoment von 440 Nm um satte 30 Nm mehr Kraft. Das Resultat beeindruckt: Den Standardsprint von 0 auf 100 km/h absolviert der V6 in nur 5,1 Sekunden, bei 250 km/h wird abgeregelt. Vor allem ist dieser S4 sparsamer. Als Limousine soll er im EU-Zyklus 9,7 Liter (Avant 9,9 Liter) verbrauchen - das sind 27 Prozent oder 3,6 Liter.

Neu ist das sogenannte Sportdifferential

Im S4 völlig neu ist das sogenannte Sportdifferential, das dem Fahrzeug schneller um die Ecke hilft, indem es beim Einlenken das kurvenäußere Rad um zehn Prozent schneller drehen lässt. Damit „lenkt“ die Hinterachse - als Teil des Allradantriebs mit der Ausgangskraftverteilung von 60:40 - mit und unterstützt so die Kurvenfahrt. „Wir erreichen mit unserem Sportdifferential die höchste Querbeschleunigung, die technisch überhaupt möglich ist“, erklärt Audis Cheffahrwerker Ralf Schwarz.

Dieses Sportdifferential soll knapp 1000 Euro Aufpreis kosten und eine wesentliche Lücke im Audi-Fahrdynamiksystem Drive select schließen. Dort sind die Steuerungen von Motor, Getriebe, Dynamiklenkung, elektronisch geregelte Dämpfer und jetzt Sportdifferential so vernetzt, dass sie bestimmte Fahrprogramme wie „Comfort“, „Automatik“, „Dynamik“ und „Individual“ unterstützen. Der Fahrer kann auf Knopfdruck wählen, wie er am liebsten unterwegs sein will.

Mit sieben Gängen und einer weiten Spreizung von 6,0:1 unterwegs

Dieses Auswahlmenü betrifft auch das neue Doppelkupplungsgetriebe S-tronic, das im S4 jetzt mit sieben Gängen und einer weiten Spreizung von 6,0:1 unterwegs ist. Hat der Fahrer „Dynamik“ gewählt, wird beispielsweise der „lang“ übersetzte siebte Gang gar nicht aktiviert, damit man stets sportlich fahren kann; in den anderen Modi schaltet das Getriebe sehr schnell hoch, um Kraftstoff zu sparen. Das kann zu großen Verbrauchsunterschieden führen: Erste Fahreindrücke zeigten, dass man selbst auf geschwindigkeitsbeschränkten Autobahnen und Landstraßen je nach Fahrstil Unterschiede von fast drei Liter auf 100 Kilometer erzeugen kann: Wir kamen auf 10,8 und 13,6 Liter. Beim Sparen helfen in der handgeschalteten Variante mit dem Sechsganggetriebe entsprechende Schaltempfehlungen im Display. Mit der S-tronic verbraucht der Motor gewöhnlich 0,3 Liter weniger auf 100 Kilometer als mit dem manuellen Getriebe.

Wie jeder neue A4 ist auch der S4 zwölf Zentimeter länger und fünf breiter als die alte Version - und wiegt dennoch zehn Kilogramm weniger. Die S4 Limousine wird im Frühjahr 2009 in Deutschland für einen Grundpreis von 50.350 Euro zu haben sein, als Avant für 52.600 Euro.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Hersteller

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