Audi A3 Cabriolet

Ein kleines, großes Cabrio

Von Gerd Gregor Feth

17. Dezember 2007 Der erste offene Audi A3 betont eine elegante Linie, die Audis früherer Designchef Walter de Silva noch geprägt hat: eine große, chromumrandete Fullframe-Kühlermaske, schrägstehende Scheinwerfer, die wegen des Tagfahrlichts permanent blinzeln, eine betonte Gürtellinie, nicht übertrieben ausgestellte Radhäuser (für 16 bis 18 Zoll große Räder). Damit sieht dieser kleine Audi so selbstbewusst aus wie ein Großer. Er leistet sich zudem ein aufwendiges Stofffaltverdeck, das - gegen Aufpreis - den Schall so gut dämmt, als säße man in einem konventionellen A3 mit Stahldach. Freilich bleibt die A3-Baureihe die kleinste mit den vier Ringen am Kühler. Besonders am Heck wird das deutlich: Dort endet die in einem sanften Schwung über die vier Sitze gezogene Mütze keine 20 Zentimeter vor der Kofferraumkante.

Wir wollen nicht von einem Stummelheck reden, denn wer unter der kurzen Klappe nur einen winzigen Stauraum vermutet, wird nach dem Öffnen eines Besseren belehrt: Gepäck mit einem Volumen von immerhin 260 Liter ist dort leicht unterzubringen. Und wer auf die Rücksitze verzichten kann, was bei einem Cabriolet nicht selten vorkommt, kann die beiden Rücklehnen einzeln umklappen und erhält auf diese Weise einen für diese Fahrzeugklasse rekordverdächtigen Stauraum von 674 Liter. Möglich macht das eine Verdeckmechanik mit einer komplizierten „Z-Faltung“ wie beim Porsche 911; damit lässt sich das Dach elektrisch in kaum zehn Sekunden in ein ziemlich flaches Paket verwandeln. Das kann man angeblich bis zu einer Geschwindigkeit von gut 40 km/h gefahrlos erledigen. Ein modernes Stahlfaltdach, das mancher anfangs für den A3 vermutete, hätte sich nur im Stand öffnen und schließen lassen und mit seinem komplizierten Gestänge wahrscheinlich den gesamten Kofferraum eingenommen.

Zwei Diesel und zwei Benziner

Der offene A3 ist innen ziemlich groß, so dass vier erwachsene Menschen einigermaßen bequem sitzen können. Selbst wenn das Verdeck geschlossen ist, stoßen Normalgewachsene im Fond nicht an den Dachhimmel. Die Passagiere auf den Rücksitzen werden von zwei feststehenden Überrollbügeln geschützt, die als Designelement nicht weiter stören. Ein ausfahrbares Sicherheitssystem wie im nächstgrößeren Audi Cabrio (Basis A4) hätte den Kofferraum spürbar verkleinert. Im Frühjahr wird das Audi A3 Cabrio, das 120 Kilogramm mehr wiegt als die Limousine, auf den Markt kommen.

Anfangs werden für ihn vier aufgeladene Vierzylindermotoren zur Auswahl stehen, um die Vorderräder anzutreiben: zwei Diesel und zwei Benziner. Die Basismotorisierung ist der 1.8 TFSI mit 118 kW (160 PS), der stärkste Ottomotor ist der 2.0 TFSI mit 147 kW (200 PS). Als Diesel kommen der 1.9 TDI mit 77 kW (105 PS) und der 2.0 TDI mit 103 kW (140 PS) zum Einsatz. Weil der A3 auf dem VW Golf basiert, sind nur quereingebaute Triebwerke einsetzbar; ein Sechszylinder, den es in dieser Konfiguration aus dem VW-Baukasten gäbe, ist vorerst nicht geplant; es soll auch keinen Allradantrieb geben. Über die Preise will Audi im Januar informieren.



Text: F.A.Z., 11.12.2007, Nr. 288 / Seite T3
Bildmaterial: Hersteller

 
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