Verkehrssicherheit

Tagfahrleuchten werden Pflicht

Von Michael Stabenow, Brüssel

Licht an! Die gesetzliche Verpflichtung soll Zahl der Todesopfer senken

Licht an! Die gesetzliche Verpflichtung soll Zahl der Todesopfer senken

24. September 2008 Alle neu zugelassenen Personenwagen und leichten Nutzfahrzeuge müssen von Februar 2011 an in der Europäischen Union (EU) mit speziellen Tagfahrleuchten ausgerüstet sein. Eine entsprechende gesetzliche Regelung hat die Europäische Kommission am Mittwoch angenommen. Im August 2012 soll die nur für die Frontbeleuchtung vorgesehene Verpflichtung auf alle Nutzfahrzeuge ausgedehnt werden. Es sei damit zu rechnen, dass allein durch die Verpflichtung die Zahl der Todesopfer auf Europas Straßen um „mehrere tausend“ sinke, hieß es in der Kommission. Im Jahr 2006 waren durch Unfälle auf den Straßen der EU-Staaten mehr als 39.000 Menschen ums Leben gekommen.

Die neuen Leuchten, deren technische Normen im vergangenen Jahr in der Genfer Wirtschaftskommission für Europa (ECE) der Vereinten Nationen vereinbart worden sind, werden schon von einigen deutschen, aber auch von ausländischen Herstellern angeboten. Sie müssen bisher vor allem in Skandinavien, Mittel- und Osteuropa sowie - auf Schnellstraßen und Autobahnen - in Italien auch tagsüber eingeschaltet werden. Ihr Vorteil gegenüber dem klassischen Abblendlicht besteht darin, dass es entgegenkommende Fahrzeuge und Fußgänger weniger blendet.

Neue Leuchten sparsamer

Österreich hatte allerdings wegen der Nachteile zu Jahresanfang auf die Verpflichtung zu Tagfahrlicht verzichtet. Die Mehrkosten für die neuartigen Leuchten sollen derzeit je Fahrzeug rund 150 Euro betragen. In der Kommission wird jedoch darauf verwiesen, dass mit der Massenfertigung die Preise deutlich fallen dürften; das sei auch bei der Einführung der geregelten Abgaskatalysatoren oder zuletzt des Dieselpartikelfilters so gewesen.

Die Kommission rechnet auch damit, dass sich die neuartigen Leuchten schon vor dem verbindlichen Einführungstermin im Februar 2011 weitgehend am Markt durchsetzen werden. Der zusätzliche Spritverbrauch durch eingeschaltete klassische Leuchten wird auf 0,2 bis 0,25 Liter je 100 Kilometer beziffert; der Mehrverbrauch durch die neuen Leuchten entspreche nur 25 bis 30 Prozent dieses Wertes, hieß es in der Kommission. Bei Verwendung der neuesten, sogenannten Leuchtdioden (LED) kämen die Fahrzeuge sogar nur mit einem Zehntel des Verbrauchs der klassischen Leuchten aus.

Text: F.A.Z.

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