Ford Fiesta

Ein großer Schritt für das globale Auto

Von Wolfgang Peters

22. Juli 2008 Im Oktober beginnt für Ford auf dem deutschen Markt eine neue Zeitrechnung: Der neue Fiesta startet zum Einstiegspreis von 11.250 Euro und setzt mit seiner Technik im global agierenden Ford-Konzern von Europa aus die Maßstäbe in dieser Klasse. Der Ford Fiesta 2008 kommt natürlich mit Frontantrieb und ist dennoch von Grund auf neu konstruiert worden. Man hat ihn als „Weltauto“ konzipiert, und er wird in dem Unternehmen aus globaler Sicht als das „vielleicht wichtigste Projekt seit dem T-Modell“ eingestuft. Das sind keine kleinen Schuhe.

Die erste Generation des Fiesta war vor 32 Jahren präsentiert worden. Im Lauf seines langen Lebens wurde der kompakte Ford mehrmals erneuert. Aber noch nie zuvor war der Schritt zu einem neuen Modell so groß (und womöglich entscheidend für den Erfolg) wie jetzt: Das Design ist trotz des Weltauto-Konzepts durchaus charaktervoll; im Innenraum kommen neue Materialien und architektonische Lösungen zum Einsatz, die sich an den Technik-Vorgaben der jüngeren Generationen orientieren; die Version Fiesta Econetic emittiert als „Entwicklungsziel“ im Normbetrieb nur noch 99 Gramm Kohlendioxid je Kilometer.

Erstmals ein Knieairbag in einem Ford-Kleinwagen

Das hat auch mit der neuen Konstruktion zu tun: Mehr als 55 Prozent der Karosseriestruktur bestehen aus hochfesten Stählen, im Vergleich zum Vorgänger wiegt der neue Fiesta dadurch rund 40 Kilogramm weniger. Gleichzeitig sorgen die festeren Stahlmengen auch für eine steifere Karosserie, die eine höhere Crashsicherheit bringt. Erstmals wird in einem Ford-Kleinwagen mit dem IPS-Sicherheitssystem ein Knieairbag verwendet.

Das Design des neuen Fiesta (mit zwei oder mit vier Türen und Heckklappe) nimmt die markentypische Kinetic-Sprache auf und erweitert sie um die Botschaften intelligenter Technik und Sportlichkeit. Der Bug wird dominiert von stark konturierten Scheinwerfern und dem großen Lufteinlass unter dem Markenzeichen. In den Flanken treten die Radhäuser muskulös hervor, eine ordnende Kante führt rund um das Auto. Die Version mit zwei Türen wirkt wie ein Coupé, mit vier Türen tritt die Eignung als Auto für die Lebensgefühl-Familie hervor.

Der neue Fiesta will sinnlicher sein als seine Vorgänger, die vor allem wegen ihrer praktischen inneren Qualitäten geschätzt worden waren. Im Innenraum sollen die unterschiedlichen Gestaltungs- und Ausstattungsprinzipien von Fiesta Ambiente (heimelig), Trend (inspirierend), Sport (kontraststark), Ghia (Champagnerluxus) und Titanium (Hochglanz) für fein definierte Charaktere sorgen.

Erwachsener und luftiger

Im Vergleich zum direkten Vorgänger ist der neue Fiesta nur um zwei Zentimeter in der Länge (auf 3,95 Meter), um drei Zentimeter in der Breite (1,72 Meter) und um zwei Zentimeter in der Höhe (jetzt 1,48 Meter) gewachsen. Dennoch wirkt das neue Modell trotz des kaum verlängerten Radstands erwachsener und bietet innen einen luftigeren Raumeindruck. 295 Liter Volumen hält der Kofferraum bereit, er lässt sich durch Umklappen der Rücksitzlehne auf 979 Liter vergrößern.

Motorisiert wird der neue Fiesta mit einem von vier Benzin- oder von zwei Dieselaggregaten. Sie kommen mit Hubräumen von 1,25 oder 1,4 oder 1,6 Liter bei den Ottotriebwerken, die Diesel weisen 1,6 Liter Hubraum auf. Die Motoren haben Leistungen von 44 kW bis 88 kW (60 bis 120 PS). Sie erfüllen Euro 4 und weisen Norm-Insgesamt-Verbräuche von 4,2 bis 6,5 Liter auf 100 Kilometer auf. Für September sind die ersten Fahrtermine angesetzt.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Hersteller

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