Porsche Boxster Spyder

Das fetzige Leichtgewicht

Von Wolfgang Peters

12. November 2009 Für die Suche nach „Porsche pur“ gibt es eine neue Chiffre: Der Boxster Spyder wird auf der Los Angeles Motor Show (4. bis 13. Dezember) vorgestellt, kommt im Februar 2010 auf den Markt und kostet in Deutschland 63.404 Euro.

Auf der technischen Basis von Boxster S und Cayman S ist das leichteste Modell der Porsche-Familie entstanden: 1275 Kilogramm wiegt der von einem Stoffdach der provisorischen Art (österreichisch: Fetzendacherl) behütete Zweisitzer. Er soll Erinnerungen wecken an jene Zeiten, als es niemals regnete in Südkalifornien und James Dean und andere Kerle um Monterey herum und nach Salinas unterwegs waren und nicht immer nur in sichtbehindernde Sonnenuntergänge hineinfuhren.

Dieses Modell kommt im Februar 2010 auf den Markt
Dieses Modell kommt im Februar 2010 auf den Markt

Das leichte Stoffverdeck zitiert wohl absichtlich die früheren Provisorien

Der neue Spyder soll ein Auto sein, das man am liebsten nur offen fährt: Das leichte Stoffverdeck zitiert wohl absichtlich die früheren Provisorien, erhebt sich erst gar nicht zu einem Kuppeldach, sondern flattert schon im Stand über das gesamte Passagierabteil weit nach hinten und landet dann zwischen den beiden, gleichfalls neuen und als Zitat zu verstehenden Höckern (ja, Carrera GT!), die von dem dünnen Steg der hochgesetzten Bremsleuchte verbunden werden. Dieses Dach und die aus der Seitenansicht als Keile zu identifizierenden Hutzen sowie die insgesamt niedrigere Silhouette verleihen dem Boxster eine liebenswerte Unbeschwertheit. Als könnte man mit ihm einfach immer offen fahren und man wäre gefeit gegen Wind und Wetter, einfach deshalb, weil die Passagiere mit resistenten Naturen gesegnet seien. Aber vielleicht kann man im Boxster Spyder dem Regen einfach davonfahren.

Dafür gibt es im Boxster die Maschine aus dem geschlossenen Cayman S: Der 3,4-Liter-Sechszylinder ist hier von Haus aus 7 kW stärker als jener im Boxster S, und er kommt im Spyder nun ebenfalls auf 235 kW (320 PS). Wobei der Boxster S mit 1355 Kilogramm rund 80 Kilo mehr wiegt als der Spyder. Kein Wunder, dass dieser nach Porsche-Angaben aus dem Stand in 4,8 Sekunden auf 100 km/h (Boxster S in 5,2) beschleunigt (unter der Bedingung, dass nicht ein unzulänglicher Mensch schaltet und kuppelt, sondern das PDK, und die Launch Control auf dem Gas steht) und 267 km/h erreicht. Mit offenem Verdeck, wie Porsche betont, und man muss dazu sagen: Der Boxster kommt auf 272 km/h.

Ob die Spyder-Piloten damit leben wollen? Wir werden den Spyder im Dezember in Amerika zur Probe fahren und sind sicher, dass schon bei niedrigerem Tempo kein Haar auf dem anderen bleibt.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Hersteller

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