Der südafrikanische Literaturnobelpreisträger J. M. Coetzee begeht heute seinen siebzigsten Geburtstag. In seinem neuen Roman nimmt er sich das eigene Nachleben vor: ein autobiographisches Virtuosenstück. Von Richard Kämmerlings
Die junge Autorin Helene Hegemann hat sich von dem Roman Strobo“ des Bloggers Airen inspirieren lassen. Er lieferte ihr Erlebnisse, die sie selbst nicht haben konnte. Was aber taugt die Vorlage? Und was sagen die Übernahmen über Hegemanns literarische Qualitäten? Von Andreas Kilb
Mit siebzehn Jahren hat die Schriftstellerin Helene Hegemann das beeindruckende Buch Axolotl Roadkill“ geschrieben: Nun wirft man ihr vor, sie habe von einem anderen Autor abgeschrieben. Sie selbst leugnet das nicht und wirkt dabei recht unbedarft. Von Felicitas von Lovenberg
Die französische Schriftstellerin Catherine Millet, die als Autorin von Das sexuelle Leben der Catherine M. im Jahr 2001 für Kontroversen sorgte, hat ein Buch über Eifersucht geschrieben. Im F.A.Z.-Interview spricht sie über ein unerwartetes Gefühl, rauschende Orgien und die Spielregeln der Liebe.
Arno Geiger beschreibt den Kitt langer Liebe zwischen zwei ungleichen Menschen, Dieter Kühn lässt Hitler mehrfach ermorden und Balzacs Modeste Mignon wird endlich wieder entdeckt. Elektrisierende Konstellationen in den Romanen der Woche.
Flaubert, Dostojewski, Fontane, Thomas Mann: Sie alle schrieben Romane, die nicht nur von hohem literarischem Rang waren, sondern auch beim Publikum ankamen. Sollte man ihnen deshalb den künstlerischen Wert absprechen? Antworten von Marcel Reich-Ranicki.
Literatur überredet uns, dem Alter auf angemessene Weise zu begegnen, mit Sympathie und mit Nachsicht: Der Autor Siegfried Lenz über das Alter und das Altern bei Svevo, Shakespeare und Shaw, Beckett und Hemingway.
Kaputte Tassen, verblichene Tücher, nutzloser Kram - Leanne Shapton erzählt die altbekannte Geschichte eines Paares, das sich findet und wieder verliert, auf noch nie dagewesene Weise: als Auktionskatalog. Von Johanna Adorján
Nach seinem Bekenntnis, als Student für die Securitate gearbeitet zu haben, ist Werner Söllner als Programmgeschäftsführer des Hessischen Literaturforums zurückgetreten. Hier wie auch im Frankfurter Literaturhaus steht der Nachfolger fest. Von Florian Balke
Der Dalai Lama zügelt seine Emotionen, ein Schwarzbuch kennt kein Mitleid mit der Deutschen Bahn und Jeremy Rifkin will, dass alle einfach nett zueinander sind. In den Sachbüchern der Woche hört sogar die Justiz auf ihr Gefühl.
Fast erträglich: Regisseur Frank Abt hat im Deutschen Theater Berlin eine juristisch unverfängliche Fassung von Maxim Billers 2003 verbotenem Roman Esra auf die Bühne gebracht. Von Irene Bazinger
Ein schönes neues Haus, ausgepackte Kisten, aufgeräumte Stimmung mit Minister und Bürgermeister: Suhrkamp feiert seinen Neuanfang in Berlin und die Verlegerin, die jeden einzelnen der hundert anwesenden Suhrkamp-Autoren persönlich begrüßte, entdeckt das Kollektiv. Von Felicitas von Lovenberg
Erlebt Johannes R. Becher eine Renaissance? War Thomas Brasch ein charismatischer Dichter? Sind Sartre und Camus heute noch empfehlenswert? Antworten von Marcel Reich-Ranicki.
Ein deutsches Romandebüt mit einer solchen Kraft hat es lange nicht gegeben: Helene Hegemanns Axolotl Roadkill ist ein Buch der Revolte gegen die Welt der Erwachsenen. Von Maxim Biller
Das Literaturarchiv in Marbach fürchtet um seinen exzellenten Ruf, die literaturwissenschaftliche Forschung will endlich das gesperrte Material sichten: Was ist so heiß am Nachlass von Max Brod, dass die deutsch-israelischen Beziehungen darunter leiden? Von Oliver Jungen
Goethe sucht den perfekten Komponisten, Freud sucht seine Mütze und 1,5 Millionen Deutsche suchen nach Lösungen für Mobbing. Helfen könnten intelligente Schwärme: die Sachbücher der Woche.
Der amerikanische Schriftsteller Erich Segal, dessen Liebesroman Love Story auch als Film ein Welterfolg wurde, ist am Sonntag in seinem Londoner Haus im Alter von 72 Jahren gestorben. Das berichtet die New York Times. Segal hatte zuvor 25 Jahre lang an der Parkinson-Krankheit gelitten.
Die 1955 geborene Schriftstellerin Siri Hustvedt lebt in New York und ist die kaum weniger berühmte Ehefrau des amerikanischen Literaturstars Paul Auster. Ihr neues Buch Die zitternde Frau ist eine schonungslose Selbstdiagnose. Von Julia Encke