Wie sehr ihre Wörter zu Herta Müller gehören, und sie zu ihren Wörtern, ist an diesem Abend deutlich geworden - selbst dann, wenn sie das Gegenteil behauptete: Vor der Verleihung des Literaturnobelpreises hat Herta Müller eine berührende Vorlesung gehalten. Felicitas von Lovenberg war dabei.
Herta Müllers Nobelpreisrede: Jedes Wort weiß etwas vom Teufelskreis
Ich wünsche mir, ich könnte einen Satz sagen für alle, denen man in Diktaturen alle Tage, bis heute, die Würde nimmt: Vor der Verleihung des Literaturnobelpreises am Donnerstag hält die deutsche Autorin Herta Müller in Stockholm eine berührende Vorlesung. Wir dokumentieren die Rede in ungekürzter Fassung. Von Herta Müller
Seit fünfzig Jahren sprechen in Frankfurt Dichter als Dozenten: Zum Geburtstag gibt es im neuen Riesenhörsaal der Universität eine großartig bündige Vorlesung von Durs Grünbein. Patrick Bahners hat sie sich angehört und in einem Trugbild die Wahrheit entdeckt.
Die Literatur ist auf einen doppelten Boden angewiesen, der Journalismus hingegen soll sich um diesen Boden überhaupt nicht bemühen, er darf ihn nicht haben: Marcel Reich-Ranicki über zwei verwandte, doch verschiedene Genres.
Umberto Eco im Rausch der Anhäufung: In einem prächtigen Bildband und einer Pariser Veranstaltungsreihe ergründet der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler die Lust an der Liste. Von Joseph Hanimann, Paris
Seit seinem Tod im Jahr 1998 gleicht das Wohnhaus des Dichters Ernst Jünger in Wilflingen einer Wunderkammer: Nichts ist verändert worden. Nun wird das Haus saniert. Der Nachlass wandert derweil ins Archiv nach Marbach. Aber wie macht man das? Ein Umzugsprotokoll. Von Hubert Spiegel und Wolfgang Eilmes (Fotos)
Im Skandal um den Kulturpreis beharrt Hessens Ministerpräsident Koch auch nach gütlicher Beilegung des Streits und bei der Preisverleihung darauf, formal und inhaltlich alles richtig gemacht zu haben. Eine Verstiegenheit zur Tarnung von Taktlosigkeit. Von Patrick Bahners
Wer die Welt nur aus dem Fernsehen oder dem Kriminalroman kennt, müsste glauben, unser Gemeinwesen werde vom Verbrechen regiert. Was aber bereitet uns daran so großes Vergnügen? Wie Friedrich Ani, Wolf Haas und Heinrich Steinfest die Unterhaltungsliteratur transzendieren. Von Richard Kämmerlings
Es ist das Buch, über das auch Thomas-Mann-Freunde betreten schweigen. Jetzt erscheinen die Betrachtungen eines Unpolitischen in der kommentierten Ausgabe von Hermann Kurzke - und können völlig neu gelesen werden. Von Volker Weidermann
Missbilligung und Zweifel konnte Fontane überzeugender begründen als Lob und Zustimmung. Die Zweifel bei seiner Urteilsfindung machte Fontane mit sich selbst aus. Seine Leser sollten glasklar erfahren, ob er ein Stück für Gold oder Blech hielt. Zweiter Teil von Marcel Reich-Ranickis Fontane-Würdigung.
Das amerikanische Gerichtsverfahren zum Google Book Settlement steht vor seinem Abschluss. Der zuständige Richter hat die Neufassung des Vergleichs vorläufig angenommen und einen Termin für die entscheidende Anhörung angesetzt.
Seinen Größenwahn zieht er aus der Innigkeit und betrachtet noch einen Tierfilm auf TV Today unter dem Standpunkt der Ewigkeit. Arnold Stadler dankt in einer brillanten Rede für die Verleihung des Kleist-Preises. Von Ingeborg Harms
Bild für Bild Katharina Hacker beginnt einen Romanzyklus, der höchste Hoffnungen weckt. David Grossman beschreibt bildmächtig, wie der Nahost-Konflikt Israel prägt. Außerdem in den Romanen der Woche: der wohl radikalste Erzähler aller Zeiten.
Für seine unverwechselbare Sprache und den Ernst seines Humors ist in Berlin der Schriftsteller Arnold Stadler mit dem Kleist-Preis 2009 geehrt worden. Wir dokumentieren die Laudatio von Péter Esterházy und die Preisrede Arnold Stadlers.
Nach mehr als dreißig Jahren trennt sich Joachim Unseld jetzt von seinen Suhrkamp-Anteilen: Für den Verlag ist dieser Schritt die größte Zäsur seit dem Tod von Siegfried Unseld. Ein Königsdrama scheint seinem Ende entgegenzusteuern. Von Felicitas von Lovenberg
Der neue Google-Vergleich ändert nichts am Geschäftsmodell des Rechtsbruchs. Digitalisierung ohne Zustimmung der Urheber muss unter Strafe gestellt werden. Ein Plädoyer des Juristen Burkhard Hess.
Die juristischen Konflikte zwischen den Gesellschaftern des Suhrkamp-Verlags sind beendet: Der bisherige Mitgesellschafter Joachim Unseld, dem bislang 20 Prozent des Verlages gehörten, hat seine Anteile verkauft. Damit steht einem Umzug nach Berlin nichts mehr im Wege. Von Michael Hierholzer
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