Herta Müller während ihrer Nobelpreisrede am Montag in Stockholm

Literaturnobelpreis

Das Taschentuch der Herta Müller

Spezial Seit langem ist vom Literaturnobelpreis nicht mehr eine solche Strahlkraft ausgegangen. In ihrer berührenden Ansprache hat Herta Müller gezeigt, wie Sprachkunst den Teufelskreis aus Angst und Unterdrückung durchbrechen kann. Von Felicitas von Lovenberg

 
Herta Müllers Nobelpreisrede: Jedes Wort weiß etwas vom Teufelskreis
Schon die Überschrift bewegte: “Jedes Wort weiß etwas vom Teufelskreis“

Herta Müllers Nobelvorlesung

Die Wörter kennen nicht den Mund

Wie sehr ihre Wörter zu Herta Müller gehören, und sie zu ihren Wörtern, ist an diesem Abend deutlich geworden - selbst dann, wenn sie das Gegenteil behauptete: Vor der Verleihung des Literaturnobelpreises hat Herta Müller eine berührende Vorlesung gehalten. Felicitas von Lovenberg war dabei.

 
Herta Müllers Nobelpreisrede: Jedes Wort weiß etwas vom Teufelskreis
Verbeugung vor dem Weggefährten Oskar Pastior, der während der Arbeit an dem gemeinsamen Buchprojekt “Atemschaukel“ verstarb

Herta Müllers Nobelvorlesung

„Jedes Wort weiß etwas vom Teufelskreis“

Ich wünsche mir, ich könnte einen Satz sagen für alle, denen man in Diktaturen alle Tage, bis heute, die Würde nimmt: Vor der Verleihung des Literaturnobelpreises am Donnerstag hält die deutsche Autorin Herta Müller in Stockholm eine berührende Vorlesung. Wir dokumentieren die Rede in ungekürzter Fassung. Von Herta Müller

Durs Grünbein hält die Jubiläumsvorlesung in Frankfurt

Frankfurter Poetikvorlesung

Willkommen in der Eissporthalle

Seit fünfzig Jahren sprechen in Frankfurt Dichter als Dozenten: Zum Geburtstag gibt es im neuen Riesenhörsaal der Universität eine großartig bündige Vorlesung von Durs Grünbein. Patrick Bahners hat sie sich angehört und in einem Trugbild die Wahrheit entdeckt.

Eine Rose ist bei Goethe nicht einfach eine Rose

Fragen Sie Reich-Ranicki

Was zwischen den Zeilen steht

Die Literatur ist auf einen doppelten Boden angewiesen, der Journalismus hingegen soll sich um diesen Boden überhaupt nicht bemühen, er darf ihn nicht haben: Marcel Reich-Ranicki über zwei verwandte, doch verschiedene Genres.

Auf seiner Liste stehen alle möglichen Bilder, Texte und Filme: Umberto Eco

Umberto Eco

Welt wird alles, was sich aufzählen lässt

Umberto Eco im Rausch der Anhäufung: In einem prächtigen Bildband und einer Pariser Veranstaltungsreihe ergründet der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler die Lust an der Liste. Von Joseph Hanimann, Paris

In sogenannten Reffs werden die Bücher genau so transportiert, wie sie in den Regalböden standen

Ernst Jüngers Haus

Die Ordnung der Dinge

Seit seinem Tod im Jahr 1998 gleicht das Wohnhaus des Dichters Ernst Jünger in Wilflingen einer Wunderkammer: Nichts ist verändert worden. Nun wird das Haus saniert. Der Nachlass wandert derweil ins Archiv nach Marbach. Aber wie macht man das? Ein Umzugsprotokoll. Von Hubert Spiegel und Wolfgang Eilmes (Fotos)

So einfach ist es nicht: Ministerpräsident Koch und Preisträger Kermani bei der Verleihung des hessischen Kulturpreises

Hessischer Kulturpreis

Preisabschlag für Kermani

Im Skandal um den Kulturpreis beharrt Hessens Ministerpräsident Koch auch nach gütlicher Beilegung des Streits und bei der Preisverleihung darauf, formal und inhaltlich alles richtig gemacht zu haben. Eine Verstiegenheit zur Tarnung von Taktlosigkeit. Von Patrick Bahners

Josef Hader in “Der Knochenmann“ von Wolf Haas

Kriminalistische Literatur

Hat der Autor ein Motiv?

Wer die Welt nur aus dem Fernsehen oder dem Kriminalroman kennt, müsste glauben, unser Gemeinwesen werde vom Verbrechen regiert. Was aber bereitet uns daran so großes Vergnügen? Wie Friedrich Ani, Wolf Haas und Heinrich Steinfest die Unterhaltungsliteratur transzendieren. Von Richard Kämmerlings

Irrweg eines Ironikers: Thomas Mann

Thomas Manns „Betrachtungen eines Unpolitischen“

Auf dem verlassenen Schlachtfeld

Es ist das Buch, über das auch Thomas-Mann-Freunde betreten schweigen. Jetzt erscheinen die „Betrachtungen eines Unpolitischen“ in der kommentierten Ausgabe von Hermann Kurzke - und können völlig neu gelesen werden. Von Volker Weidermann

Unterbreitete Resultate: Theodor Fontane

Fragen Sie Reich-Ranicki

Kritiker Fontane: Ein Labsal für natürliche Menschen

Missbilligung und Zweifel konnte Fontane überzeugender begründen als Lob und Zustimmung. Die Zweifel bei seiner Urteilsfindung machte Fontane mit sich selbst aus. Seine Leser sollten glasklar erfahren, ob er ein Stück für „Gold oder Blech“ hielt. Zweiter Teil von Marcel Reich-Ranickis Fontane-Würdigung.

Googles Digitalisierungspläne riefen Proteste der Buchbranche hervor

Google-Buch-Vergleich

Warten auf den 18. Februar 2010

Das amerikanische Gerichtsverfahren zum Google Book Settlement steht vor seinem Abschluss. Der zuständige Richter hat die Neufassung des Vergleichs vorläufig angenommen und einen Termin für die entscheidende Anhörung angesetzt.

Arnold Stadler bei der Verleihung des Kleist-Preises im Berliner Ensemble

Kleist-Preis für Arnold Stadler

Wer sagt, dass der Dichter gescheitert ist?

Seinen Größenwahn zieht er aus der Innigkeit und betrachtet noch einen Tierfilm auf TV Today unter dem Standpunkt der Ewigkeit. Arnold Stadler dankt in einer brillanten Rede für die Verleihung des Kleist-Preises. Von Ingeborg Harms

F.A.Z.-Romane der Woche

Der Kassenarzt der Vorhölle

Bild für Bild Katharina Hacker beginnt einen Romanzyklus, der höchste Hoffnungen weckt. David Grossman beschreibt bildmächtig, wie der Nahost-Konflikt Israel prägt. Außerdem in den Romanen der Woche: der wohl radikalste Erzähler aller Zeiten.

Der Preisträger und sein Laudator: Arnold Stadler (re.) und Péter Esterházy

Kleist-Preis für Arnold Stadler

Das Schöne am Ich: seine Leere

Für „seine unverwechselbare Sprache“ und den „Ernst seines Humors“ ist in Berlin der Schriftsteller Arnold Stadler mit dem Kleist-Preis 2009 geehrt worden. Wir dokumentieren die Laudatio von Péter Esterházy und die Preisrede Arnold Stadlers.

Abschied von Suhrkamp: Joachim Unseld

Eine Zäsur

Suhrkamp ohne Unseld

Nach mehr als dreißig Jahren trennt sich Joachim Unseld jetzt von seinen Suhrkamp-Anteilen: Für den Verlag ist dieser Schritt die größte Zäsur seit dem Tod von Siegfried Unseld. Ein Königsdrama scheint seinem Ende entgegenzusteuern. Von Felicitas von Lovenberg

Der Rechtsbruch dauert an: Google digitalisiert weiter ohne Genehmigung

Neuer Google-Buchvergleich

Europa kann den Spieß umdrehen

Der neue Google-Vergleich ändert nichts am Geschäftsmodell des Rechtsbruchs. Digitalisierung ohne Zustimmung der Urheber muss unter Strafe gestellt werden. Ein Plädoyer des Juristen Burkhard Hess.

Hat seine Anteile an Suhrkamp veräußert: Verleger Joachim Unseld

Vor Umzug nach Berlin

Joachim Unseld steigt bei Suhrkamp aus

Die juristischen Konflikte zwischen den Gesellschaftern des Suhrkamp-Verlags sind beendet: Der bisherige Mitgesellschafter Joachim Unseld, dem bislang 20 Prozent des Verlages gehörten, hat seine Anteile verkauft. Damit steht einem Umzug nach Berlin nichts mehr im Wege. Von Michael Hierholzer

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