Die Urbegegnung mit Literatur, ob in der Schule oder anderswo, ist kein Luxus, sondern sie hält Antworten bereit auf die brennende Frage, wie man wurde, was man ist: Die Deutsche Akademie verleiht ihre Preise. Von Felicitas von Lovenberg
Rückblick auf ein Büchermassaker: Weil sie in der alten Rechtschreibung gedruckt waren, sind wahrscheinlich Millionen Bände aus den Schulbibliotheken vernichtet worden. Ein unnötiger Verlust, verursacht durch den Rechtschreibreformwahn. Von Theodor Ickler
Thomas von Steinaecker lässt einen Träumer von schlichtem Gemüt nach Afrika auswandern. Orhan Pamuk schickt drei verschlossene Enkel zum Haus ihrer uralten Großmutter. Und Isolde Ohlbaum geht mit Dichtern auf Gruppenreise. Viel Bewegung in den Romanen der Woche.
Frankfurt verliert wieder ein Stück Suhrkamp: Der Verlag gibt seine Archive an das Deutsche Literaturarchiv in Marbach. Noch dieses Jahr sollen die Manuskripte und Korrespondenzen berühmter Autoren umziehen. Der Verkaufspreis ist dem Vernehmen nach eine hohe einstellige Millionensumme. Von Felicitas von Lovenberg
Bild für Bild Ein Nobelpreisträger mit einem wertgesättigten Gerechtigkeitsbegriff trifft einen Seelenklempner, der eine Philosophie des Durchwurstelns entwirft. Gemeinsam begleiten sie eine Historikerin auf den Wegen und Irrwegen der Wissenschaft der letzten viertausend Jahre: Die Sachbücher der Woche.
Lässt sich Rilkes verrätselte Grabinschrift deuten, hat die deutsche Literatur keine klassischen Liebespaare zu bieten, rührt der Dichter ans Göttliche? Antworten von Marcel Reich-Ranicki.
Die Nobelpreisträgerin Herta Müller bewahrt ihre Securitate-Akte nicht in ihrer eigenen Wohnung auf. Sie liegt bei dem Schriftsteller Richard Wagner, ihrem ehemaligen Mann, mit dem zusammen sie 1987 Ceauescus Terrorherrschaft entkam. Von Hubert Spiegel
Es geht um Liebe. Zwischen Uwe Johnson und Hans-Magnus Enzensberger. Es geht um die strapazierfähige Ehe einer Kolumnistin und Paarbildung unter Viktorianern, hinreißend bösartig kommentiert von Henry James. Die Romane der Woche.
Jetzt freigegebene Akten schaffen Gewissheit: Fast zwei Jahrzehnte lang wurde Gabriel García Márquez vom mexikanischen Geheimdienst bespitzelt. Der Verdacht? Revolutionäre Umtriebe. Besondere Nervosität lösten die engen Beziehungen des Schriftstellers zu François Mitterrand aus. Von Paul Ingendaay, Madrid
Rumänien ist mit der Nobelpreisverleihung an Herta Müller zu neuer politischer Aufmerksamkeit gelangt. Welche Spuren hinterlassen Korruption und Securitate in der Verfassungswirklichkeit? Warum konnte der EU-Beitritt die Auswüchse im politischen System nicht beheben? Von Bogdan Iancu
Bild für Bild Ein neuer Bildband befreit Caravaggios Leben von den angehäuften Mythen, erstmals publizierte Aquarelle machen ein Vogelbuch zum Ereignis. Außerdem in den Sachbüchern der Woche: Günter Wallraffs neue Undercover-Recherchen und eine Geschichte des Westens für Kulturbanausen.
Immer wieder Aufbrüche: Aus dem kolonialen Rhodesien ins London der Nachkriegszeit und dann weiter in Mystik und Utopie. Doris Lessing, die Epikerin vergangener Welten, wird an diesem Donnerstag neunzig Jahre alt. Von Mara Delius
Haruki Murakamis Roman handeln auf bemerkenswerte Weise von Themen, die nicht nur Japaner interessieren. Das hat ihm längst zu internationalem Ruhm, aber noch nicht zum Nobelpreis verholfen. Hat er Grund, sich darüber zu beklagen? Antworten auf diese und andere Fragen von Marcel Reich-Ranicki.
Selten hat ein Buchmessengast so viele Kontroversen ausgelöst. Welchen Schluss zieht Peking aus den Debatten? Wird die kulturelle Öffnung fortgesetzt? Von Mark Siemons