War Frank Thiess ein bedeutender Autor? Gibt es außer Dieter Wellershoff noch andere Schriftsteller, die zuvor Lektoren waren? Und sollte man nicht große Romane in Kurzfassungen herausgeben? Marcel Reich-Ranicki antwortet.
Heute, am zweihundertfünfzigsten Geburtstag des Klassikers, wird in Marbach das Schiller-Nationalmuseum neu eröffnet. Die aktuelle Dauerausstellung setzt auf die Aura des Originals und die Ausdauer der Besucher. Von Hubert Spiegel
Spezial Wer wird er heute sein? Hans Magnus Enzensberger, eine der beweglichsten intellektuellen Instanzen der Republik, erstaunt mit seinem Fassungsvermögen und ist selbst kaum zu fassen. Heute wird er achtzig Jahre alt. Von Felicitas von Lovenberg
Bild für Bild Zwei Franzosen weben aus hunderten Gesprächen zum 9. November einen Geschichtsbericht zum Mitfiebern. Zwei Amerikaner wissen, was zählt, wenn Schiffe sinken oder Hochhäuser fallen. Außerdem in den Sachbüchern der Woche: Der Pommersche Kunstschrank.
Wie kaum ein anderer Autor hat Imre Kertész den Holocaust mit größter Radikalität ins Zentrum eines Werks gestellt, das seinen Ausgang vom äußersten Grenzbereich menschlicher Erfahrung nehmen musste. Zum achtzigsten Geburtstag des Literaturnobelpreisträgers. Von Hubert Spiegel
Walter Kempowskis Aufzeichnungen zum 9. November 1989 sind bekannt. Unbekannt ist, dass er dazu auch ein kollektives Tagebuch angelegt hat - mit Notizen von Schriftstellern, Künstlern und Journalisten. Von Edo Reents
Ich war gerade auf dem Weg in die Stadtbibliothek, da habe ich mein Herz verloren, sangen Die Ärzte. Damals ging es um die Liebe. Begegnungen ermöglichen Stadtbibliotheken immer noch - als Bildungsträger, Leseförderer und Integrationshelfer. Von Thorsten Gräbe
Bild für Bild Louis Auchincloss erzählt ein abgründig modernes Märchen vom Aufstieg einer Alphafrau. Ein Wiedersehen gibt es mit Schiller, der in Kürze 250. Geburtstag feiert. Außerdem in den Romanen der Woche: Union Atlantic, Adam Hasletts Buch zur Bankenkrise.
Sein Name ist Chin, Denny Chin: Am Montag soll er in New York über das Google Book Settlement urteilen. Der Richter, der schon im Fall Madoff Recht sprach, gilt als Mann für die schwierigen Fälle und ist einer der kommenden amerikanischen Justiz-Stars. Von Jordan Mejias, New York
Bild für Bild Erstmals auf Deutsch: Texte atemraubend offener Debatten in China. Dazu eine deutsche Kulturgeschichte, die aus Neckermann-Katalogen Mentalitäten filtert. Und warum wir so gut mit den Füßen wippen können, verraten sie auch - die Sachbücher der Woche.
Sie schreibt, wie ihr der Schnabel gewachsen ist: Marcel Reich-Ranicki über Mascha Kaléko, die Lyrikerin der Neuen Sachlichkeit, die man oft entdecken muss, weil sie immer wieder in Vergessenheit gerät.
In der Woche, in der Adam Haslett seinen Roman Union Atlantic beendete, kollabierte in New York die Lehman-Brothers-Bank. Fünf Jahre hatte der amerikanische Autor für seinen prophetisch wirkenden Roman recherchiert. Einführung und erste Folge unserer vorabexklusiven F.A.Z.-Leseprobe. Von Sandra Kegel
Warum es in Rumänien heute nahezu unmöglich ist, Schriftsteller zu sein: Der 1956 in Bukarest geborene Mircea Cartarescu über Gegenwart und Vergangenheit seines Landes und die Vorbildfunktion von Nobelpreisträgerin Herta Müller.
Bekenntnisse einer unbefleckten Seele: Reinhard Kaiser hat Grimmelshausens barocken Kriegsroman Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch behutsam an heutige Sprachgewohnheiten herangeführt. Aus Teutsch ward Deutsch, doch unsere Rezensentin Katharina Teutsch schrieb über ihre Wehmut hinweg.
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