Drei Autoren suchen die Empathie, Alexandre Adler folgt den Tempelrittern - und Werner Busch erklärt, weshalb er Constable mehr schätzt als William Turner. Kann man es sich leisten, in Deutschland alt zu werden? Die Sachbücher der Woche.
75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Gerade erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Tilman Spreckelsen liest mit und vervollständigt das Porträt eines epochalen Kriminalisten.
Seit gestern befindet er sich in Deutschland, doch in den Tagen vor seiner Abreise hat er über die Ereignisse in seiner Heimatstadt Teheran Tagebuch geführt. Der Autor Amir Hassan Cheheltan verlässt eine Stadt, die sich ganz dem Gedenken an das tote Mädchen Neda hingibt.
Mit seinem 2006 erschienenen Roman Die Wohlgesinnten sorgte Jonathan Littell für anhaltende Diskussionen in der europäischen Literaturszene. Mit Spannung wurde die Reaktion Israels auf die Übersetzung ins Hebräische erwartet, die jetzt vorliegt. Von Jürg Altwegg
Der Weg zum Buchautomaten ist nicht mehr weit: Können Sie mir etwas empfehlen? Schon jetzt scheint diese Frage in großen Buchkaufhäusern ausgestorben. Nun entlassen Hugendubel, Weltbild und Buch Habel das dazugehörige Personal. Von Marguerite Seidel
Das Milliardenvolk liest wie verrückt. Aber ist Chinas erstaunlicher Buchmarkt trotz Zensur auch fit für den Sprung auf die literarische Weltbühne? Ein Besuch beim Ehrengast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Von Oliver Jungen, Peking
Juan Carlos Onetti, der heute vor hundert Jahren in Montevideo geboren wurde, ist einer der bedeutendsten Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts. Sein früher Roman Für diese Nacht“ wurde nun erstmals ins Deutsche übersetzt. Von Richard Kämmerlings
Ob er Lust habe, für das ZDF eine regelmäßige Literatursendung zu erfinden und zu organisieren, fragten die beiden Herren vom ZDF Marcel Reich-Ranicki. Der Kritiker antwortete: Nein. Doch dann kam alles anders.
Spezial Allenfalls ein solides Bild gab die junge deutschsprachige Literatur beim Klagenfurter Wettlesen ab, ohne literarische Großkatastrophen, ohne gleißende Entdeckungen. Wenigstens gewinnt mit Jens Petersen der Richtige den Bachmann-Preis. Von Sandra Kegel, Klagenfurt
Nicht nur der Himmel über Klagenfurt hat sich aufgehellt, auch die Texte wurden interessanter. Juroren waren wie immer geteilter Meinung und die Moderatorin löste Befremden aus. Von Sandra Kegel
Clash der Kulturen, made in Austria: Zum Auftakt des Bachmann-Wettbewerbs schockiert der Büchner-Preisträger Josef Winkler die Klagenfurter Lokalprominenz mit einer fulminanten Attacke gegen die Mächtigen Kärntens. Von Sandra Kegel, Klagenfurt
75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Gerade erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Tilman Spreckelsen liest mit und vervollständigt das Porträt eines epochalen Kriminalisten.
Am ersten Tag des Klagenfurter Wettlesens gab es allzu brave Texte zu hören. Und auch eine kleine Performance des Wiener Autors Philipp Weiss reichte nicht an Provokationen früherer Jahre heran. Von Sandra Kegel
Sein Kinderbuchklassiker wurde aus der Erfahrung des Traumas, der Sinnlichkeit und der Moral geboren: Eric Carle, dem Schöpfer der Raupe Nimmersatt, zum achtzigsten Geburtstag. Von Susanne Klingenstein
Der Nationalpreisträger Uwe Tellkamp, der mit seinem Roman Der Turm im vergangenen Jahr den Deutschen Buchpreis gewann, hat die Welt jetzt vor seinem Erstling aus dem Jahr 2000 gewarnt, der gegen seinen Willen neu erscheint. Er weiß, warum. Eine Polemik von Volker Weidermann.
Der bekannte chinesische Bürgerrechtler Liu Xiaobo ist formell verhaftet worden, nachdem die Polizei ihn schon seit sechs Monaten festhält. Ihm wird Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt zur Last gelegt. Von Till Fähnders, Peking
Den Friedenspreis erhält in diesem Jahr genau der richtige Autor, für Klagenfurt ist er nicht zuständig, Vicky Baum hat er zu lange nicht mehr gelesen und in der Tat einen sehr schweren Beruf: neue Fragen an und Antworten von Marcel Reich-Ranicki.
In der Frankfurter Alten Oper hat der amerikanische Schriftsteller Louis Begley jetzt sein gerade erschienenes, in der F.A.Z. auszugsweise vorabgedrucktes Buch Der Fall Dreyfus vorgestellt. Es war ein lehrreicher Abend über die Macht der Literatur. Von Edo Reents