Harald Rüssel ist eine prägende Figur der Neuen Landküche. Trotz seiner Originalität und der oft modernen Struktur seiner Gerichte sucht er eine klassische Harmonie, die auch Hobbyköche zum Ausprobieren seiner Rezepte verleiten können. Von Jürgen Dollase
Beim ersten Buch hatte ihr Verlag noch von kuscheligen, warmherzigen Geschichten geschwärmt. Rund hundert Bücher später hat Kirsten Boie gezeigt, dass sie auch anders kann. Die wichtigste deutsche Autorin für junge Leser wird sechzig Jahre alt. Von Fridtjof Küchemann
Ein Manifest aus Zitaten: David Shields bringt mit Reality Hunger auch in Amerika die Debatte über Plagiat und literarische Aneignung in Gang. Ein neuer Streit um den Wirklichkeitsbegriff der Literatur zeichnet sich ab. Von Jordan Mejias, New York
Bücher für junge Leser zu schreiben, ist mitnichten ein Kinderspiel. Die Jungen sind das anspruchvollste Publikum der Welt. Deshalb hat die F.A.Z. zusammen mit dem Verlag Chicken House einen Schreibwettbewerb ins Leben gerufen. Von Tilman Spreckelsen
Spurensuchen und Todesgewissheit, Psychiatrieprobleme und Zahlenspiele, ungewöhnliche Häuser und 4096 bislang unbekannte Tierarten: Was die wichtigsten Bücher der Saison für junge Leser zu bieten haben.
Double Falshood or The Distrest Lovers heißt das Verwechslungsdrama, das ein Bearbeiter schon 1727 als ein Werk des großen Shakespeare ausgab. Niemand glaubte ihm. Jetzt ist bewiesen: Der Mann hatte Recht. Von Gina Thomas, London
An diesem Mittwoch beginnt mit der Leipziger Buchmesse offiziell der Bücherfrühling: Jan Faktor hat ein weises und witziges Buch über das erotische Erwachen in Prag geschrieben. Clemens Meyer setzt aufs falsche Pferd, Georg Klein gibt Rätsel auf. Ein Überblick über die Neuerscheinungen.
Ob man ein Buch verlegen will, ist nicht die Frage, sondern ob es sich verkaufen lässt. Die einstige Verkaufsmacht der Verlage ist dahin, der Key-Account-Manager im Einzelhandel hat jetzt das Sagen. Zwischen analoger Gegenwart und digitaler Zukunft des Buches sitzt die Ratlosigkeit. Von Hannes Hintermeier
Was er von Ricarda Huch halte, wird Marcel Reich-Ranicki von einer Leserin gefragt. Der Literaturkritiker würdigt die Erzählerin und Wissenschaftlerin als radikale Konservative, die zwischen phantasievollem Erzählen und exakter Dokumentation changierte und sich entscheiden gegen den Nationalsozialismus wandte.
Philip Roth beschreibt den plötzlichen Tod des Talents, Wolfgang Frömberg singt dem Spex-Pop ein Requiem und Kathrin Röggla seziert unsere Sucht nach Krisen und Katastrophen. Außerdem in den Romanen der Woche: Martin Walsers Tagebücher und eine Biographie der Brüder Grimm.
2010 ist das Jubeljahr für Mark Twain. Es gibt aber noch viele andere gute Gründe, die Geschichten von Tom Sawyer und Huckleberry Finn zu lesen. Jeder Tag am Mississippi ist in der langen Neuübersetzung ein Abenteuer. Von Tobias Rüther
Sind die Rezepte in Kochbüchern eigentlich ausreichend präzise, um sinnvoll nachgekocht werden zu können? Die zehnte Folge unserer Kolumne Esspapier nimmt eine Stichprobe aus dem neuesten Buch des Fernsehstarkochs Alexander Herrmann. Von Jürgen Dollase
Er war kein Mann der lautstarken Opposition, aber in allen wichtigen Fragen stellte er sich gegen die Diktatur: Der spanische Schriftsteller Miguel Delibes ist am Freitag im Alter von 89 Jahren gestorben. Als Vertreter eines sozialen Realismus wurde er zu einem der bedeutendsten Autoren seines Landes. Von Walter Haubrich
Die Literaturnobelpreisträgerin und Chinas berühmtester Künstler sorgten für einen prominent besetzten Auftakt des Literaturfestivals Lit.Cologne. Aber herausgekommen sind nur Belanglosigkeiten - was auch am Moderator lag. Von Oliver Jungen
Von null auf hundert: Kaum ausgeliefert, stand Martin Suters neuer Roman Der Koch auf Platz eins der deutschen Bestsellerlisten. Mit dem Thema allein kann man den Erfolg des Schweizer Schriftstellers nicht erklären - er hat sich lange angebahnt. Von Jürg Altwegg
Der arabische Schriftsteller Elias Khoury übersetzt den autobiografischen Roman des Israelis Amos Oz, um über den Tod seines Sohnes hinwegzukommen. Das Echo in der arabischen Welt ist überraschenderweise positiv. Von Hans-Christian Rössler, Jerusalem
Jüngste Professorin Deutschlands, Regierungssprecherin, Moderatorin im Fernsehen - das sind nur einige der Berufe von Miriam Meckel. Irgendwann bekam sie einen Burnout. Darüber hat sie das Buch Brief an mein Leben geschrieben. Von Sandra Kegel
Was meinte Max Frisch, als er vom Alleinsein im Dschungel der Unsagbarkeiten schrieb? Macht der Druck der Diktatur die Literatur der DDR der westdeutschen überlegen? Antworten von Marcel Reich-Ranicki.